#greenwhitewonderwall-Erfinder Steffen Scholz

Der Traum vom Wiedwald-Tor

Steffen Scholz

Bremen - Von Björn Knips. Mit seinem Fanclub „WFCTWerder“ hat Steffen Scholz nach dem Schock durch die Pleite gegen Augsburg erfolgreich gegen einen Stimmungswandel bei Werder gekämpft. Die Aktion „Greenwhitewonderwall“ hat ganz Bremen und umzu mobilisiert, um Werder im Abstiegskampf zu helfen. Das „Endspiel“ heute gegen Frankfurt ist quasi die Krönung – und der 32-jährige Scholz hat ein ganz besonderes Happy End geträumt.

Herr Scholz, was machen Sie heute um 17.20 Uhr?

Steffen Scholz: Mich hoffentlich freuen.

Wie würde sich diese Freude ausdrücken?

Scholz: Keine Ahnung. Das ist unterschiedlich bei mir. Nach dem fünften Tor gegen Stuttgart habe ich mich kurz hingesetzt. Das waren die einzigen zehn Sekunden, die ich in dem Spiel gesessen habe.

Was machen Sie, wenn es nicht gutgeht?

Scholz: Hoffe ich, dass Wolfsburg seine Hausaufgaben erledigt hat – und wir zumindest in der Relegation stehen.

Was passiert beim direkten Abstieg?

Scholz: Dann gehen wir nächste Saison trotzdem wieder ins Weserstadion. Wir haben von Anfang an gesagt: Wenn es in die Hose geht, sind vielleicht einige Fans weg, die in den guten Jahren dazu gekommen sind. Aber wir sind schon länger dabei und bleiben auch.

Aber der Gedanke an Sandhausen und Heidenheim...

Scholz: ...ist nicht schön. Muss ich auch nicht haben. Aber wenn es sich nicht verhindern lässt, fährt man eben auch dahin.

Wie feucht sind Ihre Hände?

Scholz: Es geht erstaunlicherweise. Vor Stuttgart fand ich es viel krasser als jetzt. Ich weiß einfach, dass wir es schaffen können – gerade mit diesem Feuer im Stadion. Es hat zwei Mal geklappt. Gegen Frankfurt wird es noch einen Stück lauter, die Ultras sind wieder dabei. Es wird noch mehr knallen. Die Stuttgarter haben doch hinterher zugegeben, dass sie auf dem Platz gemerkt haben, hier ist nichts zu holen. Das Gefühl sollen heute auch die Frankfurter haben.

Wann geht Ihr Werder-Tag heute los?

Scholz: Das ist etwas schwierig, weil gleichzeitig die Deutsche Alternativmeisterschaft in Bremen stattfindet. Da muss ich morgens erst noch zwei Spiele machen. Das dritte Spiel setze ich aus, damit ich ab 13.30 Uhr am Stadion auf den Bus warten kann.

Mit dem Song „Wonderwall“ von Oasis...

Scholz: Auch. Aber wenn der Bus kommt, wird es Sprechchöre geben, das ist lauter. Mit „Wonderwall“ ist das sowieso so ein Ding.

Weil Ihnen diese Idee auf dem Klo kam?

Scholz: Das stimmt, aber wir sind gar nicht die großen Fans dieses Liedes. Einige hassen uns bestimmt dafür, dass wir dieses Lied ausgegraben haben. Aber es war nun einmal eine schöne Aktion der Werder-Fans im Spiel bei West Ham, als sie dieses Lied gesungen haben. Da kam mir der Einfall mit dem Namen #greenwhitewonderwall. Dann hat unser Fanclub das angeschoben und es ist eine Aktion von ganz Bremen entstanden.

Was passiert heute?

Scholz: Die Fortsetzung von Wolfsburg und Stuttgart, als „Mors hoch“ – und dazu sollen alle grün-weiß gekleidet kommen. Das ist eine Idee der Internetplattform Worum. Dazu legt Werder Klatschpappen aus, das hilft sicher auch.

Sind Klatschpappen nicht inakzeptabel für echte Fußball-Fans?

Scholz: Darüber haben wir auch diskutiert. Aber ich erlebe das immer wieder bei mir im Sitzplatzbereich: Die Leute klatschen einfach nicht mit, wenn gesungen wird. Aber wenn man ihnen so ein Ding hinlegt, dann kloppen sie sich die Hände damit kaputt. Und im Abstiegskampf ist jedes Mittel recht, um die Leute laut zu kriegen.

Haben Sie Angst, dass die Stimmung im Negativfall, also dem direkten Abstieg, kippen könnte?

Scholz: Nein. Ich glaube, dass es hier eine stille Enttäuschung geben würde. Durchdrehen wäre nicht typisch für Bremen.

Man träumt solche Spiele im Vorfeld gerne einmal – wie war Ihr Traum?

Scholz: (lacht) Das ist schon komisch. Vor Stuttgart hatte ich ein 7:2 geträumt . . . Jetzt habe ich geträumt, dass Felix Wiedwald in der 92. Minute das 2:1 für uns schießt. Aber das möchte ich eigentlich nicht erleben, denn dann gibt es bestimmt einen großen DRK-Einsatz wegen der vielen Herzattacken – und das Stadiondach würde wahrscheinlich auch wegfliegen. Ein Sieg mit etwas weniger Dramatik wäre mir lieber.

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