Maximilian Eggestein möchte eine „echte Option“ werden

Der große Bruder und das gute Zeichen

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AUT, TL Werder Bremen 2016 - Training Tag 01

Aus Zell am Ziller berichtet Björn Knips - Wenn zwei Brüder im Team sind, dann ist eigentlich klar, beziehen die im Trainingslager auch ein Zimmer. Denkste! Bei den Werder-Profis Maximilian und Johannes Eggestein ist das anders. „Das wurde einfach so gemacht“, sagt Maximillian und ist alles andere als traurig: „Vielleicht ist es ganz gut so, dass wir hier nicht die ganze Zeit zusammen sind.“

Denn die Verbindung ist eng. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, das hatten wir schon immer“, berichtet Maximilian, der sich als älterer Bruder (19) natürlich um den kleinen (18) kümmert. „Es ist ja seine erste Profisaison – so wie bei mir vor einem Jahr. Da kann ich ihm schon helfen, sagen, wie alles so läuft und wie die einzelnen Spieler ticken“, berichtet Maximilian. Er fühlt sich selbst nicht mehr als Neuling und deshalb „auch viel wohler“ als noch vor einem Jahr.

Dabei ist es für ihn damals im Zillertal bestens gelaufen. Trainer Viktor Skripnik hatte ihn zum neuen Spielmacher gemacht. Einen 18-Jährigen, was für ein großes Vertrauen. Eggestein stand dann auch im ersten Pflichtspiel in der Startelf. Doch dem Auftritt im DFB-Pokal in Würzburg folgte nur noch ein Einsatz am zweiten Spieltag von Beginn an, danach war Eggestein erst einmal außen vor. „Ich wusste, dass in meinem Alter auch Tiefen kommen können“, erinnert sich Eggestein. Sein Bundesliga-Tief dauerte allerdings recht lange, denn erst am letzten Spieltag kehrte er in die Startelf zurück. Und das ausgerechnet beim Abstiegskrimi gegen Eintracht Frankfurt.

Werder-Training am Freitag

Es war wieder so ein ganz besonderer Vertrauensbeweis von Skripnik. „Das war das Spiel in meiner Karriere, mit der größten Vorfreude und dem größten Druck. Und weil es positiv ausging, ist es natürlich mein Highlight“, sagt Eggestein und lächelt zufrieden. Denn der 1:0-Sieg zum Klassenerhalt bedeutete für ihn auch eine neue „Perspektive“, wie er betont: „Das war ein gutes Zeichen für die neue Saison. In der möchte ich eine echte Option für den Trainer sein.“ Am liebsten für eine Position im Zentrum – als Zehner in der Raute oder als Achter im aktuellen 4:1:4:1-System.

Da würde sein „einziges Manko“, wie er sagt, nicht so entscheidend sein: „Die Schnelligkeit war nie meine größte Stärke und wird es auch nicht mehr. Obwohl ich schon viel daran gearbeitet habe und es besser geworden ist.“ Eine angenehme und im Fußball seltene Ehrlichkeit, die seinem Berater wahrscheinlich weniger gefallen wird. Allerdings ist der aktuell ohnehin nicht gefordert, eine Ausleihe ist für Eggestein genauso wie für Werder kein Thema. Und dann könnte endlich das passieren, was es schon so lange, lange nicht mehr gegeben hat: zwei Eggesteins in einem Team. „Beim letzten Mal waren wir fünf oder sechs Jahre alt“, erinnert sich Maximilian an die Kindheit in Hannover – und bittet umgehend für Nachsicht bei seinem Bruder: „Niemand sollte sofort zehn Tore von ihm erwarten.“

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