Kommentar zur Werder-Krise

Jetzt hilft nur noch ein erfahrener Trainer

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Der Frust bei den Werder-Profis ist nach der Pleite gegen Mainz groß

Ein Kommentar von Björn Knips. So ein Pech – drei Worte, die bei Werder nach dem Mainz-Spiel immer wieder auftauchten. Das ist auch nicht falsch. Mit ein bisschen mehr Glück hätte es die ersten Punkte der Saison gegeben. Doch diese „So ist Fußball“-Theorie führt in die Sackgasse, das hat Viktor Skripnik eindrucksvoll bewiesen.

Es ist eben längst nicht alles nur Glück und Pech im Fußball. Auch die Niederlage gegen Mainz hatte sich mit zunehmender Spieldauer abgezeichnet. Werder bettelte quasi um den Ausgleich. Ganz ehrlich: Hätte Skripnik diese Partie zu verantworten gehabt, wäre die Kritik wieder kübelweise über ihm ausgeschüttet worden. Zu Recht. Denn es lief wieder einiges schief. Nachfolger Alexander Nouri besitzt Welpenschutz, das ist auch richtig bei einer Bundesliga-Premiere. Trotzdem ist die Lage Werders zu bedrohlich, um über die Fakten hinwegzusehen.

Eigentlich hat sein Team nur 15 Minuten lang gut funktioniert. Die von ihm eingeimpfte Leidenschaft verflüchtigte sich nach der frühen Führung immer mehr. Aus Mut wurde Angst. Werder zog sich immer mehr zurück – und Nouri konnte trotz größtmöglichen Körpereinsatzes an der Außenlinie nicht gegensteuern. Auch nicht mit seinen Einwechslungen. Er brachte den defensiven Lukas Fröde für den offensiven Zlatko Junuzovic und sendete damit in der 79. Minute das Signal: Wir müssen das 1:0 über die Zeit bringen. Natürlich kann so etwas funktionieren. Aber es ist eben riskant – und das Gegenteil von Vertrauen in die eigene Stärke. Genau dieses Vertrauen fehlt Werder so sehr.

Genauso wie offensichtlich auch die nötige Fitness. Dafür kann Nouri nichts. Aber kann er das als Neuling im Bundesliga-Geschäft schnell ändern? Wohl kaum. Dafür braucht es einen erfahrenen Mann, der sofort weiß, welche Knöpfe jetzt gedrückt werden müssen. Der bei allem Engagement an der Seitenlinie nicht überzieht und nicht auf der Tribüne landet – oder als bekannter Coach zumindest mehr Kredit bei den Schiedsrichtern besitzt als der unbekannte Nouri.

Um eines klarzustellen: Nouri trifft an der aktuellen Situation keine Schuld. Er hat seine Aufgabe bestmöglich erledigt, die Mannschaft heiß gemacht und mit mutigen Personalentscheidungen frischen Wind reingebracht. Aber das wird diesmal nicht reichen, um Werder vor dem Abstieg zu retten. Werder braucht nun dringend Hilfe von einem echten Experten, den Sportchef Frank Baumann spätestens am Sonntag nach dem Wolfsburg-Spiel präsentieren sollte, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.

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