Werders 2:1 gegen Wolfsburg

„Irgendwann musste das Glück mal zu uns kommen“

Matchwinner in Ekstase: Theodor Gebre Selassie machte sich nach seinem späten Treffer zum 2:1 auf den Weg zur Ostkurve – verfolgt von seinen Teamkollegen. - Foto: dpa

Bremen - Der Fußball kann manchmal ganz schön schräg sein. Oder einfach nur gerecht. In der englischen Woche fielen im Weserstadion die späten Entscheidungen fast exakt in den gleichen Minuten. Ein Mal jaulten die Bremer, ein Mal jubelten sie.

Gegen Mainz (1:2) gab es am Mittwoch nach früher Führung noch die Gegentreffer in der 87. und 90. + 2 Minute. Gegen Wolfsburg sah Werder nach dem Eigentor von Robert Bauer (69.) schon wie der unverdiente Verlierer aus. Doch dann drehten Lennart Thy und Theodor Gebre Selassie die Partie in der 86. und 90. + 1 Minute. Am Ende stand der erste Saisonsieg – und gleich vier Bremer durften sich ganz besonders als Gewinner fühlen.

Theodor Gebre Selassie: Der Tscheche war richtig schlecht drauf – und es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis er aus der Startelf fliegt. Doch Interimscoach Alexander Nouri hat ihm irgendwie neues Leben eingehaucht. Gegen Mainz schon verbessert, gegen Wolfsburg dann richtig stark – und am Ende durch sein entscheidendes und mit viel Wucht erzwungenes Kopfballtor der Matchwinner. „Irgendwann musste das Glück doch mal zu uns kommen. Es ist lange her, dass ich mich mal so gefreut habe“, grinste der 29-jährige Rechtsverteidiger: „Ich glaube, es war am letzten Spieltag der Vorsaison gegen Frankfurt.“ Bei seinem überschwänglichen Jubel sprang er auf die Bande vor der tobenden Ostkurve und stürzte ins Ballfangnetz. „Ich weiß gar nicht, warum ich das gemacht habe und hätte mich fast verletzt“, sagte Gebre Selassie: „Das war gefährlich, aber ich war eben einfach nur glücklich.“

Lennart Thy: Trotz der großen Personalnot im Sturm: Der Rückkehrer vom FC St. Pauli war nicht erste Wahl, musste Ousman Manneh in der Startelf erneut den Vortritt lassen. Das Selbstvertrauen dürfte in etwa auf Höhe der Grasnarbe gewesen sein – und dann kam plötzlich dieser Hammer mit links zum Ausgleich. Für Thy war es hörbar eine Genugtuung: „Ich weiß, dass ich schießen kann. Das tut mir enorm gut. Harte Arbeit wird eben belohnt.“ Dem 24-Jährigen gelang mit dem 1:1 sein erstes Tor in der ersten Bundesliga – im neunten Einsatz.

Niklas Schmidt: Schon die Kader-Nominierung des 18-Jährigen war eine große Überraschung, seine Einwechslung eine noch größere – und dann lieferte der offensive Mittelfeldmann, der erst vor dieser Saison von der Bremer U 19 in die U 23 hochgezogen worden war, mit seiner scharf geschossenen Ecke auch noch die Vorlage zum 2:1. Ein wunderbarer Einstand für Niklas Uwe Schmidt (so sein vollständiger Name), der in Kassel geboren wurde und 2012 von Rot-Weiß Erfurt in die Werder-Jugend kam.

Milos Veljkovic: Erstmals in dieser Saison im Profikader, wegen Lamines Sanes Knieproblemen dann sogar in der Anfangsformation. Sonderlich nervös wirkte der 20-jährige Serbe in seinem insgesamt erst vierten Bundesliga-Spiel (dem zweiten von Beginn an nach dem 0:5 beim FC Bayern in der Vorsaison) nicht. Bis vor kurzem ein heißer Ausleihkandidat, zeigte Veljkovic, dass er das Zeug für Erstligafußball hat. Er selbst hat daran freilich nie gezweifelt – Nouri offenbar auch nicht. „Er vertraut mir und hat mir die Chance gegeben. Auf diese Situation habe ich lange gewartet. Ich war schon überrascht, weil ich vor ein paar Tagen noch in der zweiten Mannschaft war.“ Nun will er weiter „kämpfen, um hier meinen Platz zu finden.“ Wohlgemerkt: Nicht bei der U 23 wie zuletzt, sondern auf Dauer bei den Profis. - mr

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