Yatabare kann seine Werder-Premiere kaum erwarten: „Ich bin bereit“

Der Micoud-Fan will endlich mal länger bleiben

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Premiere vor Werders Werbewand: Neuzugang Sambou Yatabare gab sein erstes Interview und verriet dabei, dass er ein Fan von Johan Micoud und Mesut Özil ist.

Bremen - Sambou Yatabare wirkt bei seinem ersten Medientermin beim SV Werder Bremen etwas schüchtern. Er wählt den größtmöglichen Abstand zur TV-Kamera, bis ihn schließlich die Werbewand stoppt.

Doch an Selbstbewusstsein mangelt es dem Neuzugang freilich nicht. Für den 26-Jährigen ist es nämlich alles andere als eine Überraschung, dass er nach Jahren in Frankreich, Griechenland und zuletzt Belgien nun in der Bundesliga, also einer europäischen Topliga, spielt. „Seit meiner Kindheit hat man uns immer gesagt, dass wir hart arbeiten müssen, um nach oben zu kommen. Das habe ich gemacht – und deshalb habe ich auch immer daran geglaubt, dass ich ein Angebot von einer guten Mannschaft in einer guten Liga bekommen werde“, sagt Yatabare, der in Frankreich aufgewachsen ist. Und der Nationalspieler von Mali hofft sehr darauf, dass es diesmal besser passt als vor zweieinhalb Jahren bei Olympiakos Piräus. Die Griechen, immerhin Rekordmeister in ihrem Land und regelmäßiger Champions-League-Teilnehmer, überwiesen für den Mittelfeldspieler 2,2 Millionen Euro an den französischen SC Bastia. Und gaben ihn nach nur einem halben Jahr schon wieder zurück – auf Leihbasis. Genauso wie später zu EA Guingamp (Frankreich) und zuletzt an Standard Lüttich. „Das ist nicht so einfach zu erklären“, sagt Yatabare über seine Zeit als Wandervogel. Das Thema ist ihm etwas unangenehm. Natürlich hätte er gerne eine andere Vita. „Ich habe mich in Griechenland einfach nicht wohl gefühlt. Da gab es viele Dinge. Es hat nicht geklappt“, fügt er noch an – genauso wie seinen aktuell größten Wunsch: „Für mich ist es wichtig, mal länger bei einem Club zu bleiben und mich mit dem Club zu entwickeln.“

Bei Werder fühlt er sich dabei gut aufgehoben. Der Empfang in der Mannschaft sei nett gewesen – und über sein erstes Stadionerlebnis am Samstag gegen Berlin gerät er geradezu ins Schwärmen: „Ich war wirklich beeindruckt von den Fans und der Stimmung im Stadion.“ Und künftig will er das nicht nur von der Tribüne aus genießen: „Ich kann es kaum erwarten zu spielen – ich bin bereit!“

Werder auch. 2,5 Millionen Euro Ablöse zahlt der finanziell nicht auf Rosen gebettete Club für den Nationalspieler von Mali. „Wir haben ihn nicht für die Vitrine geholt. Wir wollen ihn so schnell wie möglich nutzen“, betont Coach Viktor Skripnik, bittet aber auch etwas um Geduld: „Er kann Fußball spielen, muss sich aber noch an die Bundesliga gewöhnen.“

Immerhin weiß Yatabare, was ihn erwartet. Denn Werder hat er schon lange im Kopf. Warum? Die Antwort liegt bei Fußballern, die wie Yatabare in Frankreich geboren und aufgewachsen sind, auf der Hand: Johan Micoud. Werders Double-Held 2004. „Ich bin ein Micoud-Fan“, sagt Yatabare: „Und auch ein Fan von Mesut Özil.“ Noch so ein Spielmacher aus den glorreichen Bremer Champions-League-Zeiten. Eigentlich passt das gar nicht zu einem eher defensiveren Mittelfeldspieler wie Yatabare. „Ja ja, es ist komisch, meine Lieblingsspieler spielen gar nicht auf meiner Position“, gesteht der 26-Jährige und lächelt. Aber es gibt da schon noch einen, der ihm etwas mehr ähnelt und den er bewundert: „Yaya Toure. Er ist sehr wichtig für mich. Er hat sich als afrikanischer Spieler überall durchsetzen können.“ Zum Beispiel beim FC Barcelona oder Manchester City, wo der 32-Jährige aktuell unter Vertrag steht.

Das ist aber noch eine ganz andere Liga. Yatabare muss sich erst einmal in Deutschland beweisen. Sportchef Thomas Eichin geht fest davon aus, vergleicht den neuen Mittelfeldspieler schon mit Hannovers Salif Sane aus dem Senegal. „Natürlich kenne ich ihn, wir haben mit der Nationalmannschaft oft gegeneinander gespielt. Wir ähneln uns. Wir sind groß und zweikampfstark, wir holen auch gut und gerne den Ball. Der Unterschied ist: Ich spiele mehr nach vorne.“

Bei Werder wird er das als erster Spieler aus Mali machen. Ein besonderes Gefühl? Yatabare lächelt: „Ich hoffe, es werden noch andere Spieler aus Mali kommen.“ Hat er da etwa noch Tipps für den Sportchef? Da wiegelt Yatabare lieber schnell ab: „Nein, nein, wir haben schon jetzt eine gute Mannschaft.“

kni

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