Wiese-Nachfolger kommt aus der österreichischen Provinz / Zweikampf mit Mielitz

Ein Wolf im Werder-Tor

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Raphael Wolf

Bremen - Von Carsten Sander - Gesucht wurde der Nachfolger von Torwart Tim Wiese . Gehofft hatten die Werder-Fans auf Michael Rensing, Thomas Kraft oder Kevin Trapp. Geworden ist es Raphael Wolf (23) vom österreichischen Bundesliga-Absteiger SV Kapfenberg. SV was? Raphael wer?

Werder hat einen absoluten Bundesliga-Nobody aus der europäischen Fußball-Provinz mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet, um ihn in den Zweikampf mit dem bisherigen Wiese-Vertreter Sebastian Mielitz zu schicken. Es wird, verspricht Trainer Thomas Schaaf in einer Mitteilung des Clubs, „eine Konkurrenzsituation auf hohem Niveau, so wie wir es uns gewünscht haben. Auf der Position zwischen den Pfosten haben wir jetzt sehr gute Kandidaten.“

Das lässt sich an Raphael Wolfs bisheriger Vita nicht unbedingt ablesen. Geboren in München, aufgewachsen in Pfaffenhofen, ausgebildet bei der Spvgg. Unterhaching und dem Hamburger SV, wo er von 2007 bis 2009 zum Profi-Kader gehörte, aber nur in der Regionalliga zum Einsatz kam. Die Profi-Karriere startete er erst in der Obersteiermark beim SV Kapfenberg. Drei Jahre lang (104 Einsätze) hütete Wolf dort das Tor. Es war für ihn gewissermaßen der zweite Bildungsweg (siehe Interview links), der vor wenigen Tagen mit dem Abstieg aus der Tipp3-Bundesliga endete. Aber: Raphael Wolf gilt als Gewinner unter Verlierern. Seine Leistungen waren trotz der 64 Gegentore in 36 Partien überwiegend gut. Weshalb sich viele andere Clubs um ihn bemüht haben. Das weiß jedenfalls Zlatko Junuzovic zu berichten. „Einige namhafte Vereine wollten ihn haben. Raphael hat schon bewiesen, dass er Qualität hat. Ich glaube, dass er eine gute Verstärkung für uns ist“, meint der Österreicher, der erst im Winter von Austria Wien zu Werder gewechselt war und zuvor achtmal gegen Kapfenberg gespielt hat: „Ich glaube, ein-, zweimal habe ich auch gegen Raphael getroffen“, grinst Junuzovic.

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Bremens Torwart-Trainer Michael Kraft attestiert Wolf, in den vergangenen Jahren „einen großen Sprung“ in seiner Entwicklung gemacht zu haben. Und der Grund, weshalb sich Werder für ihn entschied, ist nicht nur, dass er ablösefrei zu haben und als Bundesliga-Anfänger noch mit vergleichweise bescheidenen Gehaltswünschen dahergekommen war. „Seine Qualitäten haben uns überzeugt“, sagt Schaaf. Kraft erläutert: „Raphael Wolf ist uns schon vor zwei Jahren angeboten worden. Er bringt mit, was weltweit mittlerweile von Torhütern gefordert ist. Er ist beidfüßig, ein guter Fußballer, kann als zusätzlicher Feldspieler ins Spiel eingebunden werden.“ So wie es Marc-Andre ter Stegen bei Borussia Mönchengladbach mache, sagt Kraft.

Ein mutiger Vergleich, der aber klar macht, wie die Ansprüche definiert sind. Werder will in der Post-Wiese-Ära moderner werden im Tor. „Er hat perfekt in unser Anforderungsprofil gepasst“, sagt dazu Geschäftsführer Klaus Allofs über Wolf – und ergänzt: „Er hat großes Entwicklungspotenzial.“

Aber eben noch keine Erfahrung in einer der stärksten Ligen der Welt. Weil das mit Abstrichen auch für den noch ein Jahr jüngeren Sebastian Mielitz (15 Bundesliga-Einsätze) gilt, geht Werder auch ein Risiko ein. Was, wenn beide ein uneingelöstes Versprechen bleiben? Dann haben die Bremer ein Problem zwischen zwei Pfosten. Hinter dem Talent-Duo bleibt Christian Vander (31) die Nummer drei. Und für die Regionalliga-Truppe wird in Kürze die Verpflichtung des Österreichers Richard Strebinger (19) von Hertha BSC II erwartet.

Zur Person

Raphael Wolf

Geboren: 6. Juni 1988 in München

Größe:1,92m

Position:Tor

Bish. Clubs: FSV Pfaffenhofen, MTV Pfaffenhofen, FC Tegernbach, Spvgg. Unterhaching, Hamburger SV (2004 - 2009), SV Kapfenberg (2009 - 2012).Privat: Unverheiratet, ein Sohn (3 Jahre).

Kommentare

BorowkaAntwort
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Was hast du für einen scheiß Namen???

KaLo
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K.A. hätte den Usami holen sollen. Der hätte bei uns bestimmt super eingeschlagen. Und für die Medien in Japan vor allem wäre es auch super gewesen. Warum immer nur in anderen Stadien 20 nebeneinander sitzende
Japanische Fotografe oder Fans. Jetzt spielt er mit wiese auf dem Rasen.

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