Kurzer Auftritt für Kachelmanns Ex-Geliebte

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Der Wettermoderator Jörg Kachelmann verlässt am Freitag (25.03.2011) nach dem 34. Prozesstag in einem Auto sitzend das Landgericht in Mannheim.

Mannheim - Erstmals hatte Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn die Gelegenheit, das mutmaßliche Opfer im Vergewaltigungsprozess zu befragen. Nach nur knapp zwei Stunden war alles vorbei.

Überraschend schnell hat das Landgericht Mannheim im Prozess gegen Jörg Kachelmann die Vernehmung der Nebenklägerin beendet. Die ehemalige Geliebte des schweizer Fernsehmoderators hielt dabei an ihren Vorwürfen fest, sagte der Vorsitzende Richter am Freitag im Anschluss an die nichtöffentliche Befragung. Die 38-Jährige beschuldigt Kachelmann, er habe sie mit einem Messer bedroht und vergewaltigt.

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Nach nicht einmal zwei Stunden war die Befragung beendet. Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn bezeichnete sie als “außerordentlich aufschlussreich und ertragreich“, wollte aber keine Details über die nichtöffentliche Gerichtsverhandlung preisgeben. Die Ex-Geliebte war bereits im Oktober an vier Verhandlungstagen mehr als 20 Stunden lang unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen worden. Schwenn war seinerzeit jedoch nicht beteiligt, sondern sein Vorgänger Reinhard Birkenstock.

Aus diesem Grund war erwartet worden, dass Schwenn die Nebenklägerin ausführlicher befragen würde. Er hatte zu Beginn der Verhandlung eine eigens erstellte Tabelle an die Prozessbeteiligten verteilt, in der angebliche Widersprüche in den bisherigen Aussagen aufgestellt waren.

Das ist Kachelmanns neuer Anwalt: Johann Schwenn

Johann Schwenn ist Jörg Kachelmanns neuer Anwalt. Er ist schon mehrfach als Verteidiger in aufsehenerregenden Prozessen aufgetreten. © dpa
Schwenn verteidigte den entführten Multimillionär Jan Philipp Reemtsma als Nebenkläger gegen seinen Entführer. © dpa
Auch im Steuerprozess gegen Peter Graf war Johann Schwenn im Verteidigerteam. Der Revisionsspezialist vertrat auch Monika Böttcher, geschiedene Weimar. © dpa
Schwenn holt bei seinem ersten Auftritt im Kachelmann-Prozess kräftig aus und kritisiert die Medien. © dpa
Jörg Kachelmann und seine Verteidiger: Johann Schwenn und Andrea Combé. © dpa
Während des Prozesses. © dpa
Kachelmanns Anwälte. © dpa
Schwenn und Kachelmann vor Gericht. © dpa
Kachelmann verlässt sich auf Schwenn. © dpa
Die Verteidiger Schwenn und Combé. © dpa
Schwenn, Kachelmann und ein Justizbeamter. © dpa

Vor Beginn der Vernehmung hatte Schwenn zudem beantragt, die Öffentlichkeit während der Vernehmung zu bestimmten Themen zuzulassen. Schwenn erwähnte unter anderem Kontakte des mutmaßlichen Opfers zur Feministin Alice Schwarzer, die für die “Bild“-Zeitung über den Prozess berichtet. Außerdem wollte er die Frau fragen, ob sie sich mit einem Polizeibeamten geduzt habe. Dies sollte in öffentlicher Sitzung geschehen, “damit der Öffentlichkeit nicht verborgen bleibt, welche gewichtigen Gründe gegen die Glaubwürdigkeit (der Nebenklägerin) sprechen“.

Im Laufe der Vernehmung jedoch nahm Schwenn den Antrag auf Zulassung der Öffentlichkeit wieder zurück. “Diese Themen haben an Bedeutung verloren“, sagte er im Anschluss an die Sitzung.

Am kommenden Dienstag soll die ehemalige Kachelmann-Geliebte vernommen werden, die für ein Interview in der “Bunten“ ein Honorar von 50 000 Euro bekommen hatte. Außerdem sollen in der kommenden Woche die beiden Staatsanwälte Oskar Gattner und Lars-Torben Oltrogge als Zeugen befragt werden. Dabei soll es um die Vernehmung des mutmaßlichen Opfers gehen.

Kachelmann steht wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung seit Anfang September in Mannheim vor Gericht. Seine 38 Jahre alte Ex-Geliebte aus Schwetzingen hatte ihn angezeigt. Der Moderator bestreitet die Vorwürfe.

dpa

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