Trainersuche bei Werder

Baumann bleibt trotz Zeitdruck gelassen

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Werders Interimscoach Alexander Nouri (l.) und Sportchef Frank Baumann

Bremen - Frank Baumann sagte es einmal. Frank Baumann sagte es zweimal. Nein, von seiner Seite gibt es keine Infos, die Licht ins Dunkel der Trainersuche bei Werder Bremen bringen könnten. Der Sportchef platzierte die üblichen Satzbausteine wie „Suche mit Sorgfalt“, „richtige Entscheidung“ und „optimale Lösung“, blockte alle weiteren Nachfragen aber konsequent ab.

Weshalb niemand weiß, wie der Stand der Dinge wirklich ist. Aber so viel ist klar: Baumann sollte weiter sein, als er es zu erkennen gibt. Denn eigentlich muss Werder direkt nach dem Wochenende die neue Dauerlösung auf der Trainerbank präsentieren. Das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (Samstag, 18.30 Uhr) gehört wie verabredet noch Interimslösung Alexander Nouri. Aber wenn am Montag, spätestens am Dienstag die Vorbereitung auf die Partie bei Darmstadt 98 (1. Oktober, 15.30 Uhr) beginnt, sollte der Neue da sein. Denn Darmstadt ist von den Teams, die in den kommenden Wochen auf Werder warten, noch am ehesten ein guter Einstiegsgegner. Vielleicht sogar der ideale.

Danach folgt die Länderspielpause, anschließend reihen sich die Duelle mit Bayer Leverkusen, RB Leipzig, SC Freiburg und Schalke 04 aneinander. Werder ist also unter Zeitdruck. Frank Baumann merkt man das allerdings nicht an. „Wir wollen nichts hinauszögern“, sagt er zwar, spricht aber auch von der „Pflicht“, jeden Kandidaten, jede Option genau zu prüfen. In welcher Phase Werder dabei steckt, verrät er nicht. Vielleicht wird noch das Anforderungsprofil definiert, vielleicht schon mit Kandidaten gesprochen, vielleicht schon um Geld verhandelt – raten darf jeder mal, aber eine Antwort kann derzeit niemand erwarten. Jedenfalls nicht von Baumann.

Während er auf der Pressekonferenz am Freitag die Nachfragen zur Trainerthematik abwehrte und sich die Journalisten vergeblich Gedanken machten, wie sie etwas herausbekommen könnten über Anwärter wie Markus Gisdol, Andre Breitenreiter oder Andreas Herzog, saß Alexander Nouri neben Baumann und lächelte amüsiert. Vielleicht weiß er schon mehr? Auf jeden Fall weiß er, dass es an ihm ist, die Bremer Mannschaft nach der Mega-Enttäuschung über den verpassten Sieg und den späten 1:2-K.o. gegen Mainz 05 mental und körperlich wieder aufzurichten.

Neuer Ansatz? Geht nicht, zu wenig Zeit

Beides ist so leicht nicht. Weil er in den wieder nur zwei Tagen, die ihm zwischen Spiel und Spiel geblieben sind, ohnehin nichts hinsichtlich Taktik, Ordnung, System „implementieren“ könne. Bleiben halt nur die Schrauben Motivation, Siegeswille und Vertrauen in die eigene Stärken, an denen er drehen kann. „Das ist der Schlüssel“, sagt Nouri, der in einer einigermaßen undankbaren Situation steckt. Weil er schon vor der Mainz-Partie nur als Heißmacher fungieren konnte, klingen seine Worte vor der Aufgabe gegen Wolfsburg wie eine simple Wiederholung.

Neuer Ansatz? Geht nicht, zu wenig Zeit. Auch bei der Aufstellung wird sich – nicht mangels Zeit, sondern mangels Alternativen – vermutlich nicht viel verändern. Die Personallage ist – bis auf die Mini-Comebackchance für Santiago Garcia – die gleiche wie am Mittwoch. Und dass die Startelf-Überraschungen Ousman Manneh und Izet Hajrovic auch gegen Wolfsburg wieder dabei sind, hat Nouri fast schon bestätigt: „Die Wahrscheinlichkeit ist groß.“
csa/mr

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