Nicht gegebene Treffer von Garcia und Hummels

Schiri-Fehler bringen Werder in die Bredouille

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Werder-Profi Vestergaard in der Diskussion mit Schiedsrichter Zwayer.

Köln/Frankfurt/Bremen – Von Michael Baltes. Diese beiden Fehlentscheidungen können noch ganz bittere Folgen für Werder Bremen haben. Im Spiel der Grün-Weißen beim 1. FC Köln wird ein klares Tor von Santiago Garcia nicht gegeben – bei der Partie Frankfurt gegen Dortmund pfeift der Referee einen regulären Treffer von Mats Hummels zurück. Schiri-Schelte wird von den Bremern trotzdem nicht betrieben.

In Köln läuft die 25. Minute, Zlatko Junuzovic tritt einen Eckball von der linken Seite an den gegnerischen Fünfer, wo der Ball zunächst geklärt wird – aber genau am Elfmeterpunkt vor die Füße von Santiago Garcia fällt. Werders Linksverteidiger fackelt nicht lange und drischt den Ball ins Tor der Gastgeber. Anschließend dreht der Argentinier zum Jubeln ab, kommt allerdings nicht weit. Schiedsrichter Felix Zwayer gibt den Treffer zum Unverständnis der Bremer nicht. Der 34-jährige Referee aus Berlin will ein Foul von Jannik Vestergaard im Fünfmeterraum an Kölns Keeper Timo Horn gesehen haben. Eine klare Fehlentscheidung. Vestergaard berührt Horn überhaupt nicht. Der FC-Torhüter wird von seinem eigenen Stürmer Anthony Modeste behindert.

„Ich weiß nicht, wieso er das Tor nicht gegeben hat“, sagte Werders Sportchef Thomas Eichin nach der Partie, um anzufügen: „Ist halt so – im Abstiegskampf entscheiden dann auch solche Dinge die Spiele.“ Ein großer Vorwurf an Zwayer ist den Worten des 49-Jährigen nicht zu entnehmen. Auch Trainer Viktor Skripnik greift nicht zur Schiri-Schelte. Stattdessen ist der Ukrainer durchaus zufrieden mit dem torlosen Remis beim FC: „Wir nehmen den Punkt gerne mit. Egal, ob wir verloren oder gewonnen hätten, wir hätten sowieso ein Finale gehabt gegen Frankfurt. Ich bin froh, dass wir alles in unserer Hand haben. Mit einem Sieg bleiben wir in der Bundesliga.“

Recht hat Skripnik damit – allerdings wäre Bremens Ausgangslage vor dem Abstiegs-Showdown am kommenden Samstag deutlich besser gewesen, wenn die Grün-Weißen den Treffer bekommen und damit möglicherweise drei statt nur einen Punkt mit auf die Heimreise genommen hätten. Dessen ist sich auch Werders Kapitän Clemens Fritz bewusst. Trotzdem biss auch er sich symbolisch auf die Zunge: „Das war ein klares Tor, aber was soll man machen? Wenn ich was sage, sitze ich nächste Woche auf der Tribüne.“

Statt als 15. geht Werder als 16. ins Abstiegsfinale

Möglicherweise wussten Skripnik, Eichin und Fritz zum Zeitpunkt ihrer Aussagen auch noch nicht, wie der sensationelle 1:0-Sieg von Frankfurt gegen Dortmund zustande gekommen ist, dass dem BVB Sekunden vor der Halbzeit ein regulärer Treffer von Mats Hummels zum vermeintlichen 1:1 nicht gegeben wurde. Wegen Abseits. Ebenfalls eine Fehlentscheidung. Natürlich ist es Makulatur, darüber zu diskutieren, was gewesen wäre wenn – zumal der FC in der zweiten Halbzeit nach dem Einsteigen von Papy Djilobodji bei Kölns Dominic Maroh durchaus auch einen Elfmeter hätte zugesprochen bekommen können. Dennoch ist es aus Bremer Sicht äußerst ärgerlich, so, wie es gelaufen ist.

Statt als Tabellen-15. geht das Skripnik-Team nun als 16. in das Spiel gegen Frankfurt. Der Eintracht reicht schon ein Unentschieden, um sicher die Klasse zu halten. Werder muss dagegen siegen, um sich direkt zu retten. Bei einer Niederlage droht der direkte Gang in die Zweite Liga. Und sollte das tatsächlich eintreten, dürfte in Bremen sicher mit deutlich mehr Ärger auf die beiden Fehlentscheidungen vom 33. Spieltag zurückgeblickt werden, als es an diesem Samstag der Fall war.

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