Überangebot auf manchen Positionen, Bedarf auf anderen

Für Kroos und Füllkrug führt vorerst kein Weg zurück

Niclas Füllkrug

Bremen - Frank Baumann hat jetzt viele Baustellen. Werders neuer Sportchef will einerseits den Kader verkleinern und andererseits möglichst neue Qualität hinzugewinnen, um eine Schieflage bei den Planstellen auszugleichen. „Wir haben auf einigen Positionen ein deutliches Überangebot, auf anderen noch Bedarf“, erläuterte der Geschäftsführer. Und er nannte Namen, mit denen er sich in der Planung für die kommende Saison bereits befasst hat.

Niclas Füllkrug: Der Angreifer wurde in Bremen ausgebildet und kam über Greuther Fürth vor zwei Jahren zum 1. FC Nürnberg. Bis Ende Mai hätte Werder noch eine Rückkauf-Option auf den besten „Club“-Torschützen der abgelaufenen Serie. „Doch wir haben uns dagegen entschieden“, schilderte Baumann: „Ich habe mit Niclas telefoniert und ihm das mitgeteilt.“ Ausschlaggebend war, „dass wir im Sturm schon sehr, sehr gut besetzt sind“, begründete der Manager mit Blick auf Claudio Pizarro und Anthony Ujah sowie die Neuzugänge Lennart Thy und Justin Eilers. „Deswegen macht für uns eine Rückholaktion keinen Sinn“, meinte Baumann.

Felix Kroos: Werders defensiver Mittelfeldspieler ist derzeit an Zweitligist Union Berlin verliehen und bekommt ebenfalls keine Rückfahrkarte. „Auch auf seiner Position herrscht ein Überangebot an Spielern – und es wäre sehr schwer für Felix, die Rolle einzunehmen, die ihm vorschwebt“, prophezeite Baumann. Derzeit spricht Werder mit den Berlinern über einen Verkauf. „Es wird darauf hinauslaufen, dass Felix fest zu Union wechselt“, meinte Baumann: „Es ist noch nichts perfekt, aber die Gespräche sind auf sehr gutem Weg.“

Johannes Eggestein: Ein begehrtes Werder-Juwel! „Dass Johannes ein Spieler ist, der bei anderen Top-Clubs im In- und Ausland Interesse hervorruft, ist uns bekannt“, räumte Baumann ein. Angeblich soll selbst Manchester United seine Fühler nach dem kleinen Bruder von Werders Mittelfeldmann Maximilian Eggestein ausgestreckt haben. Jetzt läuft der Vertrag des 18-jährigen Stürmers aus. Klar, dass Werder fieberhaft versucht, den Kontrakt zu verlängern. „Die Gespräche laufen ja schon länger, und es waren auch sehr gute“, fasste Baumann zusammen: „Wir sind optimistisch, ihn davon überzeugen zu können, dass er den nächsten Schritt bei uns gehen kann. Da wird es in den nächsten zwei, drei Tagen eine Entscheidung geben.“ Eine klare Tendenz vermag der Sportchef jedoch nicht zu erkennen: „Ich hatte jetzt nochmal mit Johannes und seinem Berater gesprochen, aber sie haben sich bis jetzt nichts entlocken lassen.“

Florian Grillitsch: Ein Jung-Profi, den Werder ebenfalls längerfristig binden möchte. Doch der 20-Jährige hat noch ein Jahr Vertrag bei den Grün-Weißen. „Wir wollen vorzeitig verlängern“, kündigte Baumann an. Doch beim Mittelfeldmann eilt es nicht zu sehr, so dass es „keine ganz zeitnahe Entscheidung gibt“, verriet der 40-Jährige.

Santiago Garcia: Lockt Lissabon den Linksverteidiger? Laut „Bild“ sollen Sporting und Benfica am Argentinier interessiert sein. Doch gestern relativierte Baumann: „Es gibt keine konkreten Anfragen.“ Mit Ausnahme der Bremer – die führten bereits Gespräche über eine Verlängerung seines bis 2017 laufenden Arbeitspapiers. „Wir haben noch keine Einigung erzielt, aber wir wollen sie fortführen“, betonte Baumann: „Er spielt eine wichtige Rolle auf der linken Seite, hat eine Super-Mentalität und passt hervorrragend in die Mannschaft.“

Alejandro Galvez: Beim 26-jährigen Spanier verhält es sich ähnlich: „Wir würden Alex gern behalten“, sagte Baumann über den Innenverteidiger. Falls Jannik Vestergaard eine dieser Planstellen verlässt (siehe Extra-Text), würde sich Galvez’ Verhandlungsbasis (Vertrag bis 2017) verbessern.

Luca Caldirola: Ein weiterer Mann fürs Abwehrzentrum, zuletzt verliehen an Darmstadt 98 und dort Stammspieler. Mit ihm und „allen, die zu uns zurückkommen, werde ich ein persönliches Gespräch führen“, versprach Baumann. Näher ins Detail ging er nicht.

Anthony Ujah: Konkreter als bei Caldirola wurde der Sportchef beim 25-jährigen Stürmer: „Da gibt es keine Diskussionen. Tony hat seinen Wert für die Mannschaft gezeigt – daran wird sich nichts ändern“, urteilte Baumann: „Dass er unzufrieden ist, wenn er nicht spielt, ist klar – dazu ist er zu ehrgeizig. Aber er hat die Rolle top angenommen. Wir haben keine Bestrebungen, ihn abzugeben.“

Definitiv weg sind bereits die ausgeliehenen Papy Djilobodji (zurück zum FC Chelsea) und Levin Öztunali (wieder in Leverkusen). Der stetig verliehene Mateo Pavlovic verschwindet nun nach dreieinhalb Jahren ebenfalls von Werders Liste: „Wir werden seinen Vertrag nicht verlängern“, sagte Baumann.

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