Werder-Profi bedankt sich beim Interimscoach

„Herr Nouri“ schafft es in das Hajrovic-Herz

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Izet Hajrovic

Bremen - Die Nacht nach Mainz war unruhig für Izet Hajrovic. „Ich habe schlecht geschlafen“, sagte Werders Bosnier gestern Mittag. Zum einen musste er an sein Super-Tor zum 1:0 gegen Mainz denken („Ein sehr schönes Gefühl, die pure Freude“), zum anderen quälte ihn diese Szene in der 63. Minute.

Da hatte er völlig frei vorm Tor das 2:0 vergeben – und seufzte deshalb: „Wenn ich den reinhaue, ist das Ding gelaufen. Darüber ärgere ich mich immer noch“ – genau wie über die späten Gegentore, die letztlich zur 1:2-Pleite führten. „Wir haben 85 Minuten ein gutes Match gezeigt, das Resultat war dann leider sehr negativ.“ Trotzdem hat der 25-Jährige, der wegen einer leichten Verhärtung im Oberschenkel ausgewechselt wurde und gestern nur ein leichtes regeneratives Programm absolvierte, einen „Riesenschritt nach vorne“ gesehen.

Er meinte damit die gesamte Mannschaft, hätte aber genau so gut über sich sprechen können. Denn dass er nach anderthalb Jahren mal wieder in der Bremer Startelf auftaucht war, kam doch recht überraschend. Ex-Coach Viktor Skripnik hatte für Hajrovic kaum Verwendung gehabt, er galt im Sommer – auch wegen seines üppigen Gehalts – als heißester Verkaufskandidat. „Die letzten Jahre waren nicht leicht für mich“, gestand Hajrovic: „Und dass man für alles offen ist, ist normal. Mein Hauptziel war es aber, mich hier durchzusetzen. Verzweifelt war ich nie.“ Ganz sicher aber mächtig frustriert, weil Skripnik ihm keine Chance in der Anfangsformation gab.

„Ich hatte sportlich oder persönlich nie ein Problem mit ihm“, beteuerte Hajrovic: „Er hat eben sein Ding durchgezogen. Und jeder Trainer hat seine eigenen Visionen.“ Die von Neu-Coach Alexander Nouri war es, den bosnischen Nationalspieler im rechten Mittelfeld zu bringen. Und dafür ist Hajrovic dem „Herrn Nouri“, den er siezt („Er ist älter, das gebietet der Anstand“), auch sehr dankbar – und würde es nicht schlecht finden, wenn aus der Interims- eine Dauerlösung wird: „Er hat es mit seiner Art geschafft, in mein Herz vorzudringen. Er hat eine sehr emotionale Ansprache, sein gesamtes Auftreten ist so. Und wir brauchen im Moment jemanden, der uns pusht.“

Er selbst hat gegen Mainz Selbstvertrauen getankt und hofft (wenn die Oberschenkelblessur denn rechtzeitig verschwindet) auf eine Fortsetzung morgen Abend gegen Wolfsburg. Hajrovic: „Ich will dranbleiben und meine Form halten.“
mr

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