Am Donnerstag erstes Training bei Werder

Gnabry und die Ausrufezeichen

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Serge Gnabry am Mittwoch in Bremen

Bremen - Für Frank Baumann gab es da überhaupt keinen Zweifel: „Ganz klar sein Tor!“ Natürlich sprang der Werder-Sportchef dem U21-Nationalspieler zur Seite – schließlich trägt Serge Gnabry ab Donnerstag grün-weiß. Die Uefa ist da etwas objektiver und wertete den 1:0-Siegtreffer der deutschen U21 in der EM-Qualifikation in Finnland als Eigentor von Sauli Väisänen.

Kann man durchaus so machen. Der finnische Abwehrchef hatte die Hereingabe von Gnabry schließlich ins eigene Tor befördert. Doch haften bleibt vor allem die gute Aktion des Neu-Bremers. Es war freilich nicht seine einzige im Spiel. „Serge hat das fortgesetzt, was wir von ihm bei Olympia gesehen haben“, lobte Baumann. Der Werder-Sportchef war – wie so viele andere Bundesligisten auch – erst in Brasilien wieder so richtig auf den Offensivmann aufmerksam geworden.

Und wegen des längerfristigen Ausfalls von Max Kruse griff Baumann zu, lotste ihn für eine Ablösesumme von fünf bis sechs Millionen Euro vom großen FC Arsenal an die Weser. Dort wurde Gnabry vergangene Woche auch schon vorgestellt, reiste aber sofort wieder ab – zur U21. Beim Test am Freitag gegen die Slowakei fehlte er dann. Offizielle Begründung: Knieprobleme. Da läuteten in Bremen schon die Alarmglocken. Sollte Werder einen verletzten Spieler verpflichtet haben? Die Antwort lautete „Nein“, wie Baumann betonte: „Das war nichts Schlimmeres. Serge wurde für das Finnland-Spiel geschont.“

Denn dort ging es um die EM-Qualifikation. Dank des halben Gnabry-Tores führt Deutschland die Tabelle nach acht Spielen souverän mit fünf Punkten Vorsprung auf Österreich an. Aus den beiden verbleibenden Spielen gegen Russland und Österreich fehlt der DFB-Auswahl nur noch ein Sieg, um 2017 sicher in Polen dabei zu sein. Doch nun ist für Gnabry erst einmal Werder angesagt. Bereits am Mittwoch kehrte der 21-Jährige nach Bremen zurück. Fast drei Stunden war der Angreifer im Weserstadion. Anschließend gab es noch ein freundliches „Daumen hoch“ für den wartenden Fotografen, dann düste der Neuzugang mit seinem Berater davon.

Am Donnerstagnachmittag wird Gnabry zum ersten Mal mit seinen neuen Kollegen trainieren. Ob er dann schon am Sonntag im Heimspiel gegen Augsburg (15.30 Uhr) dabei sein wird, wollte Baumann noch nicht vorhersagen: „Dafür ist es noch zu früh, wir warten jetzt das Training ab – und dann wird das Viktor Skripnik entscheiden.“ Aber Baumann hätte nichts dagegen, wenn Gnabry gleich so weitermachen würde wie zuletzt: „Sein nächstes Ausrufezeichen darf er gerne bei uns setzen.“
kni

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