Füllkrug und Harnik stürmen künftig für den Erstliga-Absteiger

Zwei Ex-Bremer zieht es nach Hannover

Hannovers Trainer Daniel Stendel (Mitte) mit seinem neuen Sturm: Martin Harnik (links) kommt vom VfB Stuttgart, Niclas Füllkrug vom 1. FC Nürnberg. - Foto: imago

Hannover - Niclas Füllkrug und Martin Harnik kommen aus dem Süden zurück in den Norden – aber nicht zurück zu Werder. Beide unterschrieben gestern bei Erstliga-Absteiger Hannover 96, der damit an einem Tag einen völlig neuen Sturm für die Mission Wiederaufstieg präsentierte. Bei Füllkrug hatte sich der Wechsel abgezeichnet, bei Harnik ist es eine ziemlich große Überraschung.

Nach dem Abstieg des VfB Stuttgart war der 29-jährige Österreicher vertragslos, ablösefrei und auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Eine offenbar schwierige Suche. Der Hamburger SV soll mal Interesse gehabt haben, ein Transfer kam jedoch nicht zustande – auch zu keinem anderen deutschen Erstligisten. Deshalb sah er sich zuletzt auch in China um. „Ich war fünf Tage dort und habe mit einem Verein verhandelt. Der Hauptgedanke lag hier ehrlicherweise im finanziellen Bereich“, räumte Harnik auf der 96-Homepage ein: „Aber ich bin schnell zu der Erkenntnis gekommen, dass ich dem Geld nicht alles unterordnen möchte. Ich bin in einem Alter, in dem ich sportlich noch etwas erreichen kann und will. Deshalb stimmen die Ziele von Hannover 96 und mir auch perfekt überein. Wir wollen in die Bundesliga.“

Die Verantwortlichen freuen sich auf einen erfahrenen Stürmer, der keine lange Eingewöhnung braucht. „Martin kennt viele Spieler aus der Mannschaft und auch die deutschen Ligen. Er wird unserer jungen Truppe auch außerhalb des Platzes sehr gut tun“, sagte Geschäftsführer Martin Bader über den Angreifer, der von 2006 bis 2009 bei Werder war. Für wie lange er in Hannover unterschrieb, gaben die Verantwortlichen nicht bekannt.

Gleiches gilt im Fall Füllkrug. Den zweiten neuen 96-Stürmer hätten die Bremer vor der Saison per Option für 1,8 Millionen Euro vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg (Vertrag bis 2017) zurückkaufen können – sie ließen die bis Ende Mai gültige Frist aber verstreichen. Nun schlug Hannover 96 zu und stattete Füllkrug mit einem „langfristigen Vertrag“ aus, wie der Club mitteilte. Zur Ablösesumme machten die 96er keine Angaben, zuletzt wurde über eine Summe zwischen 2,5 und 3,5 Millionen Euro spekuliert.

„Als das Angebot aus Hannover kam, gab es für mich keine langen Überlegungen. Ich wollte unbedingt zu 96 und habe mich auch bewusst gegen Anfragen aus der ersten Liga entschieden“, sagte Füllkrug auf der Clubhomepage: „Es war ein schneller und emotionaler Entschluss. Ich möchte sogar so weit gehen, dass es eine Herzensentscheidung ist. Deshalb ist meine Freude auch riesig, dass es endlich geklappt hat und ich in meiner Geburtsstadt spielen kann.“ Hannover hatte den Deal gestern Mittag vermeldet – und ist stolz darauf, wie der Sportliche Leiter Christian Möckel betonte: „Niclas hat gerade in der vergangenen Saison mit seinen Toren bewiesen, wie wichtig er für eine Mannschaft sein kann. Außerdem passt er als gebürtiger Ricklinger perfekt in unser Anforderungprofil.“

Füllkrug spielte von 2006 bis 2013 bei Werder, konnte sich bei den Profis aber nicht durchsetzen – und wechselte zunächst zu Greuther Fürth, dann nach Nürnberg. Beim „Club“ spielte er eine vorzügliche Zweitliga-Saison (14 Tore/vier Vorlagen) und scheiterte im Mai erst in der Aufstiegs-Relegation an Eintracht Frankfurt. - mr/sid

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