Wichtiger Sieg im Abstiegskampf

Torflut spült Werder auf Rang 15!

+
Jubelnde Werder-Profis: 5:2-Heimsieg

Bremen – Man muss Montagsspiele in der Fußball-Bundesliga nicht mögen – aber um dieses sollten alle Bremer eine rote Schleife binden: Mit einem begeisternden, aber lange nicht souveränen 6:2 (3:1)-Sieg über den VfB Stuttgart hat der SV Werder einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht.

Im Nervenspiel gegen den Abstieg erzielten der überragende Fin Bartels (10./80.), VfB-Verteidiger Federico Barba per verhängnisvollem Eigentor, Levin Öztunali (42.), Claudio Pizarro und Anthony Ujah (86.) die Tore für Bremen. Für Stuttgart, das nunmehr die letzten vier Spiele in Folge verloren hat, trafen Daniel Didavi (26.) und Barba (53.). Durch den Sieg kletterte Werder zwei Spieltage vor Saisonende auf den angepeilten Nicht-Abstiegsplatz 15, die Schwaben rutschten dagegen auf den vorletzten Platz ab.

Mit Hilfe des Sportpsychologen Prof. Dr. Andreas Marlovits hatten sich die Bremer auf diesen denkwürdigen Abstiegsthriller vorbereitet. Was es gebracht hat? Sagen wir es so: Motivierter, mutiger, druckvoller und zielstrebiger als Werder kann eine Mannschaft kaum in ein Spiel starten. Folge: die frühe Führung. Pizarro passte auf Bartels, der den Ball perfekt mit der Brust mitnahm und entschlossen vollendete. Kurzes Eck, Innenpfosten, drin. Werder führte, Werder hatte den erhofften Traumstart hingelegt. Die Werder-Fans im mit 41 000 Zuschauern gefüllten und brodelnden Weserstadion waren begeistert. Aber nur 16 Minuten später auch wieder entgeistert. Denn nach der Führung offenbarte Werder einmal mehr große Probleme in der Defensive. Das Team von Trainer Viktor Skripnik bekam – wie eigentlich immer in dieser Saison – keine Sicherheit in die Abwehr.

Die perfekte Show des Fin Bartels

Stuttgart nutzte das, kam zu Chancen durch Filip Kostic, dessen Flanke sich auf die Latte senkte (17.), und Martin Harnik (19.). Werder schwamm gewaltig, und Werder kassierte (natürlich) sein Gegentor. Auf Vorlage von Alexandru Maxim vollendete Daniel Didavi zum 1:1 (26.). Der Schuss des Bald-Wolfsburgers war von Jannik Vestergaard unhaltbar abgefälscht worden. In diesem Moment mussten sich alle im Stadion Sorgen machen um Werder. Wird das Team nun zusammenbrechen? Oder ist es (Marlovits sei Dank?) stark genug im Kopf, um den Rückschlag wegzustecken? Die Antwort darauf gab kurioserweise ein Stuttgarter. Federico Barba verlängerte eine Flanke von Sambou Yatabare ohne echte Not per Kopf ins eigene Tor (33.). Es war ein tragischer Treffer für den VfB – und eine Einladung zum Sieg für Werder.

Ohne Atempause rauf und runter

Die Bremer nahmen an. Nachdem der Ex-Bremer Harnik nur den Pfosten getroffen hatte (37.), erhöhte der frisch eingewechselte Levin Öztunali auf 3:1. Alles lief also für Werder in diesem selbst von VfB-Sportdirektor Robin Dutt zum „Finale“ erhobenen Spiel. Wirklich alles. Denn beim VfB musste Torschütze Didavi verletzt vom Platz. Weil auch Kapitän Christian Gentner kurzfristig ausgefallen war, stand Stuttgart in der zweiten Halbzeit ohne fünf Leistungsträger – außerdem fehlen den Schwaben Daniel Ginczek, Serey Die und Kevin Großkreutz – auf dem Platz. Doch selbst gegen einen derart dezimierten Tabellennachbarn schaffte der SV Werder es nicht, den Vorsprung zu sichern. Verteidigen? Den Ball vom eigenen Tor fernhalten? Geht einfach nicht – trotz grenzenlosen Einsatzes. So traf Barba nach einer Maxim-Hereingabe per exzellentem Hackentrick zum 3:2 (56.). Alles war wieder offen, das Nervenspiel lief auf Hochtouren, es ging ohne Atempause rauf und runter. Die Spannung spitzte sich zu.

Gut nur, dass die Stuttgarter Defensive noch schlechter ist als die Bremer. Beweise: Das 4:2, als Bartels den Ball eroberte und Zlatko Junuzovic den Ball in der 16er schubste, um Pizarro dessen 14. Saisontreffer zu servieren (64.). Explosionsartig knallte der Jubel durchs Stadion – so als ob es das jetzt gewesen wäre. War es auch. Der VfB hatte nun keine Antwort mehr. Pizarro vergab noch die Chance auf sein zweites Tor (68.), ehe Bartels nach toller Vorarbeit von Öztunali den Deckel drauf machte auf ein Spiel, das niemand so schnell vergessen wird. Ujah setzte den Schlusspunkt (86.). 6:2 – dieses Resultat wird Werder im Endspurt des Abstiegskampfes unheimlich Auftrieb geben. Ob der VfB sich nach diesem Desaster dagegen nochmal aufrappeln kann?

Werder feiert Kantersieg

Werder Bremen - VfB Stuttgart 6:2 (3:1)
1:0 Bartels (10.)
1:1 Didavi (26.)
2:1 Barba (33., Eigentor)
3:1 Öztunali (42.)
3:2 Barba (53.)
4:2 Pizarro (64.)
5:2 Bartels (80.)
6:2 Ujah (86.)
Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji, Santiago Garcia - Fritz, Grillitsch - Yatabare (36. Öztunali), Junuzovic (88. Galvez), Bartels - Pizarro (83. Ujah). - Trainer: Skripnik
Stuttgart: Tyton - Matthias Zimmermann, Niedermeier, Barba (61. Ristl), Insua - Schwaab - Maxim, Rupp (81. Krawez), Didavi (44. Timo Werner), Kostic - Harnik. - Trainer: Kramny
Schiedsrichter: Felix Brych (München) 
Zuschauer: 41.000
Gelbe Karten: Gebre Selassie (4) - Insua (5)
Erweiterte Statistik (Quelle: deltatre)
Torschüsse: 16:12
Ecken: 3:5
Ballbesitz: 44:56 Prozent

csa/kni/mr

Reaktionen zum Spiel: „Das war ein Riesenabend für uns“

Ticker zum Nachlesen: Ujah erhöht auf 6:2 für Werder!

Mehr zum Thema:

Immer mehr Wohnungslose in Deutschland

Immer mehr Wohnungslose in Deutschland

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Klaus Allofs' Erfolge

Klaus Allofs' Erfolge

Meistgelesene Artikel

Der geniale Kruse und seine Kilos

Der geniale Kruse und seine Kilos

Spieler fühlen sich fit

Spieler fühlen sich fit

Nouri hält Freistoß für unhaltbar

Nouri hält Freistoß für unhaltbar

Klaus Allofs wird 60 Jahre alt

Klaus Allofs wird 60 Jahre alt

Kommentare