Abstiegsfinale treibt Schwarzmarktpreise in die Höhe, aber der Kauf ist gefährlich

Fan, pass auf! Im Internet lauert die Ticketfalle

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Das Weserstadion ist gegen Frankfurt ausverkauft.

Bremen - Von Carsten Sander. Willi Lemke hat‘s gut. Wenn er ins Weserstadion will, geht er einfach hin. Man wird ihn schon reinlassen. Und natürlich hat er sich den Samstag freigehalten, will dabei sein, wenn der SV Werder gegen Eintracht Frankfurt um den Klassenerhalt kämpft. Für Lemke ist es „das Spiel des Jahrzehnts“, für viele andere auch. „Wir sind längst rappelvoll“, sagt Oliver Rau, Direktor Vertrieb bei Werder Bremen.

Der Run auf die 42 099 Tickets (eines ist ja immer für Willi Lemke reserviert) war riesig. Und ist es immer noch. Was dazu führt, dass der Schwarzhandel im Internet blüht. Tickets für die Partie werden zu exorbitant hohen Preise angeboten. Doch Rau rät: Finger weg! Es könnten gesperrte Tickets sein.

Auf ebay bietet einer zwei Stehplatzkarten für die Osttribüne an. Kosten: 350 Euro. Ein anderer hat vier Sitzplätze zu verkaufen – für je 200 Euro. Und eine Auktion für zwei Vip-Tickets Ost stand gestern Nachmittag bei einem Gebot von 4 489 Euro. Billig ist was anderes. „Das fünf- bis zehnfache des Listenpreises“ wird da aufgerufen, sagt Oliver Rau und schätzt, dass bis zu 1 500 Tickets auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden. Nicht alle im Internet. Aber wer die Online-Verkaufsportale nutzt, um einen Reibach zu machen, muss damit rechnen, wegen Verstoßes gegen die Allgemeinen Ticketbedingungen selbst zur Kasse gebeten zu werden.

Denn Werder verfolgt den Handel im Internet sehr genau, verschickt via Anwalt Abmahnungen, wenn der Verkäufer identifiziert werden kann. Strafen von 250 Euro aufwärts werden dann fällig. Und dumm für den, der für teures Geld sein Ticket gekauft hat: die Karten des ertappten Verkäufers werden gesperrt, der Einlass am Stadion wird verwehrt. In dem Fall gibt‘s am Samstag lange Gesichter statt hochspannenden Abstiegskampf. „Wir können also nur warnen, sich im Internet Tickets zu besorgen“, sagt Oliver Rau und berichtet von einem Mann, der gerade gestern aufgeflogen ist. 2 999 Euro wollte er für zwei Vip-Karten West haben. Verkauf via Internet. Bekommen wird er nichts – nur Post vom Anwalt.

Die Preise zeigen aber auch, wie heiß die Bremer auf den Abstiegsshowdown gegen Eintracht Frankfurt sind. Willi Lemke inklusive. Um live dabei sein zu können, hat der UN-Sonderbeauftragte für Sport eine Dienstreise zum Fifa-Kongress in Mexiko abgesagt. „Und ich bin optimistisch, dass wir den Klassenerhalt direkt schaffen, denn die Stimmung rund um das Weserstadion wird wieder unvergleichlich sein“, sagte der Werder-Aufsichtsrat im NDR-Sportclub Möglicherweise wird es sogar zu voll am Osterdeich. Laut Oliver Rau planen sehr viele Frankfurter, ohne Ticket anzureisen – in der Hoffnung, vor Ort noch ein (teures) Ticket zu ergattern.

Sinnlos, meint der Experte: „Wer kein Ticket hat, soll bitte zu Hause bleiben.“ Es wäre der Sicherheitslage gewiss zuträglich. Denn es wird auch so schon heikel genug, mindestens 4 000 Eintracht-Fans zu bändigen – egal, wie das Spiel ausgeht. Club und Polizei werden gewiss darauf reagieren – aber nicht überreagieren, sagt Veranstaltungsleiter Hinrich von Hallen. „Unsere Sicherheitskonzepte haben sich bewährt. Es gibt trotz der Brisanz keinen Grund, aus dem Stadion eine Festung zu machen.“

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