Trainersuche bei Werder: Nouri macht erst mal weiter

Gisdol raus – doch wer kommt rein?

Emotionaler Typ im Jubelrausch: Werder-Coach Alexander Nouri ging nach dem 2:1 gegen Wolfsburg ordentlich ab. - Foto: Gumz

Bremen - Heute kann sich Alexander Nouri nach den aufregenden ersten Tagen als Werder-Cheftrainer noch ein bisschen ausruhen. Morgen ist er dann wieder gefordert. Er gehe „aktuell davon aus“, dass Nouri am Dienstag das Training leitet, sagte Sportchef Frank Baumann gestern. Für den Interimscoach wird es aber wohl noch besser kommen: Auch beim Auswärtsspiel bei Darmstadt 98 am Samstag (15.30 Uhr) wird er wahrscheinlich auf der Bank sitzen. Aber wie geht es danach weiter?

„Unser Entscheidungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Und wir haben da auch keinen Zeitdruck“, sagte Baumann. Werder sieht Nouri weiterhin als Option, setzt die Suche nach einem Nachfolger des entlassenen Viktor Skripnik aber fort und hat laut Baumann nur noch „einen sehr überschaubaren Kreis an Kandidaten“.

Einer davon hat sich inzwischen verabschiedet: Markus Gisdol (47). „Er war einer der Kandidaten, mit denen wir uns intensiver beschäftigt haben“, bestätigte Baumann. Doch Gisdol winkte ab. Der ehemaliger Hoffenheim-Coach favorisiert es, ausgerechnet zum Nord- und Erzrivalen Hamburger SV zu wechseln und dort die Nachfolge des gestern gefeuerten Bruno Labbadia anzutreten. „Nach meinen Informationen ist er dort ein Kandidat. Und man kann davon ausgehen, dass er zum HSV gehen wird“, meinte Baumann.

Werder kann sich also den Alternativen widmen, die nach Angaben des Bremer Managers da sind. Man habe „nicht nur eine Option“, erklärte Baumann – freilich ohne Namen zu nennen. Der ehemaliuge Bremer Spielmacher Andreas Herzog ist nach Informationen dieser Zeitung aber raus aus dem Rennen.

Nouri dagegen nicht. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass er eine Option ist, hier länger zu bleiben“, sagte Baumann. Auch Aufsichtsratschef Marco Bode machte dem Ex- und Vielleicht-Bald-wieder-Coach der U 23 Hoffnungen auf eine Festanstellung bei den Profis. Nach dem 2:1-Sieg gegen Wolfsburg am Samstagabend trat Bode vor die Kameras und schaltete sich (obwohl nicht sein Aufgabengebiet) erneut in die Personaldiskussion ein: „Nouri ist Teil unserer Überlegungen, so viel kann ich sagen. Er kommt schnell in die Köpfe und Herzen der Spieler und hat großen Anteil an den drei Punkten. Er hat es in kurzer Zeit geschafft, eine gewisse Ordnung und Leben in die Mannschaft zu bringen.“

Die Bremer Spieler, die am Samstag für Gespräche in der Mixed-Zone zur Verfügung standen, sind beeindruckt von Nouris Führungsstil. „Ich habe noch nie einen so energischen Trainer erlebt“, staunte Theodor Gebre Selassie. „Er glaubt an uns – und wir glauben an ihn. Er hat Mut und motiviert uns. Ein super Trainer“, findet Milos Veljkovic. Lennart Thy bescheinigte dem gebürtigen Buxtehuder einen „super Job“ und „die richtigen Worte. Er hat uns als Team wieder zusammengebracht.“

Dass sich die emotionale Schiene, die Nouri im Umgang mit der Mannschaft fährt, nach kurzer Zeit abnutzen könnte, glaubt Baumann nicht: „Er kann nicht nur motivieren, sondern ist insgesamt ein guter Trainer. Und er hat uns den erhofften Impuls gegeben.“

Das Lob klingt nett, muss aber für die Zukunft nichts bedeuten. Andere Baumann-Aussagen deuten sogar eher darauf hin, dass Nouri nach dem Darmstadt-Spiel zurück in die U 23 muss und Werder in der folgenden Länderspielpause einen neuen Mann präsentiert. Nouri wisse „Bescheid über die Suche“, berichtete der Sportchef zum Beispiel. Klingt so, als wäre der Interimscoach die Notlösung, wenn es mit dem Wunschtrainer nicht klappt.

Aber was ist, wenn Nouri weiter Erfolg in der Profimannschaft hat und mit Werder auch in Darmstadt gewinnt? Baumanns trockene Antwort: „Dann freuen wir uns und haben sechs Punkte.“ - mr

Anmerkung: Markus Gisdol (hat beim HSV unterschrieben) ist in der Umfrage noch mit aufgeführt, da diese bereits vor einer Woche gestartet wurde. Gisdol nachträglich zu entfernen, hätte ein insgesamt verfälschtes Ergebnis zur Folge.

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