Tengelmann-Aufsichtsrat tagt

In Streit um Kaiser's Tengelmann kommt Bewegung

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Mehrere Konzerne sind an Kaiser's-Filialen interessiert, darunter Rewe, Edeka, Tegut und Norma. Foto: Oliver Berg

Mülheim/Ruhr - Edeka, Tengelmann und Rewe setzen die Suche nach einer Lösung am Freitag fort. Was wird der Tengelmann-Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Freitag beschließen?

Der Krisengipfel der Chefs von Edeka, Tengelmann und Rewe hat Bewegung in den Streit um die Zukunft der angeschlagenen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann gebracht. Das Gespräch sei konstruktiv gewesen, hieß es in einer in der Nacht veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.

Nach den harten Auseinandersetzungen der vergangenen Monate verständigten sich die Handelskonzerne unter Vermittlung der Gewerkschaft Verdi darauf, die Bemühungen um "eine für alle Beteiligten und die Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann tragfähige, gemeinsame Lösung" zeitnah fortzusetzen.

Beschäftigte schöpfen Hoffnung

Bei den Beschäftigten weckte das Hoffnung auf eine Rettung von Kaiser's Tengelmann in letzter Minute. Der Berliner Betriebsratsvorsitzende Volker Bohne sagte vor der mit Spannung erwarteten Tengelmann-Aufsichtsratsitzung am Freitag: "Dass die Teilnehmer gesagt haben, sie treffen sich wieder, ist ein positives Zeichen. Es heißt eigentlich, dass es heute nicht zu einem endgültigen Aus kommt."

In den vergangenen Tagen war aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen immer wieder signalisiert worden, auf der Aufsichtsratssitzung könnten bereits die Weichen für eine Zerschlagung des Unternehmens gestellt werden. Doch ist ungewiss, ob dies nun noch gilt.

Nach wie vor hofft der Betriebsrat auf eine Komplettübernahme des Konzerns durch Edeka, "weil es die einzige Möglichkeit ist, alle Arbeitsplätze zu erhalten".

15.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub, Edeka-Chef Markus Mosa, Rewe-Chef Alain Caparros und der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske hatten sich am Donnerstagabend an einem geheimen Ort getroffen, um über die Zukunft der Kette mit über 15.000 Arbeitsplätzen zu beraten. Vor dem Treffen schienen die Fronten verhärtet. Während Edeka und Tengelmann weiter am Ziel einer Komplettübernahme festhielten, warb Rewe-Chef Alain Caparros, der den Zusammenschluss vor Gericht hatte stoppen lassen, für eine Aufteilung der über 400 Kaiser's Tengelmann-Standorte unter den Wettbewerbern. Doch brachte das Treffen nun offenbar Bewegung in die erstarrten Positionen.

Branchenprimus Edeka sowie Kaiser's Tengelmann hatten die Fusion vor etwa zwei Jahren beschlossen. Doch stießen die Pläne der Unternehmen bald auf Schwierigkeiten. Das Bundeskartellamt legte sein Veto ein, weil es Wettbewerbsbehinderungen und Preiserhöhungen befürchtete. Zwar hebelte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) das Zusammenschlussverbot über eine sogenannte Ministererlaubnis aus. Doch gelang es Rewe und Markant mit einer Klage vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, die Umsetzung der Ausnahmegenehmigung vorläufig zu stoppen. Damit liegt der Deal auf Eis und droht wegen langwieriger juristischer Auseinandersetzungen zu platzen.

Haub hat wegen des langen Tauziehens um die Übernahme mit einem Aus für Kaiser's Tengelmann gedroht. Die Kette verbucht hohe Verluste, Personal geht von Bord, Vermieter verlängern Verträge nicht.

dpa

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