Baumann wünscht sich einen erfahrenen Skripnik-Nachfolger

Und jetzt? Gerüchte um Schaaf und die Co-Trainer

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Torsten Frings (l.) und Florian Kohfeldt (Archivbild)

Bremen - Von Björn Knips und Carsten Sander. Die Trainerdiskussion bei Werder ist beendet – und schon gibt es eine neue: Denn Alexander Nouri, der Nachfolger des beurlaubten Viktor Skripnik, wurde von Sportchef Frank Baumann nur als „Übergangslösung“ bezeichnet, „um uns Gedanken zu machen und Gespräche zu führen“. Ein erfahrener Coach soll her – das hat Baumann klargestellt.

Schon vor der Trennung von Skripnik geisterte dabei ein sehr bekannter Name durch den Club: Thomas Schaaf. Dabei gibt es Gedankenspiele, in denen die wie Skripnik beurlaubten Co-Trainer Torsten Frings und Florian Kohfeldt eine Rolle spielen. „Wir werden keine Namen kommentieren“, verweigert Baumann jegliche Teilnahme an der Trainerdiskussion. Zumindest direkt. Indirekt sieht das etwas anders aus. So sagt der Sportchef zur Zukunft von Frings und Kohfeldt: „Beide sind mit vollem Herzen Werderaner. Wir wären ja blöd, ihre Qualitäten nicht zu nutzen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir sie wieder einbinden werden – vielleicht sogar im neuen Trainerteam.“

Aber welcher Coach lässt sich heutzutage die Co-Trainer vorschreiben? Die meisten Trainer bringen gleich einen Kleinbus an Übungsleitern mit. Bei Werder ist dafür allerdings kein Platz. „Natürlich hat der neue Mann das Recht, bei Co-Trainern seine Meinung zu äußern. Aber es wird keiner kommen, der einen Stab von acht bis zehn Leuten mitbringt“, betonte Baumann. Aber warum hat der Sportchef die beiden Co-Trainer überhaupt freigestellt, wenn er so von ihrer Arbeit überzeugt ist? „Da sehe ich keinen Widerspruch, denn die Mannschaft braucht jetzt einen neuen Impuls.“ Den soll zunächst U23-Coach Nouri mit seinem Co-Trainer Florian Bruns verabreichen – für die Heimspiele am Mittwoch gegen Mainz und am Samstag gegen Wolfsburg. Gut möglich, dass danach schon der neue Coach gefunden ist. Wenngleich die Suche angeblich bei Null beginnt, wie Baumann versichert. Bis zur Skripnik-Entlassung habe er „weder Gespräche geführt, noch Erkundigungen eingeholt“.

Eine Aussage, die nach Trainerentlassungen oft fällt, aber selten wirklich stimmt. Eine gute sportliche Leitung muss auf alles vorbereitet sein. Das Anforderungsprofil für den neuen Coach hat Baumann immerhin schon festgelegt: „Er soll einer sein, der eine eigene Spielphilosophie hat, der einer Mannschaft seine Handschrift geben kann, und der schon etwas vorzuweisen hat.“ Das passt zu Andre Breitenreiter, der mit dem SC Paderborn in die Bundesliga auf-, allerdings auch gleich wieder abgestiegen ist. Beim FC Schalke musste der 42-Jährige nach nur einer Saison gehen. Als Kandidat gilt auch Markus Gisdol. Der 47-Jährige hat 2013 die TSG 1899 Hoffenheim als Feuerwehrmann vor dem eigentlich schon sicheren Abstieg bewahrt. Nach zwei Spielzeiten im Mittelfeld wurde Gisdol dann Ende Oktober 2015 auf Rang 17 der Tabelle gefeuert.

Herzog: „Jeder würde es gerne machen.“

Auf dem Markt sind auch noch Mirko Slomka und Jos Luhukay verfügbar. Alle eint: Sie haben nicht den berühmten Werder-Stallgeruch. „Den muss der neue Trainer auch nicht haben“, beteuert Baumann, fügt allerdings auch an: „Wenn man die letzten 30 Jahre sieht, sind wir mit Leuten aus dem eigenen Haus ganz gut gefahren.“ Also doch ein Ex-Werder-Profi? Das bringt Andreas Herzog ins Rennen, der beim Augsburg-Spiel sogar im Weserstadion saß. Allerdings nur, um Werders US-Nationalspieler Aron Johannsson zu beobachten. Herzog ist seit Jahren in den USA Co-Trainer von Jürgen Klinsmann und betreute zudem die Olympia-Auswahl, die allerdings die Qualifikation für die Spiele in Rio verpasste. Für einen Job in der Bundesliga dürfte der 48-jährige Österreicher den Verband sofort verlassen.

„Jeder würde es gerne machen“, sagte Herzog auf Nachfrage dieser Zeitung zu einem möglichen Engagement in Bremen: „Werder ist etwas sehr Interessantes, aber ich möchte mich da nicht selbst ins Gespräch bringen.“ Das macht auch Schaaf nicht, der 55-Jährige ließ Anfragen ins Leere laufen. Erst vor wenigen Wochen hatte er noch betont, dass seine Trainerkarriere nicht beendet ist. Werders Double-Sieger von 2004 war Anfang des Jahres nach nur wenigen Monaten als vermeintlicher Retter von Hannover 96 entlassen worden. Gibt es nun das Comeback in Bremen?

Frings hat schon vor Jahren – damals noch als Profi – davon geträumt, Co-Trainer von Schaaf zu sein. Das würde passen. Und Kohfeldt gilt als absoluter Fachmann, der für modernen Fußball steht. Auch das würde passen. Schließlich wird Schaaf nachgesagt, zu sehr seinen alten Methoden zu vertrauen. Entschieden ist noch nichts. Und Baumann lässt sich auch nicht treiben – sein Motto: „Qualität geht vor Schnelligkeit.“

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