Werder-Coach sieht 1:2 auf der Tribüne

Nouri – am Ende tut’s gleich doppelt weh

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Alexander Nouri

Bremen - So hatte sich Alexander Nouri sein Debüt als Trainer der Werder-Profis ganz gewiss nicht vorgestellt – zumindest dieses niederschmetternde Ende nicht. Erst kassierte sein Team in der Schlussphase den Ausgleich, dann musste der 37-Jährige rauf auf die Tribüne – und von dort sah er in der Nachspielzeit auch noch das entscheidende Tor zum 1:2.

Lob für den aus der U23 hochgezogenen Coach gab es trotzdem. „Er hat definitiv viel Schwung reingebracht, uns viel Mut zugesprochen und versucht, uns mitzureißen. Ich denke, das hat er auch geschafft“, meinte Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic. Sportchef Frank Baumann fand ebenfalls, „dass Alex es gut gemacht hat“ – und er stellte Nouri auch gleich eine zweite Chance in Aussicht. Dass der Coach am Samstag im Heimspiel gegen Wolfsburg auf der Bank sitzt, ist laut Baumann „sehr, sehr wahrscheinlich“. Wie es danach weitergeht, sei jedoch völlig offen. „Wir haben uns kein Zeitlimit gesetzt. Wir machen das, was das Beste für Werder ist“, sagte Baumann zur Trainersuche.

Nouri selbst gab sich bei diesem Thema erneut zurückhaltend: „Ich lebe im Moment und mache mir über die Zukunft keine Gedanken.“ Ein großer Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bremer Trainer war gestern Abend im Weserstadion schon ganz schnell zu erkennen gewesen. Während Viktor Skripnik an der Seitenlinie oft stoisch oder gedankenverloren wirkte, gab Nachfolger Nouri in seiner Coaching-Zone sofort Vollgas. Bereits nach wenigen Minuten protestierte er beim Schiedsrichter-Assistenten und rief damit gleich mal den Vierten Offiziellen auf den Plan.

Nach dem herrlichen Treffer zum 1:0 durch Izet Hajrovic brüllte der Ex-Profi seine ganze Freude heraus, ballte die Fäuste und sprang wild herum. Kurz vor der Pause spielte Nouri dann – nicht ganz fair – auf Zeit. Er fing den Ball und versteckte ihn vor dem heraneilenden Mainzer Giulio Donati hinter seinem Rücken. Referee Wolfgang Stark (Ergolding) fand das jedoch überhaupt nicht lustig und gab dem Bremer Trainer verbal und mit Gesten klar zu verstehen: Noch ein Mal, dann geht’s rauf auf die Tribüne! Diese Strafmaßnahme blieb Nouri zunächst noch erspart. Im zweiten Durchgang hielt er sich – zumindest im Dialog mit den Unparteiischen – ein bisschen zurück und beschränkte sich auf das immer wieder lautstarke Anfeuern seiner Mannschaft. 

Nach dem späten Treffer zum Mainzer 1:1 brach es dann jedoch noch mal aus dem impulsiven Nouri heraus. Dass er dafür auf die Ränge musste, konnte er „nicht ganz nachvollziehen. Ich habe überhaupt nichts gesagt und nur versucht, meine Mannschaft nach vorne zu peitschen und zu motivieren.“ Schiedsrichter Stark sah das offenbar anders.
mr

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