Werder gesprächsbereit, wenn die Ablöse stimmt

Junuzovic äußert Wechselwunsch

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Zlatko Junuzovic will Werder verlassen.

Bremen – Das hatte sich angedeutet: Zlatko Junuzovic möchte Werder Bremen in diesem Sommer verlassen. „Zladdi spielt mit dem Gedanken zu wechseln, das ist so“, sagte Werders Sportchef Frank Baumann am Donnerstag gegenüber mehreren Medien. Ist der Verbleib von Viktor Skripnik der Grund?

Bereits am vergangenen Wochenende hatte Junuzovic im EM Trainingslager der österreichischen Nationalmannschaft angedeutet, dass er seine Zukunft nicht unbedingt bei Werder sieht. „Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit“, hatte es der 28-Jährige da noch recht philosophisch ausgedrückt. Werder reagierte prompt. Sportchef Baumann reiste nach Wien, um mit dem Mittelfeldspieler zu sprechen. Was auf den ersten Blick wie eine Blitz-Intervention aussah, war laut Baumann allerdings nur „ein seit längerem“ geplanter Termin. Ein Termin, der nun aber endgültig Klarheit gebracht hat: Junuzovic will wechseln.

„Er möchte den nächsten Schritt machen“, so Baumann. Aber ob das tatsächlich der einzige Grund ist? In den zurückliegenden Wochen war immer wieder zu hören, dass Junuzovic im Team des SV Werder zu den Kritikern von Skripnik gehört. Auf die Nachricht, dass der Ukrainer auch in der kommenden Spielzeit Cheftrainer der Grün-Weißen bleibt und sein Vertrag zeitnah verlängert werden soll, reagierte Junuzovic stark unterkühlt: „Das ist zu akzeptieren und zu respektieren“, so der Mittelfeldspieler.

Einen anderen Trainer in der Bundesliga schätzt Werders Freistoßspezialist dagegen sehr. Seinen Landsmann Peter Stöger, Coach vom 1. FC Köln. Eine Wertschätzung, die auf Gegenseitigkeit beruht. „Ein intelligenter, vielseitiger Spieler. Ich kenne ihn schon lange – er ist ein richtig Guter“, hatte Stöger bereits im März 2015 von Junuzovic geschwärmt. Wenige Monate zuvor, im Dezember 2014, soll es sogar Gespräche über einen Wechsel gegeben haben. Damals entschied sich Junuzovic aber für Werder und verlängerte im Februar 2015 seinen Vertrag in Bremen bis 2018.

In der Schlussphase der zurückliegenden Saison kam wieder das Gerücht auf, der FC habe Interesse an Werders Mittelfeldspieler. Bei einem zu dem Zeitpunkt noch möglichen Abstieg der Bremer wäre Junuzovic im Sommer wohl ablösefrei zu haben gewesen. "Wir hatten in dieser Saison bisher keinen Kontakt zu Zlatko aufgrund eines Wechsels zum 1. FC Köln. Das ist für mich Fair Play. Man legt im Abstiegskampf keine Störfeuer", so Stöger seinerzeit in der „Bild“-Zeitung. Der Österreicher sagte allerdings auch: „Was nach der Saison ist, ist eine andere Sache.“

Baumann: "Sind gesprächsbereit, wenn wir profitieren können“

Eine andere Sache ist es aber so oder so – denn durch den geschafften Klassenerhalt ist Junuzovic kein Schnäppchen mehr. Will Köln den Nationalspieler tatsächlich haben, muss der FC für seine Verhältnisse tief in die Tasche greifen. Der Marktwert von Junuzovic liegt laut transfermarkt.de bei rund sieben Millionen Euro. Eine Summe, unter der Werder seinen EM-Teilnehmer kaum abgeben wird. „Wenn etwas Konkretes kommt, setzen wir uns damit auseinander. Wir sind gesprächsbereit, wenn wir profitieren können“, so Baumann.

Über die finanziellen Mittel verfügt Köln. Der Verkauf von Yannick Gerhardt an den VfL Wolfsburg bringt den Domstädtern angeblich 13 Millionen Euro ein. Der Abgang des 22-Jährigen reißt allerdings auch eine Lücke ins FC-Mittelfeld. Eine Lücke, die durch Junuzovic gefüllt werden könnte. „Junuzovic wäre natürlich perfekt für den 1. FC Köln“, sagte Club-Ikone Toni Polster vor wenigen Tagen dem Sportmagazin „Köln. Sport“.

Interesse an dem österreichischen Nationalspieler soll es aber auch aus der englischen Premier League geben. Wie die „Krone“ schreibt, sollen Southampton und West Ham den 28-Jährigen auf dem Zettel haben. Vieles wird nun von der Europameisterschaft abhängen. Spielt Junuzovic ein gutes Turnier und kann so weiter auf sich aufmerksam machen, dürfte die Liste der Interessenten noch deutlich länger werden.
mib

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