Bremen unterliegt Köln

Werder verliert erneut: Trainer Dutt vor dem Aus

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Werder Spieler Zlatko Junuzovic (r) und Kölns Spieler Kevin Vogt kämpfen um den Ball.

Bremen - Schon wieder verloren: Für Trainer Robin Dutt gehen beim Bundesliga-Schlusslicht Werder Bremen wohl die Lichter aus.

Resigniert saß Robin Dutt auf der Bank und registrierte mit verbitterter Miene den nächsten Tiefpunkt von Bundesliga-Schlusslicht Werder Bremen - und womöglich das Ende seiner Amtszeit. Eine bittere Heimpleite gegen Aufsteiger 1. FC Köln hat die Krise bei den Hanseaten weiter verschärft. Die Bremer kassierten nach einer erneut glanzlosen Vorstellung zum Auftakt des neunten Bundesliga-Spieltags am Freitag durch ein Tor von Joker Anthony Ujah eine 0:1 (0:0)-Niederlage, womit der umstrittene Coach nur noch wenige Argumente für eine Weiterbeschäftigung hat.

Werder baute vielmehr seinen Fehlstart mit nun neun Saisonspielen ohne Sieg aus und bleibt mit nur vier Punkten Liga-Schlusslicht. Manager Thomas Eichin wollte sich nicht klar zum Trainer positionieren. „Es gilt, Ruhe zu bewahren, eine Nacht darüber zu schlafen und mit dem Trainer die Situation zu analysieren“, sagte Eichin dem TV-Sender Sky. Man müsse stark genug sein, das auszuhalten. Er gehe davon aus, dass Dutt im Pokalspiel gegen Chemnitz auf der Bank sitze, „aber ich möchte mich nicht wieder an den Diskussionen beteiligen“.

Dutt sprach nach der Niederlage von einer „puren Enttäuschung“. Die Mannschaft habe zu wenig Torgefahr entwickelt. „Nach dem 0:1 ist von der Körpersprache her was passiert. Mein Vertrauen in die Mannschaft ist unendlich“, ergänzte Dutt und ist zuversichtlich, dass er Trainer bleibt. „Warum sollte ich nicht davon ausgehen?“

Der FC sammelte dagegen eine Woche nach dem 2:1 gegen Borussia Dortmund weiter fleißig Punkte für den Klassenverbleib und ist mit zwölf Zählern Tabellenneunter. Ujah besiegelte den ersten Kölner Sieg in Bremen seit dem 1. Dezember 1995 in der 59. Minute wenige Sekunden nach seiner Einwechslung, als er auf Vorlage von Dusan Svento den Bremer Schlussmann Raphael Wolf mit einem Beinschuss überwand. „In der zweiten Halbzeit haben wir es ganz geschickt gemacht. Wir haben gespürt, dass der Druck auf Werder größer wird, wenn nichts funktioniert. Es war die richtige Entscheidung, einen zweiten Stürmer zu bringen“, sagte FC-Trainer Peter Stöger und Kevin Vogt ergänzte: „Wir sind ein Team und kommen über die Geschlossenheit.“

„Es gibt keine Alternative zu einem Sieg“, hatte Dutt die Marschroute vor dem für ihn so eminent wichtigen Spiel ausgegeben. Entsprechend engagiert gingen die Bremer das Duell vor 42 100 Zuschauern im Weserstadion an. Mit frühem Pressing setzten die Grün-Weißen die Kölner schon in der eigenen Hälfte unter Druck. Doch wieder einmal fehlten die spielerischen Mittel, um die sehr diszipliniert auftretenden Rheinländer ernsthaft in die Bredouille zu bringen.

So dauerte es bis zur 28. Minute, ehe Werder zum ersten Torschuss kam. Doch Fin Bartels setzte den Ball über das Tor, nachdem Kölns Schlussmann Timo Horn zuvor eine Flanke unterlaufen hatte. So sorgte eine von WM-Schiedsrichter Felix Brych geahndete Schwalbe von Zlatko Junuzovic noch für den größten Aufreger im ersten Durchgang.

Die Kölner machten es Werder aber auch schwer. Die Elf von Trainer Peter Stöger stand dicht gestaffelt in der eigenen Hälfte und sorgte kaum für Räume. In der Offensive beließ es der FC bei vereinzelten Kontern, die aber stets gefährlich waren. Bei einem der schnellen Gegenstöße zwang Daniel Halfar den jungen Werder-Schlussmann Wolf zu einer Parade (29.).

Mit zunehmender Spieldauer agierten die Bremer einfallsloser und mitunter auch verunsichert. Der FC traute sich immer mehr zu und hatte kurz nach Wiederanpfiff die große Chance zur Führung. Nach Flanke von Simon Zoller konnte Kapitän Clemens Fritz den einschussbereiten Svento gerade noch am Torschuss hindern (47.). So kam das Führungstor von Ujah gar nicht mal überraschend.

Und Werder? Ein Schuss aus 18 Metern entschärfte Horn mit einer Flug-Einlage (56.). Dazu hatte der FC Glück, als Hajrovic kurz nach dem Gegentreffer den Pfosten traf (61.). Danach wirkte Werder zunehmend verkrampft, die Kölner hatten kaum mehr Probleme die hilflos wirkenden Angriffe der Gastgeber abzuwehren.

dpa/SID

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