Werder schöpft nach 3:3 gegen Berlin neuen Mut – auch dank der Neuzugänge

Besser gemacht

+
Jubel vor der Ostkurve – und einer ist erstmals dabei: Papy Djilobodji (2. von rechts) feiert den Ausgleich, den Santiago Garcia (2. von links) und Claudio Pizarro in Co-Produktion erzielt hatten.

Bremen - Es ist nicht lange her, da galt Werder Bremen als Abstiegskandidat Nummer eins. Während sich die Konkurrenz eifrig durch den Winter shoppte, erzählte Sportchef Thomas Eichin, dass er von Transfers im Januar wenig hält.

Gleichzeitig musste Trainer Viktor Skripnik durchwachsene Testspielergebnisse erklären. Und nun? Nach vier Punkten aus zwei Rückrundenspielen mit dem spektakulären 3:3 gegen Berlin frisch im Gedächtnis muss es heißen: Die Bremer haben es und vor allem sich besser gemacht. Den Relegationsplatz konnten sie allerdings noch nicht verlassen. „Mit den beiden Neuen haben wir es gut getroffen“, sagte Skripnik. Er meinte Papy Djilobodji, der aus der Abwehr nicht mehr wegzudenken ist, und Laszlo Kleinheisler, der vielleicht schon bald aus dem Mittelfeld nicht mehr wegzudenken ist. Noch gibt der kleine Ungar den Joker, doch auch das stimmt Teamkollege Zlatko Junuzovic schon sehr zufrieden: „Wir können jetzt auch von der Bank aus reagieren.“

Bald wahrscheinlich sogar noch mehr, denn in Sambou Yatabare steht der nächste Neue bereits in den Startlöchern. Möglicherweise wird auch Milos Veljkovic, der heute verpflichtet wird (siehe nebenstehenden Bericht), zu einer Alternative. „Wir haben mehr Qualität im Kader“, urteilte Skripnik. Aber nicht nur das machte ihn glücklich, sondern einmal mehr die besondere Einstellung seiner Mannschaft. „Ich habe immer gesagt, dass die Jungs einen tollen Charakter haben“, betonte der Coach und legte sich fest: „Diese Mannschaft steigt nicht ab.“

Dieses Versprechen hatte er vor zwei Wochen noch nicht gewagt. Jetzt wirkt der 46-Jährige selbstbewusster. So wie seine Mannschaft. Der Glaube an die eigene Stärke ist durch den Sieg auf Schalke und den Punkt gegen Berlin wieder da. Die harte Trainingsarbeit hat sich ausgezahlt. Die Mannschaft wirkt nicht nur extrem fit, sondern auch ballsicherer. Gegen den Tabellendritten aus Berlin übernahmen die Bremer nach kurzer Zeit sogar die Spielkontrolle. „Wenn wir da mal in Führung gehen“, sehnte Skripnik den nächsten Schritt herbei.

Am Samstag hatte es damit nicht geklappt. Schlimmer noch. Nach zwei Fehlern von Keeper Felix Wiedwald führten die Gäste etwas überraschend durch die Treffer von Vladimir Darida (29.) und Marvin Plattenhardt (41.) mit 2:0. Dem Bremer Anschlusstreffer von Fin Bartels (67.) ließ die Hertha sofort das 3:1 durch Salomon Kalou (71.) folgen. Ein Tiefschlag, aber kein Niederschlag. „Wir wissen, dass wir bis zum Schluss kämpfen müssen, weil bei uns alles möglich ist“, berichtete Junuzovic und grinste stolz. Denn es war auch so etwas wie eine Drohung an die Konkurrenz: Diese Bremer sollte man niemals abschreiben. Im Weserstadion schon mal gar nicht. Dort sitzen nämlich Fans, die bei einem 1:3-Rückstand nicht pfeifen, sondern aufstehen und anfeuern. Dafür gab es „ein großes Kompliment“ von Eichin. Und Bartels schwärmte: „Es hat gebrodelt. Wir haben die Zuschauer im Rücken gespürt. Es gab für uns nur noch eine Marschroute: nach vorne!“

Da wurde dann Claudio Pizarro zum Matchwinner. Der Peruaner verwandelte erst einen Strafstoß (75./Foul an Ujah), dann bescherte ihm seine Haarpracht einen weiteren Treffer, den eigentlich Santiago Garcia erzielt hatte. „Ich war noch dran“, versicherte Pizarro – und die DFL entschied für den 37-Jährigen. Es war bereits sein dritter Rückrundentreffer. In den vergangenen vier Pflichtspielen hat er immer getroffen. Auch für ihn läuft es immer besser.

Das macht Mut. Gleichzeitig bleibt Skripnik auf der Hut. Jetzt bloß nicht nachlassen. Deshalb lautet das Motto des Trainers: „Wir sind 16., wir sind unzufrieden, wir wollen weiter liefern.“ Und zwar schon am Freitagabend in Mönchengladbach.

kni

Mehr zum Thema:

Nahe Idomeni entsteht neues improvisiertes Flüchtlingslager

Nahe Idomeni entsteht neues improvisiertes Flüchtlingslager

Lolas vergeben: Promis bei Filmpreis-Gala

Lolas vergeben: Promis bei Filmpreis-Gala

So schön war die Taufe von Prinz Oscar

So schön war die Taufe von Prinz Oscar

Theater „Bernarda Albas Haus“ am GaW in Verden

Theater „Bernarda Albas Haus“ am GaW in Verden

Meistgelesene Artikel

Für Kroos und Füllkrug führt vorerst kein Weg zurück

Für Kroos und Füllkrug führt vorerst kein Weg zurück

Neuer Vertrag für Axel Dörrfuß

Neuer Vertrag für Axel Dörrfuß

Baumann gibt bei Vestergaard nicht auf - und geht von Verbleib aus

Baumann gibt bei Vestergaard nicht auf - und geht von Verbleib aus

"Habe die Hoffnung, dass er bleibt"

"Habe die Hoffnung, dass er bleibt"

Kommentare