Umbaukosten halbieren Intel-Gewinn

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Bei Intel kommt das zukunftsträchtige Geschäft mit Chips für das "Internet der Dinge" nicht so recht in Schwung. Foto: Andrej Sokolow

Im schrumpfenden PC-Markt kann Intel höhere Preise für seine Prozessoren durchsetzen und dadurch die Umsätze stabil halten. Aber das zukunftsträchtige Geschäft mit Chips für das "Internet der Dinge" kommt nicht so recht in Schwung.

Santa Clara (dpa) - Beim Chip-Riesen Intel drücken die Kosten des groß angelegten Konzernumbaus mit der Streichung tausender Stellen den Gewinn. Im vergangenen Quartal verdiente Intel mit 1,33 Milliarden Dollar nur halb so viel wie vor einem Jahr.

Die Umstrukturierungskosten schlugen dabei mit 1,4 Milliarden Dollar zu Buche. Intel-Chef Brian Krzanich hatte im April den Abbau von rund 12 000 Stellen bis Mitte 2017 angekündigt - rund elf Prozent der Belegschaft. Die Aktie gab am Donnerstag vorbörslich um mehr als drei Prozent nach.

Der Umsatz legte unterdessen von 13,2 auf 13,5 Milliarden Dollar zu. In seinem Hauptgeschäft mit Chips für PCs konnte Intel erneut trotz eines schrumpfenden Marktes den Umsatz mit einem Rückgang von 7,5 auf 7,3 Milliarden Dollar fast stabil halten. Der Marktführer verkaufte zwar 15 Prozent weniger Prozessoren, konnte aber den Durchschnittspreis um 13 Prozent steigern. Dadurch wuchs auch der operative Gewinn der Sparte von 1,6 auf 1,9 Milliarden Dollar.

Krzanich will Intel unabhängiger vom schwächelnden PC-Geschäft machen. Der Umbau ist auch der Auslöser für den Stellenabbau.

Das zweite wichtige Standbein - das Geschäft mit Chips für Rechenzentren - wuchs von 3,8 auf 4 Milliarden Dollar. Die Sparte verdiente mit 1,76 Milliarden Dollar aber operativ etwas weniger als ein Jahr zuvor.

Das Geschäft mit Chips für vernetzte Technik im sogenannten "Internet der Dinge" kann Intel nicht so recht in Schwung bringen. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich nur von 559 auf 572 Millionen Dollar. Das operative Ergebnis der Sparte sank von 145 auf 89 Millionen Dollar. Nachdem Intel das Geschäft mit Prozessoren für Smartphones und Tablets an Technologie des Chipentwicklers ARM verlor, will der Konzern nun unbedingt im "Internet der Dinge" punkten.

Im vergangenen Quartal konnte Intel seine Chips noch in rund fünf Millionen Tablets unterbringen - das waren halb so viele wie ein Jahr zuvor. Bei Smartphones spielen Intel-Prozessoren praktisch keine Rolle.

Der bei Smartphone-Chips besonders starke Konkurrent Qualcomm ist unterdessen auf dem Weg der Besserung. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz um vier Prozent auf sechs Milliarden Dollar und der Gewinn sprang um gut ein Fünftel auf 1,4 Milliarden Dollar hoch.

Das Unternehmen, das sich vor allem auf Telekommunikations-Chips spezialisiert, musste seit Anfang vergangenen Jahres eine Zahlung von 975 Millionen Dollar in China nach Ermittlungen zu Patent-Lizenzen verarbeiten. Lizenzzahlungen von Chip-Produzenten sind eine zentrale Geldquelle von Qualcomm. Die Firma will Intel in Zukunft auch direkte Konkurrenz im Geschäft mit Prozessoren für Rechenzentren machen. Die Aktie von Qualcomm sprang am Donnerstag vorbörslich um rund acht Prozent hoch.

Intel zum Geschäft im vergangenen Quartal

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