Johannsson hat wieder Grund zum Lächeln

Runter von der „langen, harten Straße“

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Werder-Stürmer Aron Johannsson

Bremen - Von Malte Rehnert. So viel gelacht wie in der vergangenen Woche hat Aron Johannsson schon ganz, ganz lange nicht mehr. „Ich bin zurück und habe wieder Spaß. Jeder Tag, an dem ich schmerzfrei trainieren kann, zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht“, sagte der 25-jährige Werder-Stürmer.

Und man kann davon ausgehen, dass aus dem Lächeln immer mehr ein fettes Grinsen wird. Denn der leidgeprüfte US-Isländer ist seit Donnerstag zurück im Mannschaftstraining und wird heute auch mit ins letzte Trainingslager der Vorbereitung nach Herzlake reisen. Das Comeback nach langwierigen Hüftproblemen rückt immer näher – und dem sympathischen Johannsson ist es absolut zu gönnen.

Mehr als zehn Monate lang war von einem Lächeln bei ihm nichts zu sehen gewesen, denn die Befürchtungen hatten sich bestätigt. „Es war uns bekannt, dass er da ein paar Probleme hatte. Wir wussten, dass da noch etwas kommen kann“,hatte seinerzeit der ehemalige Bremer Sportchef Thomas Eichin über den Angreifer und eine mögliche Verletzungs-Auszeit wegen der Schwachstelle im Hüftbereich gesagt. Werder hatte das Risiko in Kauf genommen und im Sommer 2015 stattliche 4,5 Millionen Euro an den niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar überwiesen.

Johannsson begann dann gut und fit in Bremen, schoss in sechs Bundesliga-Spielen zwei Tore. Doch nach dem 1:2 in Darmstadt (Treffer durch Johannsson) am 22. September meldete sich die Hüfte und zwang ihn zu einer Pause, die zunächst für überschaubar gehalten wurde. „Am Anfang ist über einen oder zwei Monate gesprochen worden“, erinnerte sich der in Mobile (Alabama) geborene US-Nationalspieler. Doch die Nervenirritation erwies sich als hartnäckig. Johannsson musste sich Ende Oktober in Berlin sogar operieren lassen und war danach in ständiger Ungewissheit, wann er denn endlich wieder schmerzfrei sein würde: „Bei einer Verletzung am Knie oder am Fuß weiß man normalerweise, wie lange man ausfällt. Ich wusste es leider nicht, musste von Tag zu Tag oder von Woche zu Woche gucken, ob es besser wird.“

Erst nur Laufen, dann kam der Ball dazu

Wurde es aber lange Zeit nicht. Und das schlug mächtig aufs Gemüt. „Es war die härteste Zeit, seit ich Fußballprofi bin. Es war eine lange, harte Straße, auf der ich da unterwegs war.“ Doch diese Phase voller Frust weckte auch den Kampfgeist bei Werders Mann mit der Nummer 9. „When the going gets tough, the tough get going“, sagte Johannsson. Dieses (von Billy Ocean in einem Lied verarbeitete) Zitat gilt als Leitspruch von Joseph Kennedy, dem Vater des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy – und es bedeutet so viel wie: Wenn die Zeiten richtig hart sind, geben die harten Jungs erst richtig Gas.

So, wie es Johannsson tat. Erst schuftete er in der Reha auf Island. Seit gut einem Monat kann er in Bremen wieder Training absolvieren, das an Fußball erinnert. Erst nur Laufen, dann kam der Ball dazu. „Ich habe mit dem Fitnesscoach ordentlich gearbeitet. Jeden Tag gab es ein neues Limit, an das ich gegangen bin. Das ist sehr anstrengend, aber auch schön. Und deswegen ist meine Kondition inzwischen auch ganz gut“, urteilte Johannsson. Als er sein Pensum steigerte, war er anfangs aber noch vorsichtig. „Hart schießen oder schnell rennen – das hat mir zunächst noch Probleme bereitet. Aber dann bin ich immer sicherer und selbstbewusster geworden. Wenn ich jetzt schieße, habe ich keine Schmerzen mehr.“

Wie lange er noch braucht, um wieder einsatzbereit und damit auch eine echte Alternative für Trainer Viktor Skripnik zu sein, weiß Johannsson nicht: „Ich hoffe aber bald. Man braucht 100 Prozent, um in der Bundesliga mithalten zu können.“ Mit der schmerzhaften Vergangenheit hat der blonde Stürmer mittlerweile abgeschlossen. „Ich gucke nur noch nach vorne und lasse die letzte Saison einfach hinter mir.“ Sein wichtigstes Ziel – wen wundert’s – ist die körperliche Unversehrtheit. „Ich möchte vor allem gesund bleiben und fit sein“, betonte Johannsson: „Denn dann kann ich, glaube ich, eine gute Saison für Werder spielen.“

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