1:2-Blamage bei Drittligist Sportfreunde Lotte

Werder fliegt sang- und klanglos aus dem Pokal!

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Aus in Runde eins für den SV Werder.

Lotte – Das war nichts! Der SV Werder ist bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Bei Drittligist Sportfreunde Lotte unterlag das Team von Trainer Viktor Skripnik verdient mit 1:2 (1:1). „Gekrönt“ wurde die schwache Vorstellung der Grün-Weißen durch die Rote Karte für Fin Bartels, der sich zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ.

„Wir müssen zeigen, dass wir nicht nur auf dem Papier Profis sind“, hatte Werder-Coach Viktor Skripnik unter der Woche gefordert. Eine Forderung, der seine Spieler am Sonntagnachmittag nicht wirklich nachkamen. Ein Klassenunterschied war zwischen den Sportfreunden aus Lotte und dem SV Werder nicht zu erkennen. Im Gegenteil. Der Drittligist aus Lotte war über weite Strecken der Partie die bessere Mannschaft und siegte durch Treffer von Matthias Rahn (8. Minute) und Andre Dej (54.) verdient mit 2:1. Zlatko Junuzovic hatte für die Bremer zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen (45.).

Wie erwartet, hatte Skripnik sein Team gegen den Drittligisten im zuletzt favorisierten 4:2:3:1-System auflaufen lassen. Auch in der Startaufstellung gab es keine wirkliche Überraschung: Im Sturmzentrum setzte der Ukrainer auf Lennart Thy als Ersatz für den verletzten Claudio Pizarro, in der Innenverteidigung bekamen Niklas Moisander und Lamine Sane das Vertrauen geschenkt.

Werder startete schlafmützig in die Partie und ermöglichte den Gastgebern so bereits in der dritten Minute die große Chance zur Führung: Moisander hatte im Spielaufbau einen schlampigen Pass auf Sane gespielt - Lottes Bernd Rosinger fing den Ball ab und marschierte anschließend alleine in Richtung Werder-Keeper Felix Wiedwald. Der zurückeilende Clemens Fritz konnte im letzten Moment noch klären. Nur Sekunden später kam Sambou Yatabare an der Strafraumgrenze der Gastgeber zum Abschluss, mehr als ein harmloser Kullerball sprang dabei aber nicht heraus (4.).

Gebre Selassie im Schlafmodus, Moisander verunsichert

Auf der Gegenseite machten es die Sportfreunde Lotte besser: Nach einem Eckball von der rechten Seite war Abwehrspieler Rahn per Drop-Kick zur Stelle und erzielte die frühe Führung für die Hausherren (8.). Werders Thy und auch Sane sahen nicht gut aus in der Situation. Während die Lotter Fans noch das 1:0 bejubelten, hatte Fin Bartels die große Chance zum Ausgleich. Der Mittelfeldspieler scheiterte mit einem Schlenzer am Querbalken (10.). Wenig später der nächste Alu-Treffer für die Grün-Weißen: Dieses Mal landete eine missglückte Flanke von Yatabare am Pfosten.

Nichtsdestotrotz blieb Lotte das spielbestimmende und bessere Team. Der Drittligist schaffte es immer wieder, die Bremer Hintermannschaft durcheinander zu wirbeln - die allerdings auch phasenweise völlig orientierungslos wirkte. So auch in der 35. Minute, als Langlitz ein Solo über den halben Platz hinlegte und aus rund 25 Metern ungestört abziehen konnte. Zum Glück für die Bremer klatschte der Ball nur an den Pfosten. Kurz vor der Pause durften dann aber die rund 2500 mitgereisten Werder-Fans jubeln: Nach einer Flanke von Sternberg von der linken Seite köpfte Junuzovic aus kurzer Distanz zum Ausgleich ein (45.). Den Treffer bezahlte der Österreicher mit einer Platzwunde über dem rechten Auge, im Luftkampf war er unglücklich mit Lottes Innenverteidiger Nauber zusammengeknallt. Auch Nauber trug eine stark blutende Platzwunde davon. Beide Spieler konnten die Partie nach dem Seitenwechsel aber fortsetzen.

Dej erzielt den Siegtreffer, Bartels fliegt vom Platz

Wer erwartet hatte, dass die Bremer nach dem Ausgleich in der zweiten Halbzeit nun dominanter auftreten würden, sah sich getäuscht. Zwar kam Bartels in der 47. Minute aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, der 29-Jährige scheiterte aber kläglich. Deutlich gefährlicher war da der Kopfball von Lottes Rosinger, den Wiedwald mit einer starken Parade gerade noch so entschärfen konnte (48.). Sechs Minuten später musste sich Werders-Keeper dann aber doch geschlagen geben. Rosinger bediente Dej, der aus spitzem Winkel freistehend vor Wiedwald in die kurze Ecke zum 2:1 abschloss (54.).

Nach der erneuten Führung für den Drittligisten wurde das Spiel deutlich hitziger. Werders Kapitän Fritz ließ sich bei einer Rudelbildung zu einem Schubser gegen Lottes Wendel hinreißen und hatte in dieser Situation Glück, dass es der Schiedsrichter bei Gelb beließ. Spielerisch kam von den Grün-Weißen indes noch weniger, als im ersten Durchgang. Gefahr? Fehlanzeige! Daran konnte auch die Einwechslung von Stürmer Johannes Eggestein, der für den schwachen Thy in die Partie kam (69.), nichts ändern. Lotte machte seine Sache dagegen gut. Statt sich in der eigenen Hälfte zu verbarrikadieren, um die Führung über die Zeit zu bringen, spielte der Drittligist weiter mutig nach vorne. Einzig in der Chancenverwertung zeigten sich die Sportfreunde etwas fahrlässig, an ihrem Weiterkommen änderte das am Ende aber nichts. Negativer Höhepunkt aus Bremer sicht: Bartels flog nach einer Tätlichkeit gegen Langlitz (82.) mit Rot vom Platz und auch Moisander hätte sich nach einem Tritt ins Gesicht von Freiberger nicht über einen Platzverweis beschweren dürfen.

Als sich die Werder-Profis nach dem Abpfiff bei ihren mitgereisten Fans für die Unterstützung bedanken wollten, hagelte es Beschimpfungen für die Spieler - auch Bierbecher kamen geflogen. Die Aufbruchsstimmung, die in den letzten Wochen an der Weser geherrscht hat, hat bereits im ersten Pflichtspiel der neuen Saison einen herben Dämpfer erhalten. Am kommenden Freitag steht zum Bundesligastart das Auswärtsspiel beim FC Bayern auf dem Programm.
mib

Pokal-Aus beim Drittligisten

Sportfreunde Lotte - Werder Bremen 2:1 (1:1)
1:0 Rahn (8.)
1:1 Junuzovic (45.)
2:1 Dej (54.)
Lotte: Fernandez - Langlitz, Rahn, Nauber, Neidhart (86. Kaffenberger) - Dej, Wendel (80. Heyer) - Freiberger, Pires-Rodrigues, Steinhart - Rosinger (90.+2 Tankulic). - Trainer: Atalan
Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Sane, Moisander, Sternberg - Fritz (75. Grillitsch), Junuzovic - Yatabare (57. Kainz), Max Kruse, Bartels - Thy (62. Eggestein). - Trainer: Skripnik
Schiedsrichter: Christian Dietz (München)
Zuschauer: 10.056
Rote Karte: - Bartels nach einer Tätlichkeit (82.)
Gelbe Karten: Pires-Rodrigues, Rahn, Wendel, Steinhart - Fritz, Sane

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