Hoffenheimer Torwart soll morgen bei Werder den Medizincheck absolvieren

Koen Casteels schon im Anflug

Wird Bremer: Torwart Koen Casteels (hier im Trainingsdress des belgischen Nationalteams) kommt aus Hoffenheim.
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Wird Bremer: Torwart Koen Casteels (hier im Trainingsdress des belgischen Nationalteams) kommt aus Hoffenheim.

Bremen - Werder will unbedingt noch einen vierten Torwart holen – und hat die Suche nun erfolgreich abgeschlossen! Nach Informationen dieser Zeitung wechselt der Belgier Koen Casteels (22) von Bundesliga-Konkurrent 1899 Hoffenheim nach Bremen und wird damit der zweite Winter-Neuzugang nach Mittelfeldmann Levin Öztunali (18). Vorausgesetzt, Casteels besteht den für morgen geplanten Medizincheck.

Thomas Eichin sagt zu all dem fast nichts. Der Bremer Sportchef blockte gestern Abend am Rande des Testspiels bei Drittligist MSV Duisburg lediglich ab: „Kein Kommentar. Zu diesem Thema äußere ich mich nicht mehr.“

Die Diskussionen um einen neuen Torhüter hatten begonnen, als das Bremer Interesse an Frankfurts Felix Wiedwald (24) publik geworden war. Eichin erklärte daraufhin, bei der aktuellen Keeper-Konstellation mit Blick auf die Rückrunde „echt Bauchschmerzen“ zu haben. Wenn sich Stammkeeper Raphael Wolf (26) zum Beispiel mal verletze und Stellvertreter Richard Strebinger (21) vom Platz fliege, könnte Werder arge Probleme bekommen, argumentierte Eichin. Zumal Raif Husic (18), der dritte Mann, längst noch kein Bundesliga-Format habe.

Als eine schnelle Rückkehr von Wiedwald (bleibt mindestens bis Vertragsende im Sommer bei der Eintracht) vom Tisch war, tauchten immer neue Kandidaten auf. Das ganze Thema nervte die Verantwortlichen zusehends. Erst verpasste sich Eichin einen Maulkorb, dann versuchte Trainer Viktor Skripnik die Debatte zu beenden. Werder habe „kein Torwartproblem“, erklärte der Ukrainer. Und: „Ich brauche keinen vierten Torwart.“ Nun kommt aber doch einer. Für Wolf dürfte der Neue allerdings nicht so eine große Gefahr sein, wie es Wiedwald sofort gewesen wäre.

Casteels galt in Hoffenheim als großes Talent, hatte dann allerdings – auch wegen seines Verletzungspechs – trotz Vertrags bis 2017 keine Perspektive mehr. Das sei „keine einfache Situation“, sagte er vor ein paar Tagen im „kicker“. Er habe es aber akzeptiert, werde „den Kopf nicht hängen lassen“ und hoffe, einen neuen Job in Deutschland zu finden: „Natürlich ist die Bundesliga attraktiv, das wäre schon schön.“

Vor genau einem Jahr war Casteels als Hoffenheims Nummer eins in die Rückrunde gegangen, hatte sich im Duell mit Jens Grahl durchgesetzt. Doch am 6. April brach er sich im Spiel in Berlin das rechte Schienbein. Eine Verletzung, die weitreichende Folgen hatte. Casteels verlor seinen Stammplatz bei der TSG und verpasste die WM in Brasilien, für die er als belgischer Ersatzkeeper vorgesehen war. Und dann holte Hoffenheim auch noch den Freiburger Oliver Baumann als neue Nummer eins. „Ich habe es nach meiner Verletzung erfahren. Gerade, als ich wieder ohne Krücken gehen konnte“, erinnert sich Casteels.

Zuletzt war er hinter Baumann, Grahl und dem jungen Marvin Schwäbe (19) nur noch die Nummer vier im Kraichgau. Immerhin ist Casteels inzwischen wieder beschwerdefrei und konnte voll mit der Mannschaft trainieren. Er genießt es, auf dem Platz zu stehen und „nicht mehr an die Verletzung zu denken“. Irgendwann wird er es aber zwangsläufig tun. Denn Casteels hat seit der OP einen Nagel im Bein, der entfernt werden muss und ihm dann eine wochenlange Pause bescheren wird. Wann er sich erneut unters Messer legt, weiß er jedoch noch nicht: „Das kann ich im Sommer machen oder erst in zwei Jahren.“

mr/kni

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