Toller Auftritt beim Abschlusstraining vor Augsburg-Spiel

Gnabry zaubert schon, kann er das auch in der Bundesliga?

+
Spektakulär, blitzschnell und torgefährlich: Serge Gnabry verzückte die 150 Zuschauer bei Werders Abschlusstraining für das Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Augsburg.

Bremen - Von Björn Knips. Ball mitgenommen, kurzer Blick aufs Tor, Linksschuss – drin ist er: Serge Gnabry verzückte am Samstag die 150 Fans bei Werders Abschlusstraining für das Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Augsburg (Sonntag, 15.30 Uhr).

Der Neuzugang vom FC Arsenal ist offenbar immer noch in seiner bestechenden Olympia-Form. Trainer Viktor Skripnik wäre verrückt, wenn er den 21-Jährigen nicht sofort in die Startelf beordern würde. „Er ist ein Kandidat für alles“, hatte sich Skripnik am Freitag auf der Pressekonferenz noch etwas zurückhaltend geäußert, aber immerhin noch angefügt: „Seine Qualität haben wir schon ein bisschen im Training gesehen.“ 

Gnabry ist einer, der den Unterschied machen kann. Das hat er auch unter der Woche in der deutschen U 21-Nationalmannschaft bewiesen. Am 1:0-Siegtreffer in der EM-Qualifikation gegen Finnland war er maßgeblich beteiligt. Allerdings: Kann Gnabry auch Bundesliga? Es wäre gegen Augsburg auch seine Premiere im deutschen Fußball-Oberhaus. 

Schon mit 16 Jahren wechselte Gnabry vom VfB Stuttgart zum FC Arsenal nach London. Letztlich durchsetzen konnte er sich dort nicht. Nun versucht er in Bremen einen Neuanfang. Und sein Papa hilft ihm dabei. Der Ex-Nationalspieler der Elfenbeinküste ist eigens aus der gemeinsamen Wohnung in London angereist. „Ich bin eine Woche lang hier und helfe ein bisschen bei der Wohnungssuche“, sagte Jean-Hermann der „Bild“.

Besondere familiäre Unterstützung genießt gerade auch Zlatko Junuzovic. Der frisch gebackene Papa bekam beim Abschlusstraining nicht nur Besuch von seiner Frau Katharina und Sohnemann Clemens, sondern auch von seinen Eltern, die extra aus Österreich angereist sind. Sie werden ihm natürlich auch im Stadion die Daumen drücken. Und wer weiß, vielleicht hilft das ja bei Junuzovic’ Spezialdisziplin Freistöße. „Standards können nützlich sein“, sagt Junuzovic. Doch es sei ein Fehler, sich allein darauf zu verlassen: „Wir müssen aus dem Spiel heraus agieren.“

Aber einfach wird das nicht, denn Werder ist überhaupt nicht eingespielt. Das fängt schon in der Abwehr an. Der angedachte Abwehrchef Niklas Moisander fällt verletzungsbedingt aus. Für ihn wird wohl Luca Caldirola neben Lamine Sane verteidigen. Mal wieder ein neues Abwehrzentrum. Natürlich könnte Skripnik neben Sane auch Fallou Diagne vertrauen, doch dieses Experiment ging beim 0:6 in München gehörig schief. Als Ersatz für den verletzten Linksverteidiger Santiago Garcia bieten sich Janek Sternberg und Robert Bauer an. Sternberg wäre die konservative Variante, der forsche Bauer bietet da etwas mehr Phantasie, aber auch Risiko. Trotzdem wird der Neuzugang den Vorzug bekommen.

Im Mittelfeld wird Skripnik auf das bewährte Zentrum mit Florian Grillitsch als Sechser sowie davor mit Clemens Fritz und Junuzovic setzen. Immerhin ein bisschen Stabilität für ein ziemlich wackeliges Gerüst. Denn auch auf der linken Seite gibt es eine Premiere: Dort soll Neuzugang Gnabry wirbeln. So wie es Fin Bartels in der vergangenen Saison oftmals auf der Außenposition gemacht hat. In dieser Saison ist der 29-Jährige noch nicht richtig in Form, trotzdem steht er wohl in der Startelf. Es fehlen schlichtweg die Alternativen. Sambou Yatabare ist aktuell ebenso keine wie Neuzugang Florian Kainz.

Und ganz vorne? Ohne Claudio Pizarro ist es nur ein Stürmchen. Es sei denn, Aron Johannsson hat in der Länderspielpause einen Riesensprung gemacht. Gegen die Bayern war ihm bei seinem Comeback die elfmonatige Verletzungspause noch deutlich anzumerken. Eine Woche später im Test gegen Landesligist Kickers Emden ließ es der US-Nationalspieler dann krachen. „Die fünf Tore waren wichtig für Aron“, freute sich Skripnik. Er vertraut dem 25-Jährigen – und eben nicht Talent Johannes Eggestein. Der 18-Jährige soll in seiner ersten Saison bei den Männern erst einmal bei der U 23 Spielpraxis in der Dritten Liga sammeln – wie am Samstag bei der 0:1-Niederlage in Duisburg. 

Am Sonntag kann Eggestein seine Kollegen dann von der Tribüne aus anfeuern. Und das können sie gut gebrauchen. Es wird spannend, wie das Publikum nach dem Pokalaus in Lotte und dem 0:6-Desaster von München reagieren wird. Die Geduld dürfte jedenfalls nicht mehr so groß sein wie in der Vergangenheit. Skripniks Plan: „Wenn wir gleich Gas geben, dann stehen die Fans sofort hinter uns. Das wollen wir zeigen – eine ganz andere Körpersprache.“ Wenn nicht, dann wird es ungemütlich.

Mehr zum Thema:

Schnuppertag an der Sekundarschule Rahden

Schnuppertag an der Sekundarschule Rahden

8. Brinkumer Adventsmarkt

8. Brinkumer Adventsmarkt

Visselhöveder Weihnachtszauber

Visselhöveder Weihnachtszauber

13. Weihnachtsmarkt in Siedenburg

13. Weihnachtsmarkt in Siedenburg

Meistgelesene Artikel

Nouri: "Haben uns für viel Herz belohnt"

Nouri: "Haben uns für viel Herz belohnt"

Bartels bescheiden: "Das war ein gemeinschaftliches Tor"

Bartels bescheiden: "Das war ein gemeinschaftliches Tor"

Werder II verliert gegen Halle mit 0:2

Werder II verliert gegen Halle mit 0:2

Werder kann doch noch gewinnen: Bremen verlässt Relegationsplatz

Werder kann doch noch gewinnen: Bremen verlässt Relegationsplatz

Kommentare