Spezieller Kader für das Gladbach-Spiel

Werder macht das heute mit links…

Das Comeback rückt immer näher: Santiago Garcia (links) steht heute erstmals nach langer Verletzungspause wieder im Kader. Genauso wie Janek Sternberg (rechts) und Ulisses Garcia, die gegen Gladbach ebenfalls links verteidigen wollen.

Bremen - Von Björn Knips. Abschlusstraining bei Werder – das ist seit dem Ende der Ära Thomas Schaaf in Bremen eine eher langweilige Angelegenheit geworden. Während die Trainerlegende der Öffentlichkeit am Tag vor einem Spiel über eine Stunde lang Einblicke in seine vermeintlichen Startelf-Gedanken gestattete, machen seine Nachfolger dicht.

Okay, 15 Minuten dürfen die Medien rein, doch in der Zeit wärmen sich Clemens Fritz und Co. nur auf. So wie gestern im Weserstadion. Im Weserstadion? Es war nicht die einzige Besonderheit – und deshalb endlich mal ein etwas aufregender Abschlusstag vor dem heutigen Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (17.30 Uhr). So schlenderte das Trainerteam um Chef Viktor Skripnik um kurz vor Zwei nicht wie von Werder angekündigt Richtung Trainingsgelände, sondern zu Platz 11. Dort ertönte wenige Minuten später der Anpfiff der Drittliga-Partie Werder II gegen Dynamo Dresden. Und Skripnik sah dort ziemlich forsche Bremer, die den Favoriten gehörig in Verlegenheit brachten. So würde es sich der Ukrainer heute auch gegen Mönchengladbach wünschen.

Das Ergebnis passte ebenfalls. Denn als Skripnik und Co. zur Pause wieder zu ihren Profis gingen, führte der Nachwuchs noch 1:0. Am Ende setzte es eine ärgerliche 1:2-Niederlage. Doch da war Skripnik längst im Bundesliga-Modus. Das Abschlusstraining war ins Weserstadion verlegt worden, um jegliche Komplikationen durch das gut besuchte Drittliga-Spiel zu vermeiden. Die Journalisten durften aber wie immer kurz rein und sahen, dass sich die unter der Woche verletzten Philipp Bargfrede (Fußprellung) und Fin Bartels (Gesäßmuskelzerrung) ganz normal mit den Kollegen aufwärmten und auch beim berühmten Fünf gegen Zwei bestens gelaunt mitmischten. 22 Spieler standen auf dem Platz, die noch ein Abschlusspiel absolvieren sollten – sozusagen die Generalprobe. Doch just in dem Moment, als die Leibchen verteilt wurden, gab es von Co-Trainer Torsten Frings ein „Liebe Presse…“ – und schon war Werder unter sich.

Es ist also reine Spekulation, mit welcher Startelf Mönchengladbach heute besiegt werden soll. Nach einem Blick auf den Kader könnte man allerdings behaupten, Werder macht das mit links, denn Skripnik hat gleich drei Linksverteidiger in sein 18 Mann starkes Aufgebot berufen: Zum bisher gesetzten Ulisses Garcia und dessen Ersatzmann Janek Sternberg gesellt sich Santiago Garcia. Der Argentinier, in der Vergangenheit eigentlich Stammkraft auf dieser Position, ist nach langer Verletzungspause (Patellasehne) endlich zurück. Dafür musste Luca Zander, ein Rechtsverteidiger, Platz machen. Auch Levent Aycicek schaffte es nicht in den Kader, was nach seiner Nicht-Abstellung für die U 23 eigentlich erwartet worden war. Da hält es Skripnik dann doch wie Schaaf: Er ist unberechenbar. Und er sagt das, was auch Schaaf vor jedem Spiel gegen welchen Gegner auch immer gesagt hat: „Wir wollen gewinnen.“

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