„Den Umgang mit den Spielern ändere ich nicht, sonst wäre ich nicht mehr ich“

Skripnik hat gebellt, beißen will er aber nicht

Trainer Viktor Skripnik lässt noch offen, ob er Neuzugang Serge Gnabry gegen den FC Augsburg von Anfang an bringen wird. Erstmal müsse Gnabry gesund von der U 21-Länderspielreise zurückkehren, so der Werder-Coach. Foto: nordphoto

Bremen - Von Carsten Sander. Den Hinweis seines „Entdeckers“ hätte es nicht gebraucht. „Ich weiß doch, dass ich liefern muss. Jeder Trainer muss das“, sagte Viktor Skripnik Montag. Der Werder-Trainer reagierte damit auf die Aussagen von Aufsichtsrat Willi Lemke, der den Ukrainer vor dem eminent wichtigen Heimspiel gegen den FC Augsburg (Sonntag, 15.30 Uhr) zusätzlich unter Druck gesetzt hat.

„Jetzt ist das Trainerteam mit Viktor Skripnik an der Spitze an der Reihe zu liefern“, hatte er gesagt. Der Angesprochene hat es zur Kenntnis genommen. Aber nicht zu Herzen. Ein Mann wie Willi Lemke, der einst in seiner Funktion als Werder-Manager den jungen Viktor Skripnik aus der Ukraine an die Weser geholt hatte, habe eine Meinung und dürfe die natürlich auch jederzeit äußern, meinte Skripnik. Aber obwohl ein Erfolgsauftrag aus dem inneren Zirkel eine andere Qualität hat als von außen hereingetragener Druck, gibt der 46-Jährige vor, nicht sonderlich berührt zu sein von Lemkes Aussagen: „Sagen Sie: Welcher Trainer muss denn nicht Ergebnisse und Punkte liefern? Jeder muss das. So ist das.“

Wo er recht hat, hat er recht. Aber natürlich ist Skripniks Situation nach dem Mega-Fehlstart eine andere als bei seinen 17 Bundesliga-Kollegen. Der in der vergangenen Saison beinahe abgestiegene Coach steht schon wieder unter besonderer Beobachtung, er braucht am Sonntag einen Sieg, um die Lage etwas zu beruhigen. Was er dafür macht? Erstmal hat er die eigenen Emotionen runtergekühlt. Nach der 0:6-Klatsche bei Bayern München hatte er einen härteren Umgang mit den Spielern angekündigt. Doch davon ist nichts geblieben. Wie immer läuft seither das Training. Und tatsächlich hat Skripnik gar keine Lust, den Rambo rauszukehren. „Den Umgang mit den Spielern ändere ich nicht“, sagte er: „Sonst wäre ich nicht mehr ich.“

Gebellt hat er also, beißen will er nicht. Doch Skripnik versucht, „noch intensiver“ zu arbeiten, wie er es ausdrückt. „Wir sind nicht hektisch geworden, sondern ruhig und sachlich geblieben“, beschreibt er die Praxis mit seinen Assistenten: „Wir haben noch mehr Analysen gemacht.“

Sehr viel mehr sinnvolle Arbeit mit dem Personal war auch nicht möglich, weil sich seit dem 0:6 in München eine ganze Elf auf Länderspielreise befindet. Neuzugang Serge Gnabry inklusive. Dessen Werder-Premiere wird mit Spannung erwartet. Auch von Skripnik. Die Knieprobleme, die Gnabry von den Olympischen Spielen in Brasilien mitgebracht hat, begleiteten ihn zwar auch zur deutschen U 21-Auswahl, doch heute in Finnland (18.00 Uhr, NTV live) soll er spielen. Und Sonntag dann auch in Bremen? „Wichtig ist, dass er zeigt, dass er gesund ist. Wir sind da in Kontakt mit dem Teamarzt“, meint Skripnik und lässt sich zu einer Einsatzgarantie für den Neuzugang nicht hinreißen. Dafür weiß er insgesamt noch zu wenig über den 21-Jährigen. „Er ist ein Spieler, der ein Match durch seine individuelle Klasse entscheiden kann. So einen zu haben, ist für jede Mannschaft sinnvoll. Aber ich habe noch kein einziges Training mit ihm gehabt. Eine gewisse Zeit brauchen wir, um uns kennenzulernen“, erklärt er.

Gnabry wird nach dem trainingsfreien Mittwoch erst am Donnerstag mit der Mannschaft zusammentreffen. Dann bleiben noch die Einheiten am Freitag und am Samstag, um sich einzufinden. Und um die optimale Position für ihn zu ermitteln. Vorerst lässt Skripnik offen, ob er Gnabry tatsächlich statt des verletzten Max Kruse auf die Zehn stellt oder doch lieber auf einer der Außenpositionen aufbietet. Die Flexibilität, die der Spieler auf dem Platz bietet, bietet der Trainer in seinen Aussagen: „Ich kann mir gut vorstellen, dass er in der Offensive ein attraktiver Spieler für uns ist. Aber er ist ein Typ wie Fin Bartels, kann rechts, links, im Zentrum oder als zweite Spitze spielen.“ 

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