Filbry verkündet Minus von 5,9 Millionen

Ausgerechnet der Fan-Service schönt die Zahlen

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Werder-Boss Klaus Filbry ist mit der finanziellen Entwicklung nach schwierigen Jahren grundsätzlich zufrieden.

Bremen - Nun ist es offiziell: Das Werder-Minus in der vergangenen Saison beträgt 5,9 Millionen Euro. Diese Zahl verkündet Werder-Boss Klaus Filbry am Abend auf der Mitgliederversammlung in der Sporthalle an der Hemelinger Straße.

Es soll am Endes des Konsolidierungskurses Werders letztes Minus gewesen sein. Im laufenden Geschäftsjahr strebt der Bundesligist eine schwarze Null an, so Filbry. Das Eigenkapital beträgt noch zwei Millionen Euro. Das ist wesentlich mehr als erwartet, hat aber einen einfachen Grund: Die Werder Bremen Fan-Service GmbH gehört nun zum Konzernergebnis und wirkt sich ziemlich positiv auf das Eigenkapital aus. Das hätte ohne die Fan-Service GmbH nur noch 600.000 Euro betragen. Dank des Geschäfts mit den Fanartikeln übersprang der Umsatz erstmals seit der Saison 2010/11 wieder die 100-Millionen-Grenze und lag bei 103,8 Millionen Euro, rund fünf Prozent davon kommen aus der Fan-Service GmbH.

Eigentlich muss es ja heißen: Ausgerechnet die Fan-Service GmbH sorgt für gute Zahlen. Denn die Geschäfte in diesem Bereich liefen jahrelang schlecht. Kaum vorstellbar, denn das Merchandising gilt gemeinhin als Goldgrube für Bundesliga-Vereine und speziell für Traditionsclubs. Bei Werder ist das anders. In den Spielzeiten 2012/13 und 2013/14 gab es jeweils ein Minus von über einer halben Million Euro. Davor waren leichte Gewinne eingefahren worden – und in der Saison 2009/10 gab es mit über 700.000 Euro ein ordentliches Plus. Das Topergebnis mit über eine Million Euro Gewinn stammt aus der Saison 2006/07.

Die Minuszahlen begründet Werder mit dem kostspieligen Umbau der Werder-Fanwelt im Weserstadion, dem Relaunch des Internet-Shops und schlechten Geschäften. Es wurde viel zu viel Ware bestellt, die zum Teil nur mit großen Nachlässen oder gar nicht verkauft werden konnte. Die stark gesunkene Nachfrage fiel genau in die Zeit des sportlichen Einbruchs und des Einstiegs des umstrittenen Sponsors Wiesenhof.

Immerhin scheint das ganz tiefe Tal durchschritten. In der vergangenen Saison gab es ein – wenn auch noch etwas bescheidenes – Plus von immerhin 100.000 Euro. Nun könnte die Rückholaktion von Publikumsliebling Claudio Pizarro die Kassen klingeln lassen. Trikots mit seinem Schriftzug sind jedenfalls schon reihenweise über den Tresen gegangen.

Insgesamt hat Werder aber durchaus ordentliche Geschäfte gemacht. Deshalb ist Werder-Boss Klaus Filbry mit der finanziellen Entwicklung nach schwierigen Jahren grundsätzlich zufrieden. „Wir sind noch nicht ganz dort, wo wir hin wollen. Aber wir haben das Ziel unmittelbar vor Augen und werden auch den letzten Teil des Weges konsequent bis zum Erfolg durchziehen. Wir biegen bei der Konsolidierung mit Augenmaß auf die Zielgerade ein“, ließ sich der 48-Jährige in einer Pressemitteilung des Clubs zitieren und meinte weiter: „Wir konnten uns in allen wichtigen Einnahmefeldern wie Spielbetrieb, Werbung, TV-Gelder und Transfergeschäften steigern, müssen jedoch mit Sondereffekten wie dem Wechsel des Trainerstabs und Kosten zur Kaderbereinigung umgehen. Wir haben jedoch gute Chancen, im laufenden Geschäftsjahr einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Wir haben die richtige Balance aus sportlicher Wettbewerbsfähigkeit, gesellschaftlicher Verantwortung und effizienter Ausgabepolitik gefunden.“ kni

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