Meier im Kader, aber wohl nur „Joker“

Kovac will keine „aufgescheuchten Hühner“

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Niko und Robert Kovac

Frankfurt - Von Peppi Schmidt. Showdown an der Weser: Der Worte sind genug gewechselt – heute entscheidet sich, ob Eintracht Frankfurt gerettet ist (bei mindestens einem Punkt), in die Relegation gegen den 1. FC Nürnberg muss (bei einer Niederlage) oder sogar noch absteigt (wenn die Eintracht verliert, Stuttgart in Wolfsburg siegt und sechs Tore aufholt). „Noch ist alles möglich“, mahnt der Frankfurter Trainer Niko Kovac, „aber zwei Drittel der möglichen Ergebnisse wären für uns optimal.“

3 524 Karten sind offiziell nach Frankfurt gegangen, mehr als tausend weitere sollen sich Frankfurter Anhänger in Bremen noch besorgt haben. Alleine also wird die Eintracht nicht sein beim auch aus Polizeisicht „Hochsicherheitsspiel“ im Weserstadion. Und doch wird sie es schwer haben gegen angriffslustige Bremer und euphorisierte Fans in grün und weiß. Kovacs ehemaliger Lehrmeister Christoph Daum glaubt, „dass die Frankfurter gegen eine Stadt und eine ganze Region spielen“. Für den Eintracht-Trainer ist dies nicht furchteinflößend. „Wir sind uns bewusst, was uns erwartet“, versichert er, die Mannschaft sei „gut vorbereitet“ auf das Spiel und das ganze Drumherum. Seine Spieler hätten unter der Woche „außerordentlich gut“ trainiert.

Dass ausgerechnet der in Frankfurt wenig beliebte Deniz Aytekin die Partie leiten wird, wollte am Tag davor niemand thematisieren. Glücklich aber sind sie nicht über diese Ansetzung, hat die Eintracht doch noch nie ein Auswärtsspiel gewonnen, das der Betriebswirt aus Oberasbach gepfiffen hat. Kovac hatte nur einen einzigen Wunsch an den Unparteiischen. „Ich hoffe, der Schiedsrichter hat alles im Griff und pfeift nicht jeden Körperkontakt ab“, sagt der Frankfurter Trainer, „er sollte dran denken, dass wir nicht beim Basketball sind.“

Zwar werden die Frankfurter bei vielen Prominenten und auch bei den Wettbüros als Außenseiter angesehen, dennoch spricht die psychologische Ausgangsposition eher für die Gäste. „Der Druck bei Werder ist viel höher“, glaubt Kovac, der auch davon ausgeht, dass der Spielverlauf bei der Begegnung in Wolfsburg gegen Stuttgart Einfluss nehmen wird. Sollten nämlich die Schwaben in Führung gehen, könnten zumindest die Bremer bei einer Niederlage noch direkt absteigen. Sportlich sei die Partie völlig offen. Kovac: „Wir wissen um Werders Stärke, aber wir wissen auch, wo wir sie verletzen können.“ Für seine Spieler komme es darauf an, mit heißem Herzen, aber kühlem Kopf zu spielen. „Wir brauchen nicht wie aufgescheuchte Hühner herumzurennen“, mahnt er.

Personell hat die Eintracht wenig Sorgen. Für den gesperrten Szabolcs Huszti wird Marc Stendera spielen. Alexander Meier wird nach zwei Monaten Verletzungspause auf jeden Fall im Kader stehen, viel mehr von seinen Überlegungen wollte Kovac nicht preisgeben. Auch Carlos Zambrano ist mit ins Flugzeug nach Bremen gestiegen. Normalerweise setzt Kovac Spieler, die nicht hundertprozentig fit sind, nicht von Beginn an ein. Diesmal aber sagt er, „dass Ausnahmen die Regel bestätigen“. Und doch ist das unwahrscheinlich. Meier wird ziemlich sicher auf der Bank sitzen und im Notfall als „Joker“ kommen.

Planungen für Feierlichkeiten nach einer eventuellen Rettung gibt es keine. „Wir sollten den Tag nicht vor dem Abend loben“, sagt Kovac, „wenn es etwas zu feiern gibt, dann ist es spontan sowieso am schönsten.“

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