Werder spielt zum Abschluss 1:0 und 2:2 

Applaus für Kleinheisler, Pluspunkte für Bartels

Der Mann, der Werders Spielrhythmus mitbestimmen soll, ist zurück. Vizekapitän Zlatko Junuzovic gab gegen seinen Ex-Club Austria Wien sein Comeback.
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Der Mann, der Werders Spielrhythmus mitbestimmen soll, ist zurück. Vizekapitän Zlatko Junuzovic gab gegen seinen Ex-Club Austria Wien sein Comeback.

Belek - Heute Morgen um kurz vor acht Uhr setzt sich der Flieger aus Antalya in Bewegung. Werder Bremens zehntägiges Wintertrainingslager im türkischen Belek ist vorbei. Zum Abschluss gab es gestern im zweiten Testspiel-Doppelpack ein knappes 1:0 gegen Inter Baku und ein 2:2 gegen Austria Wien.

„Heute kam es noch mal darauf an, zu beißen und an die Grenzen zu gehen. Das hat jeder getan“, urteilte Trainer Viktor Skripnik: „Aber man hat auch gesehen, dass wir noch Defizite ohne Ende haben.“In den letzten beiden Tests vor dem Bundesligastart auf Schalke (24. Januar) hatte Skripnik seine Teams nicht in A- und B-Formation aufgeteilt, sondern bunt durchgemischt. Die Erklärung des Trainers: „Ich wollte nicht, dass jemand die Motivation verliert – sondern dass jeder Spieler das Gefühl hat, erste Wahl zu sein. Für die Rückrunde brauchen wir selbstbewusste Leute.“

Werder - Inter Baku 1:0 (1:0): Gegen den Club aus Aserbaidschans Hauptstadt, der in etwa deutsches Drittliga-Format hat, trugen die Testspieler Jordan Morris (mit der Rückennummer 52) und Laszlo Kleinheisler (51) erstmals das Werder-Trikot. Die ersten Eindrücke: Morris hatte es im Sturm schwer, bekam wenig Anspiele, wirkte aber auch platt. Kleinheisler war im rechten Mittelfeld quirlig, giftig und ballsicher, erhielt nach jeder gelungenen Aktion (und davon gab es einige) Beifall von der Werder-Fans auf den Rängen.

Bilder vom Test gegen Baku

Die Kollegen wurden kaum beklatscht. Kein Wunder, denn Werder war gegen einen extrem tiefstehenden und nur auf Konter bedachten Gegner zwar klar spielbestimmend, kam aber nicht gefährlich vors Tor. Kurz vor der Pause dann aber doch mal: Morris bediente von links mit dem Außenrist Sturmpartner Claudio Pizarro, der aus kurzer Distanz vollstreckte – 1:0 (43.). Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Werder überlegen, aber nicht zwingend genug. Die Bremer schafften es nicht mehr, den blauen Beton aus Baku zu knacken und gewannen letztlich ebenso knapp wie die eigene U23 zwei Tage vorher (Tor durch Enis Bytyqi). „Man hat gesehen, dass wir am Ende des Trainingslagers sind, die Kräfte haben nachgelassen“, meinte Sportdirektor Rouven Schröder: „Aber sicher geht da mehr. Es gab viele Dinge, die noch nicht gepasst haben.“

Werder: Oelschlägel - Gebre Selassie, Hüsing, Vestergaard, Sternberg (10. Fritz), U. Garcia, Eggestein, Grillitsch, Kleinheisler, Morris, Pizarro (61. Lorenzen).

Werder - Austria Wien 2:2 (1:0): Zlatko Junuzovic führte Werder als Kapitän aufs Feld. Der Österreicher gab gegen seinen Ex-Verein (wie erwartet) sein Comeback nach einer Schultereckgelenksprengung – uns sorgte gleich für großes Bangen. Nach einem harten Zweikampf blieb der 28-Jährige liegen und musste behandelt werden. Es war aber nicht wieder die Schulter, sondern der Oberschenkel. Und es war nicht schlimm, er konnte weitermachen. Kurz darauf stand’s dann schon 1:0 für die Bremer. Fin Bartels hatte einen Austria-Fehler ausgenutzt, den Keeper umkurvt und eingeschoben (6.).

Nach ordentlicher erster Hälfte war der auffällige Bartels auch an der zweiten gefährlichen Aktion beteiligt. Er wurde im Wiener Strafraum gelegt, Elfmeter für Werder – und der neue Schütze Nummer eins, Claudio Pizarro, saß nur auf der Tribüne. Da schnappte sich Levin Öztunali den Ball und drosch ihn humorlos in die Mitte – 2:0 (48.). Werder kann also doch noch Elfmeter verwandeln! Austria gab sich jedoch nicht geschlagen und verkürzte durch Olarenwaju Kayode auf 1:2 (52.). Santiago Garcia (72./Pfosten) und Giorgi Papunashvili verpassten anschließend das 3:1 – und das rächte sich. In der Schlussminute glich David de Paula für Austria aus.

Nach dem Schlusspfiff war der sportliche Teil des Trainingslagers beendet. „Ich bin hochzufrieden, wie es gelaufen ist. Wir haben sehr intensiv gearbeitet“, bilanzierte Skripnik. Am Wochenende müssen die Bremer Profis nicht am Weserstadion erscheinen. „Sie sollen bei ihren Familien ein bisschen abschalten“, sagte Skripnik. Jeder bekommt aber einen Laufplan in die Hand gedrückt, den er absolvieren muss. Am Montag (15 Uhr) beginnt dann mit dem ersten Teamtraining der Woche die Vorbereitung auf Schalke.

Werder: Wiedwald - Guwara, Galvez, Fröde, S. Garcia, Kroos, Junuzovic, Papunashvili, (79. von Haacke), Öztunali, Bartels (84. Verlaat), Ujah.

mr

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