Der junge Serbe glaubt an „faire Chance“

Veljkovic will nicht schon wieder weg

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Milos Veljkovic

Aus Zell am Ziller berichtet Björn Knips - Milos Veljkovic trägt eine lange, schwarze und knallenge Hose, als er zum Pressetermin kommt. „Wenn du schwere Beine hast, dann hilft das“, erklärt der Werder-Profi – und Veljkovic hat im Trainingslager gerade sehr schwere Beine. Der 20-Jährige kämpft schließlich um seine Zukunft bei Werder.

Der Mann für das defensive Mittelfeld oder die Innenverteidigung ist nämlich noch ein Ausleihkandidat. „Es wird nicht einfach für ihn“, sagt Sportchef Frank Baumann ganz offen: „Wir haben auf seiner Position viele Alternativen.“ Und dann zählt der Ex-Profi auf: Thanos Petsos, Clemens Fritz, Philipp Bargfrede, Lukas Fröde und Florian Grillitsch. Doch chancenlos sei Veljkovic nicht. „Er ist jung, gibt Gas, wir sind zufrieden mit ihm“.

Veljkovic ist das auch mit sich: „Ich denke, meine Leistungen im Training und in den Spielen waren gut.“ Allerdings hadert der Serbe ein bisschen mit der Position beim letzten Test gegen 1860 München. Da war er im 4:1:4:1-System als Achter eingesetzt worden. „Das ist mir ein bisschen zu offensiv“, verrät er: „Ich bin lieber ein Sechser.“ Und nach seinen Stärken befragt, antwortet er selbstbewusst, aber keineswegs überheblich: „Ein Spiel lesen, Ruhe am Ball, Kopfballspiel, Stellungsspiel, Spieler zuordnen.“ Und er benennt auch eine Schwäche: „Vielleich kann ich noch etwas aggressiver sein.“

Von seiner unklaren Situation lässt er sich nicht verrückt machen – zumindest behauptet der 20-Jährige das: „Ich bin gelassen.“ Allerdings weiß er genau, was dabei am Ende herauskommen soll: „Ich bin nicht zu Werder gekommen, um schon ein halbes Jahr später wieder ausgeliehen zu werden. Ich will hier spielen.“ Im Winter hatte Werder Veljkovic von Tottenham Hotspur losgeeist. Bei den Engländern war der U20-Weltmeister in Ungnade gefallen, weil er seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollte. Deshalb durfte er nur in der zweiten Mannschaft ran, Werder erlöste ihn.

Nach nur einem Monat feierte Veljkovic schon sein Bundesliga-Debüt, doch beim dritten Einsatz brach er sich den Zeh. Für den Abstiegskampf war der Serbe damit raus. Jetzt gibt es seinen zweiten Start – und jede Menge Optimismus. „Ich bin von meiner Qualität überzeugt. Ich kann in diesem Team eine Rolle spielen“, betont Veljkovic und fühlt sich bei Trainer Viktor Skripnik absolut wohl: „Ich bekomme hier eine faire Chance.“ Und eben auch besagte Spezialhose. „Sie hilft bei der Regeneration. Ich ziehe sie nach dem Training bis zum nächsten Training an. Das mache aber nicht nur ich hier.“ Manchmal trägt er das gute Stück auch in der Nacht. „Aber nicht hier“, seufzt Veljkovic: „Hier ist es nachts zu heiß.“

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