Gladbach-Wechsel bringt zwölf Millionen Euro

„Gute Lösung“ mit Vestergaard

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Jannik Vestergaard

Bremen/Mönchengladbach - Von Malte Rehnert. Sie haben durchaus einen guten Humor bei Borussia Mönchengladbach. Am Nachmittag twitterte der Fußball-Bundesligist ein Bild von einem staunenden Minion (kultige gelbe Animationsfigur) – und schrieb dazu: „Heute kommt etwas Großes auf uns zu!“ Etwa eine Stunde später war „das Große“ dann da.

Jannik Vestergaard, 1,99 Meter lang, wurde im Beisein von Sportchef Max Eberl auf einer Pressekonferenz als Neuzugang vorgestellt. Vestergaard unterschrieb nach bestandenem Medizincheck einen Fünfjahresvertrag – und beschert Werder Bremen eine fette Ablöse. Nach Informationen dieser Zeitung zahlt die Borussia, die als Bundesliga-Vierter an der Qualifikation zur Champions League teilnehmen darf, zwölf Millionen Euro als Fixbetrag. Damit steht Vestergaard hinter Diego (27 Millionen/Juventus Turin), Mesut Özil (17 Millionen/Real Madrid) und Miroslav Klose (15 Millionen/FC Bayern) auf Platz vier der lukrativsten Verkäufe in der Bremer Vereinsgeschichte.

Wenn Gladbach erfolgreich ist und der 23-Jährige eine gewisse Anzahl an Spielen bestreitet, kassiert Werder auch noch mit – bis zu eine Million Euro. Zudem sind die Bremer an einem möglichen Weiterverkauf beteiligt. Aber: Sie müssen auch ein Stück vom Kuchen abgeben: Vestergaards Ex-Club 1899 Hoffenheim, der im Januar 2015 2,5 Millionen Euro aus Bremen erhalten hatte, bekommt etwas mehr als zehn Prozent der aktuellen Ablöse.

Vestergaard, dessen Großeltern in der Nähe von Krefeld leben und dessen Cousin Mika Schröers in der U14 der Borussia spielt („Er freut sich sehr“), fühlt sich „bereit für diesen Schritt. Ich denke, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen ist. Gladbach ist ein toller Verein mit großen Ambitionen.“ Die hat sein bisheriger Club momentan nicht. Werder-Sportchef Frank Baumann stand deshalb bei seinem Versuch, den dänischen Nationalspieler noch umzustimmen, auf verlorenem Posten. „Jannik hat kurzfristige sportliche Ziele, die wir ihm hier nicht bieten können. Sein Schritt ist irgendwo nachvollziehbar“, meinte der 40-Jährige: „Aber natürlich ist es sehr schade. Jannik hat bei Werder in den anderthalb Jahren einen richtig guten Eindruck gemacht, war sportlich und charakterlich sehr wichtig für unsere Mannschaft.“

Letztlich erwirtschaftete Werder mit Vestergaard knapp zehn Millionen Euro Gewinn. „Damit können wir gut leben“, urteilte Baumann: „Die Verhandlungen waren fair und korrekt. Für alle Seiten ist es eine gute Lösung.“ Wie viel Geld Werder von den Vestergaard-Millionen in Neuzugänge investiert, steht laut Baumann noch nicht fest: „Wir werden sehen, was Sinn macht.“ Einen neuen Innenverteidiger brauchen die Bremer auf jeden Fall, womöglich zwei.

Und das trotz der Rückkehr von Luca Caldirola. Der 25-jährige Italiener, zuletzt an Bundesliga-Konkurrent Darmstadt 98 ausgeliehen und dort in allen 34 Spielen 90 Minuten auf dem Platz, ist beim Trainingsauftakt am 8. Juli wieder in Bremen. Baumann bestätigte: „Er hat in Darmstadt das bewirkt, was wir uns vorgestellt hatten. Wir planen mit ihm.“

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