Kommentar zur Trennung von Eichin

Eine falsche Entscheidung

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Thomas Eichin

Ein Kommentar von Carsten Sander. Thomas Eichin passt nicht in das Werder-Bremen-Passepartout, das hat man schon immer gewusst. Zu hemdsärmelig, zu selbstgefällig, zu egozentrisch, insgesamt einfach zu sperrig war er, als dass er als Vorzeige-Werderaner durchgegangen wäre.

Sportredakteur Carsten Sander

Thomas Eichin mochte diese angestaubte und von vielen Vereinsvertretern viel zu lange betriebene Werder-Tümelei auch nie. Er wusste wohl weshalb. Denn jetzt hat sie ihn den Job gekostet. Marco Bode, einst als Reformer auf dem Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden empfangen, hat die Tümelei aus der Vergangenheit zurückgeholt in die Gegenwart. Den Rauswurf von Geschäftsführer Eichin begründete er sinngemäß damit, dass Eichin zu wenig Identifikationsfigur sei für die neue, alte Vereinsphilosophie der Volks- und Fannähe. Na, besten Dank!

Demnach kann nur Manager bei Werder Bremen sein, der wie anno dazumal Willi Lemke ständig das grün-weiße Fähnchen schwenkt und jeden Gesprächspartner mit den Werder-Idealen übergießt? Ein Verein muss auch Andersdenkende verkraften können. Werder kann das, behauptet Bode. Die Entlassung von Eichin sagt jedoch etwas anderes.

Vor allem ist die Trennung die völlig falsche Entscheidung. Nicht an der Stellschraube Manager musste bei Werder nach einer wieder mal schwierigen Saison gedreht werden, sondern an der Stellschraube Trainer. Thomas Eichin wollte das. Thomas Eichin wurde auch deshalb abserviert.

Es ist kein schöner Abgang für einen, der nach der Ära Allofs/Schaaf die Scherben zusammengekehrt und so manche Altlast entsorgt hat. Wer will, kann es so sehen: Die Drecksarbeit ist erledigt, Sanierer Eichin hat ausgedient.

Weiter geht es mit Frank Baumann. Der ist vom Typ her das genaue Gegenteil von Eichin. Still, bescheiden, unauffällig, immer nett – er passt perfekt ins Werder-Passepartout. Nun wird er sich nach erfolgter Konsolidierung daran versuchen, den Club wieder weiter nach oben zu führen. Dazu nur zwei Worte: Viel Glück!

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