„Bundesliga ist etwas Großes, Starkes“

Sane breitet in Bremen seine Flügel aus

Freut sich auf Werder: Lamine Sane schnupperte gestern vor dem Test gegen Chelsea schon mal Heimspiel-Atmosphäre. - Foto: nph

Bremen - Bei dieser Testspielpaarung fühlte sich Lamine Sane gestern sofort an längst vergangene Tage erinnert. Und an seine Spielkonsole. Werder Bremen gegen den FC Chelsea – das hatte es früher im Familienduell auf der Playstation oft gegeben. Bremens Neuzugang Lamine war „immer Werder“, sein jüngerer Bruder Salif (Hannover 96) wählte meistens Chelsea.

„Und ich war nicht schlecht, habe ihn öfter mal besiegt“, behauptete der ältere Sane bei seiner offiziellen Vorstellung mit einem breiten Grinsen. Er hoffe, dass Werder auch diesmal siege, ergänzte der 29-jährige Innenverteidiger noch. Doch daraus wurde nichts, die Londoner setzten sich im Weserstadion mit 4:2 durch.

Vor der Partie hatte der ablösefrei von Girondins Bordeaux gekommene Senegalese bei seiner ersten Pressekonferenz einen sympathischen Eindruck hinterlassen. Zunächst sprach Sane auf Französisch (Dolmetscherin Lina Beckmann übersetzte) über seine Blessur – und gab Entwarnung: „Meinem Knie geht es besser. Heute bin ich ins Fitness- und Krafttraining eingestiegen. Und ich baue meine Muskeln weiter auf. Ich denke, in einigen Wochen bin ich fit und kann spielen.“ Die nötige Zeit bekommt er, sagte Werder-Sportchef Frank Baumann: „Wir wollen ihn in einem Top-Zustand haben und einfach keinen Rückschlag riskieren. Und dann freuen wir uns auf seine Qualitäten.“ Mit seiner großen Erfahrung soll der ehemalige Bordeaux-Kapitän „hier eine wichtige Rolle spielen“, hofft Baumann.

Genau das hat der 1,92 Meter lange Sane vor. „Ich war bisher eine Führungsfigur – und das kann man auch bei Werder von mir erwarten.“ Dass er Bordeaux nach acht Jahren verlassen wollte, begründete der 29-Jährige mit seinem Wunsch nach etwas Neuem: „Ich möchte etwas anderes ausprobieren, meine Flügel mehr ausbreiten.“ Der handfeste Disput mit Girondins-Keeper Jerome Prior, nach dem beide eine Zeitlang suspendiert worden waren, habe keine Rolle gespielt – versicherte Sane: „Es gab einen Konflikt. Und das ist ein kleiner schwarzer Fleck in meiner Karriere. Aber es hat nicht dazu geführt, dass wir danach keine Freunde mehr waren. Jetzt will ich allerdings nur noch nach vorne schauen.“

Werder-Zugänge zur Saison 2016/2017

Und zwar auf Werder. Er habe die Wahl zwischen England und Deutschland gehabt, verriet der große Johan-Micoud-Fan. Werders Ex-Verteidiger Papy Djilobodji (inzwischen von Chelsea für 9,5 Millionen Euro an den FC Sunderland verkauft) habe ihm dann von Bremen und „den Super-Fans“ vorgeschwärmt: „Papy hat mir Großartiges berichtet. Und die Bundesliga hat mich schon immer fasziniert. Sie ist etwas ganz Großes, Starkes. Da habe ich Lust mitzumachen.“ Dass er schon mit seinem Landsmann Djilobodji verglichen wird, gefällt Sane dagegen nicht so sehr: „Wir sind unterschiedliche Charaktere.“

Seinem Bruder, der ebenfalls Deutschland-Werbung betrieben hatte, ähnele er schon eher. „Wir sind beide polyvalente Spieler, können in der Innenverteidigung oder dem defensiven Mittelfeld eingesetzt werden“, sagte Sane, den Werder ganz klar in der Innenverteidigung sieht. Dass die beiden Sanes räumlich nun nah beieinander sind, haben sie bereits ausgenutzt. Gestern Vormittag war Salif in Bremen und besuchte seinen Bruder. „Wir stehen uns sehr nahe“, meinte der ältere Sane: „Und wir wollen beide unseren Weg in Deutschland machen.“ - mr

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