Nouris Matchplan gegen Darmstadt

Mit Gegenpressing zum Erfolg

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Werder-Coach Alexander Nouri

Bremen – Pressekonferenzen vor Spielen sind - was Taktik und Aufstellung angeht - in der Regel wenig aufschlussreich. Auch beim SV Werder war das bis vor kurzem so. Unter Interimscoach Alexander Nouri ist das anders. Zumindest ein bisschen. Der 37-Jährige gibt Einblicke, die erkennen lassen, wie er am Samstag mit seinem Team Darmstadt knacken will.

In seinen ersten Tagen als Interimscoach hatte Nouri wenig bis gar keine Zeit, um seine taktische Vorstellung auf das Team zu übertragen. Zu kurz waren die Abstände zwischen seinem Amtsantritt am Sonntag, dem Spiel gegen Mainz (Mittwoch) und der Partie gegen Wolfsburg (Samstag). In der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel in Darmstadt hatte Nouri nun zumindest eine komplette Trainingswoche, um mit den Spielern zu arbeiten. „Klar, dass man dann versucht, sich gewisse Abläufe, gewisse Muster im Spielaufbau zu erarbeiten, gegen einen Gegner, der extrem kompakt und tief steht“, sagte Nouri am Donnerstag. Es gehe darum, Strategien zu entwickeln, um in den Rücken der Abwehr zu kommen – genau darauf lag ein Schwerpunkt in der Vorbereitung, so Werders Coach weiter.

Ein wichtiges Mittel für Nouri: Gegenpressing. „Da gilt es für mich, sich schon im Spielaufbau selbst zu organisieren, dass du bei Ballverlust sofort ins Gegenpressing gehen kannst“, erklärt der 37-Jährige die gewünschte Vorgehensweise. Es geht dabei darum, die wenigen Sekunden, in denen sich der Gegner bei Ballgewinn im Umschaltspiel von Defensive auf Offensive befindet, zu nutzen, um den Ball zurückzuerobern. Gelingt das, ist der Gegner – da gerade in der Vorwärtsbewegung – in der Defensive unsortiert und es lassen sich leichter Torchancen kreieren.

Ein optimales Gegenpressing erfordert hohe Laufarbeit, eine gute Abstimmung und vor allem eine schnelle Auffassungsgabe sowie enorm hohe Konzentration. Damit das gelingt, sollen seine Spieler auf dem Feld „das komplette Umfeld ausblenden - bei sich sein, bei ihrem Job“, fordert Nouri. Der Coach erwartet zudem „eine hohe Taktung, eine hohe Intensität“ von seinem Team. Was Nouri dagegen nicht sehen will, sind unnötige Fouls in der eigenen Hälfte: „Bei Standardsituationen ist Darmstadt brandgefährlich“, so der Coach, der weiter ausführt: „Wir müssen versuchen, wenige Fehler im Spielaufbau zu machen, wenig Ballverluste im Zentrum zu haben“, denn das sei genau das, worauf Darmstadt lauere, um anschließend über die schnellen Außen zu kontern.

Auch gegen Darmstadt wohl im 4-2-3-1-System

Personell gesehen wollte sich Nouri am Donnerstag noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen: „Ich kann mir vorstellen, dass Norbert Meier (Anm.d.Red.: Darmstadt-Coach) einen alten Werder-TV Zugang hat, deswegen möchte ich noch nicht so viel zur Startelf sagen", sagte der 37-Jährige mit einem Grinsen. Trotz allem ließ er durchblicken, dass im Sturmzentrum Ousman Manneh trotz der Rückkehr von Aron Johannsson gute Chancen auf einen Einsatz hat. „Ousman hat viele Argumente für sich geliefert", so Nouri. Für den 19-Jährigen sprechen seine läuferischen und kämpferischen Qualitäten – für ein gutes Pressing und Gegenpressing braucht es genau solche Typen. Im Torabschluss hat er im Vergleich zu Johannsson dafür Nachteile.

Auf den anderen Positionen ist zu erwarten, dass Nouri mit einer Ausnahme wieder auf die Startelf aus dem Spiel gegen Wolfsburg setzt – mit Jaroslav Drobny im Tor, wie Werders Trainer bereits am Donnerstag klarstellte. Lediglich Lamine Sane, der mit Knieschmerzen gegen den VfL passen musste, dürfte wieder für Milos Veljkovic in die Innenverteidigung rücken. Genauso ist davon auszugehen, dass Nouri sein Team wieder in einem 4-2-3-1-System aufs Feld schickt, bei dem die Grenzen zu einem 4-1-4-1 je nach Situationen schwimmend sind.

mib

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