Werder-Sportdirektor will nach Mainz

Schröder bittet um Freigabe

+
Sportdirektor Rouven Schröder will Werder verlassen

Bremen - Nun ist es offiziell. Sportdirektor Rouven Schröder will den SV Werder Bremen verlassen und Nachfolger von Manager Christian Heidel beim FSV Mainz 05 werden. „Rouven hat mich informiert, dass er Kandidat Nummer eins bei den Mainzern ist. Und er möchte das gerne machen“, bestätigte Werder-Sportchef Thomas Eichin der Kreiszeitung: „Natürlich werden wir uns jetzt mit dem Thema beschäftigen.“

Ob er seinem Mitarbeiter die Freigabe erteilen wird, wollte Eichin noch nicht sagen. Aber es ist davon auszugehen, dass er ihm keine Steine in den Weg legen wird. Schröders Vertrag läuft noch bis 2017. Bis zu einer Entscheidung bleibt noch etwas Zeit, denn erst muss der Heidel-Wechsel zum FC Schalke perfekt gemacht werden. Die Parteien sind sich zwar längst einig, aber der Schalker Aufsichtsrat muss den Deal noch abnicken. Das soll am kommenden Sonntag geschehen. Erst dann können auch die Mainzer ihre Zukunft regeln und Schröder verpflichten.

„Es gibt noch keinen Vertrag. Das steht alles unter dem Vorbehalt, dass in Mainz die Position frei wird und Rouven die Freigabe erhält. Das weiß Rouven Schröder, das weiß Werder“, sagte Heidel der „Bild“ – und der 52-Jährige meinte zu seiner eigenen Zukunft: „Ich kann doch über ein Angebot von Schalke nur entscheiden, wenn ich weiß, dass es eine Nachfolge-Regelung in Mainz geben würde – das habe ich doch immer betont!“

Bereits im Oktober soll sich Heidel mit Schalke mündlich einig gewesen sein. Seitdem beschäftigen sich die Mainzer angeblich auch schon mit Schröder. Der 40-Jährige war 2015 vom Zweitligisten Greuther Fürth an die Weser gewechselt, als rechte Hand von Eichin. Er galt als Kaderplaner, scoutete mögliche neue Spieler und sprach viel mit den Agenten. Die Transfers wickelte am Ende jedoch Eichin ab. Es war bei Werder kein Geheimnis, dass Schröder nach einer Chefrolle strebt. Durch die Vertragsverlängerung von Eichin im September war das in Bremen auf absehbare Zeit nicht möglich. Nun darf sich der 40-Jährige in Mainz beweisen.

Keine leichte Aufgabe. Denn Heidel hat den Club 23 Jahre lang geprägt und zuletzt quasi im Alleingang geführt. Das sind ziemlich große Fußstapfen, in die Schröder dort tritt. In Bremen ist das anders. Schröder hinterlässt zwar eine Lücke, aber eine wesentlich kleinere. Seine Stelle soll auch gar nicht eins zu eins neu besetzt werden, sondern Schröders Aufgaben verteilt werden – auf Tim Steidten (Leiter der Scoutingabteilung) und Peer Jaekel (Scout). Und das ab sofort. Das Hoffenheim-Spiel, das Schröder von der Bank aus verfolgt hat, dürfte sein letzter Werder-Einsatz gewesen sein.

Denn der bevorstehende Wechsel zu einem Bundesliga-Konkurrenten macht ihn untragbar. Es ist ohnehin für Werder nicht angenehm, dass Schröder jede Menge Wissen über die Verträge und die Finanzen mitnimmt. Doch verhindern kann und will der Club den Wechsel nicht. Und eine Ablösesumme, wie sie Schalke angeblich für Heidel an Mainz überweist, ist auch nicht vorgesehen. Dafür ist Schröders bisherige Rolle nicht prominent genug gewesen. Das wird sich in Mainz nun ändern.
kni

Mehr zum Thema:

In Paris beginnt die Zukunft des Autos

In Paris beginnt die Zukunft des Autos

Tödliches Feuer in Krankenhaus in Bochum

Tödliches Feuer in Krankenhaus in Bochum

Uralt-Raffinerie gefährdet Curacaos Traumtourismus

Uralt-Raffinerie gefährdet Curacaos Traumtourismus

Trickdogging verbindet Hund und Halter

Trickdogging verbindet Hund und Halter

Meistgelesene Artikel

Personalnot war mal: Nouri hat die Wahl

Personalnot war mal: Nouri hat die Wahl

„In mir steckt noch viel Werder“

„In mir steckt noch viel Werder“

Keine Prognose bei Pizarro

Keine Prognose bei Pizarro

Die letzte Runde in Werders Trainer-Casting

Die letzte Runde in Werders Trainer-Casting

Kommentare