Innenverteidiger von Stade Rennes im Visier

Ujah weg, kommt jetzt Diagne?

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Bremen - Von Björn Knips und Michael Baltes. Die Geschichte von den klammen Bremern darf erst einmal ad acta gelegt werden: So voll wie jetzt dürfte das Festgeldkonto des SV Werder selten zuvor gewesen sein. Am Dienstag wurde der zweite Mega-Verkauf in diesem Sommer perfekt gemacht. Stürmer Anthony Ujah wechselt – wie in dieser Zeitung bereits angekündigt – nach China zu Liaoning FC.

Dafür kassiert Werder eine geschätzte Ablöse von 13 Millionen Euro. Schon für Jannik Vestergaard waren 12,5 Millionen Euro aus Mönchengladbach an die Weser geflossen. Für Felix Kroos (Union Berlin) gab es eine halbe Million Euro. Macht zusammen 26 Millionen Euro – abzüglich Beraterhonorare und mögliche Nachschläge für die Ex-Clubs der Spieler, etwa zehn Prozent. Doch Werder hält das Geld gar nicht lange fest. Vom FC Stade Rennes soll nach Information dieser Zeitung Serigne Fallou Diagne kommen. Ein Innenverteidiger. 26 Jahre alt, im Senegal geboren. Mit französischem Pass ausgestattet – und mit Bundesliga-Erfahrung.

Von Januar 2012 bis August 2014 hat Diagne für den SC Freiburg verteidigt. Sein Vertrag läuft noch ein Jahr. Für eine Ablöse von zwei Millionen Euro dürfte der Nationalspieler (debütierte im Mai beim Senegal) zu haben sein. Werder braucht nach den Abgängen von Vestergaard und Papy Djilobodji (zurück zum FC Chelsea) dringend neue Innenverteidiger. Neben Diagne soll noch ein weiterer erfahrener Mann kommen. David Abraham war ein Kandidat, doch Eintracht Frankfurt gibt den 29-Jährigen nicht frei. Der Wolfsburger Robin Knoche (24) wurde gehandelt, ist aber kein Thema. Genauso wenig wie Kevin Wimmer (Tottenham Hotspur) und Neven Subotic.

Der Dortmunder ist den Bremern zu teuer, dafür dürfen die Ujah-Millionen nicht verpulvert werden. Denn das Geld für den Nigerianer soll nicht nur hinten investiert werden, sondern auch vorne. „Es war eigentlich nicht unsere Absicht, Tony abzugeben, da er in unseren Planungen für die kommende Saison eine wichtige Rolle gespielt hat“, erklärt Sportchef Frank Baumann: „Es kann durchaus sein, dass wir in diesem Bereich noch etwas tun werden.“ Schließlich gehen Werder mit Ujah auch elf Bundesliga-Tore verloren. Der 25-Jährige hatte nach seinem Wechsel im vergangenen Sommer vom 1. FC Köln (Ablöse 4,5 Millionen Euro) sofort gut funktioniert. Dann startete Claudio Pizarro durch und Trainer Viktor Skripnik stellte auf einen Ein-Mann-Sturm um.

Werder-Abgänge zur Saison 2016/2017

Ujah war nur noch Ersatz. Er akzeptierte diese Rolle. Aber ob es dabei geblieben wäre, ist fraglich. Er soll ziemlich auf einen Wechsel nach China gedrängt haben. Schließlich verdient er dort das Dreifache von seinem Bremer Jahresgehalt, also demnächst wohl sechs Millionen Euro. Außerdem besaß Ujah in seinem Vertrag bis 2019 eine Ausstiegsklausel, die ihm in einem Jahr einen Wechsel für eine Ablöse von acht Millionen Euro ermöglicht hätte. Werder blieb fast keine andere Wahl, als den Stürmer ziehen zu lassen.

Auch wenn es gefährlich ist: Wer weiß, ob Pizarro mit bald 38 Jahren noch so eine Saison hinlegt. Und wer weiß, ob die Neuzugänge Lennart Thy (FC St. Pauli) und Justin Eilers (Dynamo Dresden) auch in der Bundesliga treffen. Mehr Spielraum bietet der Ujah-Wechsel möglicherweise für das große Talent Johannes Eggestein. Und da der 18-Jährige nicht für die U 19-EM nominiert wurde, kann er nun die komplette Vorbereitung bei den Profis mitmachen.

Werder-Zugänge zur Saison 2016/2017

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