Auch Vestergaard schwärmt von Lewandowski

„Was er macht, ist Wahnsinn“

Bremen - Die Nächte von Jannik Vestergaard waren in den vergangenen Wochen offenbar nicht gerade schön. „Wenn wir schlafen, träumen wir von Fußball und nehmen den ganzen Frust mit“, sagt der Däne, der mit seinen Teamkollegen von Werder Bremen zuletzt vier Niederlagen hintereinander einstecken musste.

Und am Samstag droht gegen den FC Bayern die fünfte. „Sie sind momentan wohl die beste Mannschaft der Welt“, urteilt der 23-jährige Innenverteidiger. Doch damit nicht genug: Die Münchner haben laut Vestergaard „den zurzeit vielleicht besten Stürmer überhaupt“ in ihren Reihen: Robert Lewandowski.

Von dem Polen hat bereits Alejandro Galvez, Werders anderer Innenverteidiger, in den höchsten Tönen geschwärmt. Gestern nun war Vestergaard an der Reihe. „Die Serie, die Lewandowski im letzten Monat hingelegt hat – das ist schon ein überhohes Niveau. Was er gerade macht, ist Wahnsinn.“ Den 27-jährigen Mittelstürmer könne man „nicht mit einem Spieler stoppen und auch nicht mit zwei. Das müssen wir als Team hinbekommen“, sagt Vestergaard – und versucht zu erklären, warum der Bayer momentan so schwer zu stoppen ist: „Er hat ein bisschen was von allem, ist körperlich stark, schnell und hat eine richtig gute Technik. Er weiß genau, wie er sich im Sechzehner bewegen muss. Für mich ist er ein kompletter Stürmer.“ Egal, in welchem Wettbewerb: Lewandowski trifft in dieser Saison, wie er will. Zwölf Mal in der Bundesliga (sieben Spiele), drei Mal in der Champions League (zwei Spiele), ein Mal im DFB-Pokal (ein Spiel) und sechs Mal für die polnische Nationalmannschaft (vier Spiele), die er als Kapitän zur EM nach Frankreich führt.

Für Vestergaard sind deshalb inzwischen sogar Vergleiche mit den Weltfußballern Cristiano Ronaldo (Real Madrid) und Lionel Messi (FC Barcelona) zulässig: „Der Unterschied zu Messi und Ronaldo ist nur, dass diese beiden es schon über Jahre hinweg gezeigt haben.“ Einem Superstar wie Lewandowski würde es der hünenhafte Däne nun allzu gerne auch mal zeigen: „Das oberste Ziel ist natürlich, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind“, meint Vestergaard: „Aber es wäre für mich ein persönlicher Erfolg, wenn man so einen Lauf, wie ihn Lewandowski gerade hat, beenden könnte.“ Doch selbst wenn ihm und seinen Nebenleuten das gelingt, muss das noch längst nicht heißen, dass der Rekordmeister dann keine Gefahr mehr ausstrahlt. „Bayern hat auf jeder Position Weltklassespieler, ist auf jeder Position besser besetzt als wir“, findet Vestergaard: „Wenn man sich zu sehr auf Lewandowski fokussiert, steht Thomas Müller frei. Oder Douglas Costa.“

Das klingt alles nicht gerade gut für Werder, doch Vestergaard mag nicht schon vorher klein beigeben und feuert seine Werder-Kollegen an: „Wir müssen an das Unmögliche, an das Wunder glauben und kämpfen bis zum Umfallen. Wenn wir vorher an eine Niederlage denken, wird es so kommen.“  mr

Rubriklistenbild: © nordphoto

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