Verletzter Pizarro fehlt zum Saisonstart

Wer ersetzt den Unersetzlichen?

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Claudio Pizarro

Bremen - Von Malte Rehnert. Die Erinnerungen ans Vorjahr kommen ganz automatisch hoch. Nach seiner Verpflichtung im September und rund zwei Monaten Vertragslosigkeit brauchte Claudio Pizarro eine ganze Weile, um seine körperlichen Defizite aufzuarbeiten und so richtig in Schwung zu kommen.

Erst in der Rückrunde fand der 37-jährige Peruaner zu seiner Bestform und wurde zu Werders Lebensversicherung im Abstiegskampf. Momentan erinnert der Torjäger aber eher wieder an den vergangenen Sommer – er ist nicht fit und gibt Anlass zur Sorge. „Die aktuelle Situation ist aber nicht mit der in der Vorsaison vergleichbar“, meint Werder-Sportchef Frank Baumann. Nach seinem Abschied vom FC Bayern sei Pizarro 2015 „drei, vier Monate ohne Teamtraining“ gewesen: „Momentan hat er definitiv ein deutlich höheres Niveau als damals.“ Helfen kann Pizarro beim Pflichtspielstart trotzdem nicht.

Wegen einer von Werder nicht näher definierten Muskelverletzung im linken Oberschenkel fällt er sieben bis zehn Tage und damit auf jeden Fall beim Pokalspiel in Lotte am Sonntag (15.30 Uhr) aus. Auch beim Bundesliga-Auftakt bei seinem Ex-Club FC Bayern am 26. August (20.30 Uhr) wird der Peruaner wohl nicht dabei sein. „Wir müssen da jetzt von Tag zu Tag schauen. Es kann etwas schneller gehen, aber auch etwas länger dauern“, sagt Baumann. Dass der im Oktober 38 Jahre alt werdende Pizarro nicht jede Trainingseinheit mitmacht, ist inzwischen ein gewohntes Bild. Er darf und soll sich mehr schonen, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Schon in der vergangenen Saison blieb er oft im Kraftraum oder auf der Massagebank, wenn die Kollegen draußen auf dem Platz arbeiteten.

Dennoch hat es ihn nun erwischt. Nach dem Testspiel gegen Chelsea (2:4) machte zunächst die Wade Probleme, nun also der Oberschenkel. Pizarro (im Trainingslager in Herzlake nicht ein einziges Mal mit der Mannschaft auf dem Platz) muss in einer sehr wichtigen Phase zugucken. Er kann sich nicht – wie die anderen – in einen körperlichen Top-Zustand quälen. Er fehlt, wenn in den Einheiten und den Tests am neuen 4:2:3:1-System gefeilt wird. Und er kann sich nicht mit seinem neuen Offensivpartner Max Kruse, der ihn mit Vorlagen füttern soll, einspielen. „Es ist schade, dass Claudio Teile der Vorbereitung verpasst hat. Da hätte er sich auf sein Grundfitnesslevel bringen können. Wir müssen jetzt sehen, dass er erst mal im läuferischen Bereich noch einiges machen und die Basis legen kann, um körperlich die komplette Saison auf einem hohen Niveau durchzuhalten“, meint Baumann: „Wir haben aber Geduld mit ihm und wir haben Alternativen.“

Johannes Eggestein noch unerfahren

Aber keine mit eingebauter Torgarantie, wie Pizarro sie hat. Gegen Ingolstadt durften sich Lennart Thy und Aron Johannsson jeweils eine Halbzeit lang um den Posten des Pizarro-Vertreters bewerben. St.-Pauli-Rückkehrer Thy ackere zwar „unheimlich viel“ und sei „ein unangenehmer Gegenspieler“, wie Kapitän Clemens Fritz lobt. Allerdings war Thy vor dem Tor ziemlich harmlos. Nur ein Treffer in den Testspielen (gegen Chelsea) – eine magere Bilanz. Und bei Johannsson ist noch abzuwarten, wie er die Belastung nach fast elfmonatiger Pause (Hüftverletzung) wegsteckt. „Er arbeitet sehr intensiv“, sagt Fritz, „aber er braucht noch Zeit.“ Skripnik freut sich, dass der US-Isländer zumindest schon mal wieder eine Halbzeit spielen kann und sich gegen Ingolstadt „durchgebissen“ hat: „Aron ist eine gute Alternative, er macht Druck auf die anderen.“

Ein weiterer Kandidat als einzige Spitze ist Johannes Eggestein, der bei seinen bisherigen Einsätzen gefährlicher wirkte als Thy und Johannsson. Der 18-jährige Eggestein ist aber eben noch total unerfahren und damit das Gegenteil von Pizarro. „Die Gegner in der Bundesliga kennen Claudio und haben großen Respekt vor ihm. Allein durch seine Ausstrahlung bringt er enorm viel Energie für uns aufs Feld“, urteilt Skripnik und schickt mit Blick auf Pizarro noch gleich eine innige Hoffnung hinterher: „Ich wünsche mir, dass er möglichst schnell wieder so ein gutes Gefühl hat wie in der Rückrunde.“
mr

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