VW-Skandal

Abgas-Enthüller sehen nichts von den "Dieselgate"-Milliarden

+
VW hat einen Vergleich über bis zu 15,3 Milliarden Dollar mit Zivilklägern in den USA ausgehandelt.

Morgantown -Dass der VW-Skandal um manipulierte Schadstoffwerte aufflog, ist maßgeblich einer kleinen Gruppe engagierter Forscher zu verdanken. Finanziell brachte ihnen diese Tat allerdings nichts ein.

Nachdem US-Behörden den Betrug über Jahre nicht bemerkt hatten, brachten ihre Testergebnisse die Ermittlungen in Gang.

Ihre Abgastests lieferten die ersten Hinweise auf den VW-Betrug, doch auf eine Belohnung warten sie bislang vergeblich: Die Forscher von der Umweltorganisation ICCT und der West Virginia University (WVU) brachten die Ermittlungen gegen Volkswagen in Gang.

Diese führten zum größten Vergleich der Automobilgeschichte. Doch während Behörden und Staatsanwälte in den USA von den Milliardenstrafen gegen VW profitieren, gehen die Forscher leer aus.

"Wir haben finanziell nichts von der "Aufdeckung" des Skandals", sagt Peter Mock vom International Council on Clean Transportation (ICCT). Daniel Carder, der bei der WVU die Untersuchungen leitete, die zur Enthüllung der Manipulationen führten, klagte sogar über "schlaflose Nächte" - wegen seines knappen Budgets wisse er nicht, wie er seine Mitarbeiter bezahlen solle. Nur 70.000 Dollar hatte sein Team 2013 vom ICCT für die Tests erhalten, durch die der Diesel-Betrug aufflog.

VW hat in USA Vergleich ausgehandelt

VW hat bereits einen Vergleich über bis zu 15,3 Milliarden Dollar mit Zivilklägern in den USA ausgehandelt. 4,7 Milliarden Dollar davon sind für Umweltfonds vorgesehen. "Meine US-Kollegen wollten sich mal erkundigen, ob es eventuell eine Möglichkeit gäbe, zumindest einen kleinen Teil von diesem Geld zu bekommen, damit wir weitere Fahrzeugtests finanzieren könnten", sagt Mock. "Aber bislang gibt es noch keine Signale in diese Richtung, und ich wäre erstaunt, falls da tatsächlich Geld an uns fließen würde."

Zwar haben die Forscher im Zuge von "Dieselgate" eine gewisse Berühmtheit erlangt. Carder wurde beispielsweise vom "Time"-Magazin in die Liste der weltweit einflussreichsten Personen 2016 aufgenommen. Doch ansonsten hat sich nicht viel geändert.

Die Bekanntheit sei gestiegen - doch man stoße bei Behörden deshalb nicht unbedingt auf offenere Ohren als früher, so Mock. "Das KBA oder das deutsche Verkehrsministerium etwa haben bislang kein Interesse an Gesprächen mit dem ICCT gezeigt, obwohl es ja interessant sein könnte, sich zu Messmethoden und -ergebnissen auszutauschen."

dpa

Mehr zum Thema:

Wintersport in der Skihalle Neuss

Wintersport in der Skihalle Neuss

Was aktuelle Smartwatches wirklich können

Was aktuelle Smartwatches wirklich können

Ab in die Berge: Das sind die Trends beim Winterurlaub

Ab in die Berge: Das sind die Trends beim Winterurlaub

BVB holt mit starkem 2:2 bei Real den Gruppensieg

BVB holt mit starkem 2:2 bei Real den Gruppensieg

Meistgelesene Artikel

Italienisches Nein zur Reform lässt Anleger kalt

Italienisches Nein zur Reform lässt Anleger kalt

Nach Italien-Referendum: Neue Risiken für die Eurozone?

Nach Italien-Referendum: Neue Risiken für die Eurozone?

Vernetztes Zuhause: So groß sind die Risiken 

Vernetztes Zuhause: So groß sind die Risiken 

Dieser Manager wird ab 2019 neuer Rewe-Chef

Dieser Manager wird ab 2019 neuer Rewe-Chef

Kommentare