Frank Baumann ab heute Werder-Chef

Ein Abstieg brachte den Aufstieg

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Klarer Blick, offenes Lächeln, ergraute Schläfen: So startet Frank Baumann heute in seine dritte Karriere bei Werder Bremen.

Bremen - Von Carsten Sander. Heute ist es so weit: Frank Baumann übernimmt auch offiziell die Geschäfte bei Werder Bremen. Der neue Sportchef wird um 11 Uhr auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Es ist der Beginn von Baumanns dritter Karriere in Grün und Weiß. Erst Spieler, dann Manager-Lehrling, jetzt Geschäftsführer. Vor dem 40-Jährigen liegen große Herausforderungen, hinter ihm liegen große Erfolge, aber auch große Enttäuschungen. Eine Laufbahn in Zahlen:

1+1 - das ist die einfache Rechnung, die für Frank Baumann im doppelten Sinne Kontinuität im Leben bedeutet. Er hat in seinem Leben nur für zwei Profi-Vereine – Nürnberg und Werder – gespielt. In Bremen hat er zudem in zehn Jahren nur einen Trainer (Thomas Schaaf) und einen Manager (Klaus Allofs) erlebt. „Ihnen“, sagte Baumann einmal, „habe ich viel zu verdanken.“

Meter: Das war in etwa die Entfernung aus der Baumann am 29. Mai 1999 nicht ins Tor des SC Freiburg traf. Es war in der 86. Minute die Chance zum 2:2 – ein Ergebnis, das seinem damaligen Club 1. FC Nürnberg zum Klassenerhalt gereicht hätte. Weil Baumann aber scheiterte, stieg der FCN ab, er selbst wechselte nach Bremen. „Ich hatte überlegt zu bleiben, aber ich stand kurz vor der Berufung in die Nationalelf“, erzählte Baumann später. Merke: Ohne Fehlschuss keine Werder-Karriere.

16 – das ist die Platzierung, die Baumann im Ranking der Bremer Rekordspieler einnimmt. In zehn Jahren bei Werder (1999 - 2009) absolvierte er 360 Pflichtspieleinsätze (Top: Dieter Burdenski mit 581). Nummer eins ist Frank Baumann aber in der Wertung Champions League. 25 Partien hat er für Werder in der Königsklasse bestritten, niemand hat mehr. Nur Torsten Frings und Petri Pasanen sind mit ihm gleichauf.

Bilder aus Baumanns Spieler-Karriere

21 Tore hat Frank Baumann, der defensive Mittelfeldspieler, lediglich für Werder erzielt. Aber eines war dabei, das den Einzug in die Geschichtsbücher geschafft hat. Es war im Frühjahr 2009 das 3:1 im Halbfinal-Rückspiel des Uefa-Pokals beim Hamburger SV (Endstand 3:2). Berühmt wurde es deshalb, weil es in Folge eines Eckballs, den eine Papierkugel verursacht hatte, fiel. Werder schaffte mit dem Tor den Einzug ins Finale. Dort blieb Baumann der Griff zur 15 Kilo schweren Trophäe aber verwehrt. Werder verlor in Istanbul gegen Schachtjor Donezk mit 1:2. Es war nach dem Abstieg mit Nürnberg Baumanns schmerzhafteste Niederlage. Er tröstete sich ein paar Tage später mit dem Gewinn des DFB-Pokals, dem zweiten nach 2004. Das 1:0 im Finale gegen Bayer Leverkusen war der Endpunkt seiner aktiven Karriere.

28 Länderspiele waren schlussendlich ein Teil des Lohns dafür, anno 1999 nicht mit Nürnberg in die zweite Liga gegangen zu sein. Baumann war bei der WM 2002 dabei, kam zu einem 30-Minuten-Einsatz im Achtelfinale gegen Paraguay (1:0). Mehr war nicht drin, aber immerhin: Seither darf er sich Vize-Weltmeister nennen. Weniger schön verlief die EM 2004. Die Bilanz: Zwei Einsätze zwar, aber auch das Vorrunden-Aus.

59 Zentimeter Durchmesser hat die Schale, die Frank Baumann am 15. Mai 2004 in den Bremer Himmel hob: Meister – die Krönung der Laufbahn. Wenig später bekam er auch den DFB-Pokal in die Hände gedrückt. Somit ist der gebürtige Franke der einzige Double-Kapitän, den Werder je gehabt hat.

5000000  – in Worten: fünf Millionen. Das ist der höchste Marktwert, den Frank Baumann laut transfermarkt.de je erreicht hat.

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