Werder verlängert mit Skripnik bis 2018

Der fast Gefeuerte ist jetzt der Mann der Zukunft

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Sie reichen sich die Hand für eine bessere Zukunft. Die Werder-Geschäftsführung um Sportchef Frank Baumann (re.) setzt auch über die anstehende Saison hinaus auf Trainer Viktor Skripnik. 

Bremen - Von Carsten Sander und Björn Knips. Die Pressekonferenz zum Vorbereitungsstart bei Werder Bremen hatte schon die Nachspielzeit erreicht – quasi den Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ –, als Frank Baumann noch mal das Wort ergriff.

„Ich hab’ da noch was“, murmelte der neue Werder-Geschäftsführer und verkündete die Nachricht des Tages: Der Vertrag mit Chefcoach Viktor Skripnik und seinem Trainerteam wurde vorzeitig bis 2018 verlängert. Der bisherige Kontrakt wäre 2017 ausgelaufen.

Ein Jahr plus also für Skripnik sowie seine Co-Trainer Torsten Frings, Florian Kohfeldt und Christian Vander – das soll vermitteln, wie groß das Vertrauen der Vereinsspitze trotz des Beinahe-Abstiegs in der vergangenen Saison in die sportliche Leitung ist. „Wir sind überzeugt, dass Viktor der richtige Mann für uns ist“, sagte Baumann also, was er sagen musste.

Deckungsgleich hatte er sich auch schon bei seinem Amtsantritt im Mai geäußert. Skripnik hatte zuvor den Club-internen, aber nicht von ihm initiierten Machtkampf mit seinem damaligen Chef Thomas Eichin gewonnen. Er durfte bleiben, Eichin musste gehen. Dass eine Vertragsverlängerung mit dem Trainer der logische nächste Schritt sein würde, war klar. Nun ist er gemacht, und Baumann mühte sich, die Richtigkeit der Entscheidung herauszuarbeiten. Wie? Er lobte Skripnik und dessen Mitarbeiter einfach über den grün-weißen Klee. Erstens: Skripnik habe sich in der vergangenen Saison und in der davor als „krisenresistent“ erwiesen. Zweitens: „Er hat Spieler entwickelt, hat sie besser gemacht.“ Drittens: „Er hat uns fußballerisch nach vorne gebracht.“ Und viertens: Nein, das Viertens hat nichts mit Skripnik selbst zu tun, sondern mit Werder und seiner Geschichte. Der Verein sei immer stark geworden, „wenn wir Kontinuität auf dem Trainerposten hatten“, meinte Baumann, der es offenbar für möglich hält, dass sich Viktor Skripnik zum nächsten Thomas Schaaf oder Otto Rehhagel entwickelt. „Wir haben“, sagte er, „einen guten Trainer.“

Die Meinungen darüber waren in der vergangenen Saison weit auseinandergegangen. Und man kann sich vorstellen, dass es für Viktor Skripnik nicht einfach gewesen sein muss, die Diskussionen um seine Person zu verarbeiten. Dass sich das Blatt für ihn binnen zwei Monaten so grundlegend gewendet hat und aus dem schon so gut wie Entlassenen ein Mann für die Zukunft geworden ist, „freut mich natürlich“, sagte er gestern. Mehr Einblick in sein Seelenleben gewährte er allerdings nicht. Der 46-Jährige beließ es bei einem „Jeder hat seine emotionale Seite“ und bei dem Hinweis, dass er nie einen Wink bekommen habe, dass sein Stuhl wackele. Auch Eichin „hat immer zu mir gesagt, dass ich der Trainer für die nächste Saison bin“.

Das ist er jetzt ja auch. Und laut Plan für die übernächste noch dazu. Werder-Kapitän Clemens Fritz, der bei der Pressekonferenz ebenfalls mit auf dem Podium saß und bis zu Baumanns Nachschlag-Nachricht schon länger nichts mehr gefragt worden war, sagte noch, dass er und die Mannschaft sehr einverstanden seien mit der Vertragsverlängerung des Trainers. „Wir freuen uns, dass es weitergeht mit ihm.“

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