Werder startet ins neue Jahr und Trainer Skripnik verspricht: „Es wird alles okay bei uns“

„Ich vertraue meinen Jungs“

+
Chefcoach Viktor Skripnik packte gestern selbst mit an und beförderte die Trainingstore auf dem vom Schnee befreiten Platz an die richtige Stelle.

Bremen - Auf der Suche nach den richtigen Worten landet der Blick von Viktor Skripnik bei Jannik Vestergaard. „Seht dahin“, befiehlt der Werder-Chefcoach den Journalisten: „Da steht eine Granate.“ Skripnik grinst zufrieden. Der Riese Vestergaard mit seinen fast zwei Metern kommt ihm im Medienbereich des Weserstadions gerade Recht, um eine Hauptaussage beim Trainingsauftakt zu bekräftigen. „Ich vertraue meinen Jungs“, hatte Skripnik zuvor immer wieder betont, damit alle Fragen zu den Shopping-Touren der Konkurrenz im Abstiegskampf abgewiegelt und schließlich noch versprochen: „Es wird alles okay bei uns.“

Skripnik wirkt beim Trainingsstart ins neue Jahr erholt. Er weiß genau, was ihn erwartet. Natürlich möchten die Journalisten hören, wie Skripnik Werder vom Relegationsplatz in Sicherheit bringen will. „Wir müssen fit werden“, nennt er als erstes. „Wir müssen weniger Fehler machen“, als zweites. Erreicht werden soll das mit harter Arbeit und vielen Gesprächen. „Ich werde mit jedem Spieler reden“, kündigt der 46-Jährige an. Er sieht sich dabei nicht als Zuchtmeister: „Ich werde nicht schimpfen. Ich werde menschlich sein, denn jeder macht Fehler.“

Bei Werder waren es in der Hinrunde zu viele Fehler. Deshalb gab es nur 15 Punkte, deshalb überwintert der Traditionsclub auf Platz 16, deshalb herrscht in Bremen Abstiegsangst. Aber nicht bei Skripnik. „Wir sind nicht ratlos“, hält er bei diesem Thema sofort dagegen: „Die Situation ist für mich nicht neu. Ich habe doch selbst gespielt. Als Trainer habe ich das schon erlebt. Werder Bremen ist seit vier Jahren in dieser Situation. Deswegen müssen wir jetzt nicht weinen. Wir haben genug Qualität.“ Natürlich ist er vom Klassenerhalt fest überzeugt. Und er sieht sich gegenüber der Situation vor einem Jahr, als Werder ebenfalls als 16. in die Rückrunde startete, im Vorteil: „Damals war alles neu für mich, ich war erst ein paar Monate dabei. Ich weiß jetzt, wo es langgeht. Mein Trainerteam auch. Und wir sind voll überzeugt von den Jungs.“

Da war es wieder – das große Vertrauen in die eigene Stärke. Werders Winter-Motto. Sportchef Thomas Eichin hat damit angefangen, Skripnik setzt es fort – und die Spieler reden längst genauso (siehe Text unten). Anders geht es auch nicht, denn Werder fehlen schlichtweg die Mittel, um einen anderen Weg zu gehen. Eichin darf sich zwar auf dem Transfermarkt umschauen, aber nicht mitbieten. Nur wenn ein Schnäppchen auftaucht, kann er vielleicht zuschlagen.

Bis dahin muss es das vorhandene Personal richten – inklusive des Trainers. Der steht nun gewaltig unter Druck. Vor einem Jahr hat Skripnik Werder gerettet, aber anschließend auch wieder abstürzen lassen. Jetzt muss er beweisen, dass er dauerhaft für Erfolg stehen kann. Seine bislang schwierigste Aufgabe? „Nein“, erwidert der Ex-Profi: „Die fünf Niederlagen in Folge waren schwieriger.“ Diese Horrorserie in der Hinrunde hat er beenden können. Jetzt glaubt er erneut an die Wende. „Positiv denken“, fordert Skripnik deshalb: „Vor einem Jahr haben wir das Wunder geschafft. Wir können es wieder schaffen.“

kni

Trainingsauftakt bei Werder Bremen

Mehr zum Thema:

Verdiana - der Samstag

Verdiana - der Samstag

41. Düshorner Flohmarkt

41. Düshorner Flohmarkt

Weinfest in Achim

Weinfest in Achim

Familientag in Diepholz

Familientag in Diepholz

Meistgelesene Artikel

Bauer freut sich schon auf Bayern

Bauer freut sich schon auf Bayern

Skripnik fühlt sich wie „der Arsch der Welt“

Skripnik fühlt sich wie „der Arsch der Welt“

Der FC Bayern im Schnellcheck

Der FC Bayern im Schnellcheck

Lotte gewinnt 2:1 gegen Werder

Lotte gewinnt 2:1 gegen Werder

Kommentare