Ausgerechnet gegen Bayern will Werder wieder mutiger sein

Skripnik kämpft gegen die Angst – mit Manndeckung

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GER, 1.FBL, Training Werder Bremen

Bremen - Von Björn Knips. Florian Grillitsch schaut noch mal zurück – auf dieses Pokal-Desaster von Lotte. „Vielleicht haben wir mit Angst gespielt“, meint der Werder-Profi. Neben ihm sitzt sein Trainer Viktor Skripnik. Es ist Pressekonferenz im Weserstadion. Es geht um das nächste Spiel am Freitagabend – und beim Blick auf den Gegner FC Bayern wird einem gleich wieder angst und bange.

Da muss Skripnik eingreifen, wie er es schon wenigen Stunden zuvor auf dem Platz getan hat. Der Coach will Bremen die Angst nehmen, dass nun alles bei Werder zusammenbricht. Zuerst ist die Mannschaft dran. Der Videoanalyse am Vortag folgt ein interessantes Training. Es wird gespielt – elf gegen elf. „Da kann man sich auch mal verstecken“, verrät Skripnik später. Doch diesmal geht es nicht, denn es ist kein normales Spiel. Jeder bekommt einen Gegenspieler zugeordnet. Manndeckung auf dem ganzen Platz. „Da bist du als Spieler immer im Fokus, du musst liefern. Gewinnst du den Zweikampf, dann pusht dich das. So kommst du aus der Angst raus“, behauptet Skripnik: „So wollen wir am Freitag auch spielen.“ Also komplette Manndeckung gegen die Bayern? 

Wahrscheinlich keine komplette. Aber so ähnlich hat es Werder schon mal gemacht, im April beim DFB-Pokalhalbfinale. Durchaus mit Erfolg! Der Außenseiter ärgerte den Favoriten gewaltig, verlor unglücklich mit 0:2. „Die Erfahrung zeigt“, sagt Skripnik, „als wir im März in München in der Bundesliga nur kompakt gegen den Ball verteidigt haben, gab es ein 0:5. Als wir dann im Pokal mutiger aufgetreten und nach vorne marschiert sind, war es ein echt gutes Halbfinale.“ Wiederholung erwünscht. Aber wie sollen die Pokalversager von Lotte ausgerechnet bei den Superstars des FC Bayern bestehen?

„Man muss nicht immer nur schlecht denken, sondern auch an die guten Sachen. Das haben wir gemacht“, verrät Skripnik Teil zwei seines Krisenmanagements. Er redet seine Spieler wieder stark, jammert nicht über die vielen namhaften Ausfälle wie Max Kruse, Claudio Pizarro oder Philipp Bargfrede. „Wir haben trotzdem Qualität“, betont der 46-Jährige und setzt sich dabei selbst weiter unter Druck: „Ich muss das Beste aus den Personen herausholen.“

Bauer erstmals im Werder-Training

Viele trauen ihm das längst nicht mehr zu. Nach der Pokalblamage gab es Skripnik-Raus-Rufe – und am Trainingsplatz Tipps fürs Bayern-Spiel, die gen Zweistelligkeit tendieren. Als Niederlage selbstverständlich. Auch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den vergangenen fünf Bundesligaspielen kassierte Werder 26 Tore beim FC Bayern. „Die Statistik stimmt“, bestätigt Skripnik: „Aber warum sollen wir Angst haben? Jeder von uns kann Fußball spielen. Wir haben gut trainiert. Das war eine gute Reaktion, das macht Hoffnung.“ Und er selbst hat natürlich auch keine Angst, dass es nach einer Klatsche in München für ihn noch ungemütlicher werden könnte.

Obwohl es die nächste Chance zur Wiedergutmachung wegen der Länderspielpause erst in zwei Wochen gibt. „Daran denke ich nicht“, versichert Skripnik: „Wir konzentrieren uns auf die Bayern.“ Dabei hat der Ukrainer noch etwas Hoffnungsvolles entdeckt: „Ich spiele lieber jetzt gegen die Bayern, wo es bei ihnen vielleicht noch nicht ganz optimal läuft. Sie wissen ja auch noch nicht, wo sie unter ihrem neuen Trainer stehen. Auch wenn die Bayern immer die Bayern sind.“

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