Werder-Profi Junuzovic erklärt Wechsel-Wirbel / Kinderkrankheit im Urlaub

„Wahnsinn, wie die Fans um mich kämpfen“

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Schon im Sommer kämpften die Werder-Fans um Zlatko Junuzovic (und Sebastian Prödl) – am Montag soll es eine größere Aktion beim Trainingsauftakt geben.

Graz/Bremen - Von Björn Knips. Das Sprechen fällt ihm ein bisschen schwer – ausgerechnet jetzt, wo Zlatko Junuzovic doch einiges zu seiner Zukunft beim SV Werder erklären möchte. Durch seine „Es-kann-alles-ganz-schnell-gehen“-Aussage in der „Bild“hat der Österreicher für jede Menge Wirbel gesorgt. Dabei plant er in dieser Transferperiode gar keinen Wechsel, versichert Junuzovic. Ohnehin will der 27-Jährige gerade nur eines: Gesund werden. Er plagt sich nämlich mit der unangenehmen Hand-Mund-Fuß-Krankheit herum.

„Das ist ein ganz großer Mist“, klagt Junuzovic über die Kinderkrankheit, die auch Erwachsene erwischen kann: „Den Urlaub hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Beim Essen ist es am schlimmsten, das tut richtig weh.“ Einziger Trost: In seiner Heimat Graz wird er bestens versorgt. Morgen will er wie geplant nach Bremen zurückkehren – und am Montag beim Trainingsauftakt dabei sein: „Ich bin ein, zwei Mal gelaufen. Das war ganz okay. Ich hoffe, dass ich körperlich nicht zu viel verloren habe.“ Denn für den Abstiegskampf mit Werder sei die Physis besonders wichtig, hebt der Bremer Dauerläufer hervor: „Wir müssen körperlich auf einem Top-Niveau sein.“

Redet so einer, der sich in den nächsten Wochen zu einem anderen Club verabschiedet? Eigentlich nicht. Aber die Geschichte ist verzwickt. Junuzovic kann nicht sagen, dass er bis zum Vertragsende im Sommer in Bremen bleibt. Das hat ihn die Vergangenheit gelehrt. „Im Fußball ist alles möglich, da geht es plötzlich so schnell. Vor drei Jahren habe ich kurz vor Transferende einen Anruf von Klaus Allofs bekommen – und der hat gesagt: ,Wir machen den Wechsel sofort!’“, erinnert sich der Nationalspieler. Mit den Bremern hatte er sich zuvor schon auf einen Transfer im Sommer verständigt. Dann wäre sein Vertrag ausgelaufen.

Auch in diesem Jahr läuft Junuzovic’ Kontrakt aus. Doch es gibt einen gewaltigen Unterschied, betont er: „Damals habe ich mit Klaus Allofs und Thomas Schaaf an einem Tisch gesessen. So etwas Konkretes gibt es jetzt nicht. Ich habe mit niemandem gesprochen. Es gibt immer wieder Anfragen bei meinem Berater. Aber der soll mich erst informieren, wenn es konkreter wird. Das hat er bislang nicht.“ Deshalb müssten sich die Fans „keine Sorgen machen“.

Apropos Fans: Die könnten das Zünglein an der Waage spielen, wenn sich „Zladdy“ entscheiden muss. „Wahnsinn, wie die Fans um mich kämpfen“, schwärmt der Nationalspieler. In den sozialen Netzwerken gibt es die Kampagne „Juno bleibt Bremer“, die am Montag ihren Höhepunkt erleben soll: Beim Laktattest wollen einige Fans mit Junuzovic-Masken anrücken und ihren Liebling von einer Vertragsverlängerung überzeugen. „Das macht mich stolz und glücklich“, gesteht der 27-Jährige – und nicht nur das: „Natürlich hat so etwas Einfluss auf meine Entscheidung. Das macht alles noch viel schwieriger. Ich fühle mich hier total wohl, habe sehr gute Freunde gefunden. Wir sind eine Einheit. Die Mannschaft hat sehr viel Potenzial. Wir sind auf einem guten Weg.“ Auch seine eigene Rolle bei Werder gefalle ihm immer besser: „Ich habe hier einen hohen Status, eine Vorbildfunktion und trage Verantwortung – das mag ich.“

Aber beim Fußball geht es eben auch ums Geld. Und mit 27 Jahren ist Junuzovic in bestem Alter, einen gut dotierten Vertrag abzuschließen. Zumal die Leistungsdaten kaum besser sein könnten: Mit drei Toren und sieben Vorlagen ist er Werders bester Scorer – das ist Rang elf in der Bundesliga und ziemlich stark für einen Mittelfeldspieler eines Tabellenvorletzten. Deshalb soll Borussia Mönchengladbach interessiert sein. „Aus Gladbach habe ich nichts gehört“, beteuert Junuzovic. Dafür hat sich Werder-Sportchef Thomas Eichin bei ihm gemeldet: „Das war ein sehr gutes Gespräch. Wir haben alles geklärt.“ Seine Kritik, Eichin habe es versäumt, ihn vor der Winterpause noch anzusprechen, nimmt Junuzovic zurück: „Das war etwas unglücklich von mir. Ich hatte ja selbst gesagt, dass ich erst nach der Winterpause sprechen will.“

Das wird im Trainingslager in Belek (6. bis 14. Januar) passieren – und es ist keine Show-Veranstaltung. „Natürlich gibt es eine Chance für Werder“, sagt Junuzovic und meint zum mehrfach von Werder nachgebesserten Angebot: „Wir liegen nicht grob auseinander. Es ist alles offen.“

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