Werders neuer Innenverteidiger Diagne

Der Zukunftsmensch

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Blick voraus: Für Abwehrmann Fallou Diagne ist Werder die Chance, Eindrücke, die in der Vergangenheit entstanden sind, zu widerlegen.

Bremen - Von Carsten Sander und Björn Knips. Das erste Mannschaftstraining ist gerade vorbei, als sich Fallou Diagne zum Mediengespräch stellt. Geduscht, aber immer noch ordentlich schwitzend gibt der für zwei Millionen Euro von Stade Rennes gekommene Innenverteidiger aus dem Senegal einen kleinen Ausblick darauf, was er in Bremen erreichen möchte.

Da wäre als erstes mal dies: Diagne (gesprochen: Dijan) möchte nicht ständig in der Vergangenheit herumwühlen. Nicht in der des SV Werder, der sich zuletzt so quälend lange hatte abstrampeln müssen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Und nicht in der eigenen. Denn da gibt es ja diese eine, wenig schöne Geschichte aus Freiburg, die ihn ungewollt in den Blickpunkt gerückt hatte.

Über Werder sagt Diagne, dass es auch mal gut sei mit dem Gerede über den Fast-Abstieg in der vergangenen Saison. „Das liegt doch hinter uns“, winkt der 26-Jährige ab, und es ist zu spüren, dass ihn wirklich nicht beschäftigt, was gewesen ist. Sondern, dass er gekommen ist, um es besser zu machen: „Wir konzentrieren uns voll auf die neue Saison. Das ist das, was zählt.“ Was sich zunächst nach Fußballer-Standardaussage anhört, gilt für Fallou Diagne aber besonders. Denn irgendwie ist er einer, dem der Makel anhaftet, in der Bundesliga schon einmal durchgefallen zu sein. Was daran liegt, dass er in seiner Zeit beim SC Freiburg (57 Bundesliga-Spiele zwischen Januar 2012 und August 2014) einmal fürchterlich ausgezählt worden war.

Nach zwei Roten Karten binnen zwei Tagen in Bundesliga (0:6 gegen Borussia Dortmund) und Europa League (0:2 gegen den FC Sevilla) zeichnete Freiburg-Coach Christian Streich das Bild eines begabten, aber lernresisten Spielers. Das tat weh. Ist aber auch Vergangenheit, meint Diagne: „Kritik ist da, um sich weiterzuentwickeln. Das Wichtigste ist, aus Fehlern zu lernen.“ Wie gut ihm das gelungen ist, darüber werden die mindestens drei Jahre bei Werder Bremen Aufschluss geben. Klar ist, dass der zweite Anlauf in der Bundesliga für Diagne richtig funktionieren muss. Um als – bisweilen schlampiges – Talent durchzugehen und akzeptiert zu werden, ist er einfach schon zu alt.

Werder-Training am Sonntag

„Es ist für mich toll, dass ich nach Bremen geholt wurde“, bedankt er sich für die Chance, „ich möchte die Erwartungen, die in mich gesetzt werden, erfüllen. Ob ich deshalb für immer Bundesliga spielen werde, weiß ich nicht. Erstmal freue ich mich, hier zu sein.“ Die erste Trainingseinheit gestern Vormittag vor der Abfahrt nach Neuruppin bestritt der Innenverteidiger an der Seite von Lukas Fröde. Es ist eine Kombination, wie man sie in der Liga eher nicht sehen wird. Eher schon Diagne, der Rechtsfuß, neben Niklas Moisander, dem beidfüßig Begabten. Oder neben Luca Caldirola, dem Linksfuß. Alejandro Galvez, der andere Rechtsfuß, wird eher der Konkurrent, denn der Partner sein.

Egal wer, egal gegen wen – Diagne sagt, er mag den Kampf um die Plätze: „Der treibt einen an. Es ist gut, vier Innenverteidiger zu haben.“ Es sollen die Trainingseinheiten sein, die Diagne nach vorne bringen. Speziell dann, wenn der „Sparringspartner“ Claudio Pizarro heißt. Der Peruaner ist der, der Diagne spontan einfällt, wenn er über die Kollegen spricht. „Auf ihn“, sagt er, während sich erstmals im Gespräch ein Lächeln in die Schweißperlen mischt, „freue ich mich am meisten. Mit Freiburg habe ich gegen ihn und Bayern gespielt. Er ist so erfahren – von ihm kann man nur lernen.“

Ankunft in Neuruppin

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