Werder-„Institution“ verlässt den Aufsichtsrat

Lemke: „Es gibt keinen Riss“

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Willi Lemke (Archivbild)

Bremen - Im November ist es vorbei. Bei der Mitgliederversammlung wird Willi Lemke nicht mehr für den Aufsichtsrat kandidieren – das hat der 69-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung verraten. Nach 35 Jahren, in denen er verschiedene Ämter im Club bekleidete, ist also Schluss.

„Nach Gesprächen mit den Verantwortlichen habe ich für mich entschieden, dass ich nicht mehr für den Aufsichtsrat kandidieren werde“, sagte Lemke. Seine Noch-Kollegen im Verein würdigten das Werk von „Werder-Willi“ – etwa Aufsichtsratsboss Marco Bode, der vom „Ende einer Ära“ sprach: „Willi ist ein großer Werderaner und hat als Manager zusammen mit Otto Rehhagel Werder Bremen geprägt, Werder Bremen auch groß gemacht. Und ich hoffe und bin mir sicher, er bleibt Werderaner.“ Sportchef Frank Baumann lobte Lemke „als Institution bei Werder. Er war immer ein wichtiger Ratgeber.“ Und Klaus Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführung, bedauert den Verlust von „Qualität und Erfahrung, aber es ist Willis persönliche Entscheidung. Und es ist wie immer im Leben: Es geht weiter.“

Ob Lemke (wird am Freitag 70 Jahre alt) der Rückzug seitens des Vereins nahegelegt wurde oder er aus völlig freien Stücken geht, bleibt offen. Klar ist nur, dass er nicht im Groll aus dem Gremium scheidet: „Es gibt keinen Riss zwischen mir und Werder. Wenn meine Erfahrung, mein Rat oder meine Tat gefragt sind, stehe ich dem Verein lebenslang zur Verfügung“, sagte Lemke. Bode, der Lemke 2014 als Chef des Kontrollgremiums nachfolgte, sieht in dessen Verzicht auch die Chance, den Erneuerungsprozess im Aufsichtsrat weiter voranzutreiben. „Wir haben einen gewissen Generationswechsel, auch mit mir. Wir brechen dann auf und versuchen, dass Werder in diesem Gremium weiter so gut funktioniert wie in den vergangenen vier Jahren, in denen ich es beurteilen kann.“

Auch Baumann sprach von einer „Chance für andere, im Aufsichtsrat Akzente zu setzen“. Im November wird der Aufsichtsrat neu gewählt. Lemke (aktuell bei den Olympischen Spielen in Rio) beendet am Jahresende zudem nach acht Jahren seine Tätigkeit als Sonderberater für Sport im Dienste von Frieden und Entwicklung bei den Vereinten Nationen. Dieses Amt hatte er 2008 übernommen, bei Werder ist er seit 1981 in die Führung des Clubs eingebunden. 1981 fing er als Manager an, 1999 wechselte er in den Aufsichtsrat, den er zwischen 2005 und 2014 als Vorsitzender anführte.
mr/csa

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