Spannender geht es nicht: Es kommt zum Finale zwischen Werder und Frankfurt

Extrem explosiv

Die Szene, die Werder den Sieg hätte bringen können, am Ende aber nur Frust produzierte: Zwischen FC-Keeper Timo Horn und Werder-Verteidiger Jannik Vestergaard (vorne) steht Anthony Modeste und behindert seinen Torhüter.  J Foto: Gumz

Köln/Bremen - Von Carsten Sander. Erstmal rauf auf den Sattel und raus in die Natur: Die Werder-Profis gingen gestern Vormittag auf Radtour, tauschten für 45 Minuten den Mief des Tabellenkellers gegen frische Luft.

Gemütlich war’s wohl, aktive Erholung nach dem 0:0 beim 1. FC Köln. Das hatte zwar einen großen Aufreger, aber nicht die große Erleichterung geliefert. Weshalb es für Werder Bremen am Samstag im Saison- und Abstiegsfinale gegen Eintracht Frankfurt um alles geht: Klassenerhalt, Relegation oder direkter Abstieg – für beide Teams ist diese Partie wie eine Ladung TNT. Extrem explosiv.

Werder braucht dann einen Sieg, um die Klasse ohne den Umweg Relegation zu halten. Frankfurt reicht dafür schon ein Unentschieden. Doch das wird die Eintracht nicht bekommen, verspricht Bremens Innenverteidiger Jannik Vestergaard: „Wir wollen das Spiel gewinnen, und das werden wir auch machen. Auf keinen Fall machen wir uns vor diesem Spiel in die Hose.“

Schön gesagt. Die Situation regt grundsätzlich aber schon dazu an, um den Klassenerhalt zu zittern. Schließlich hat Frankfurt gerade einen Lauf und die letzten drei Spiele in Folge gewonnen – inklusive des 1:0 am Samstag über Vize-Meister Borussia Dortmund. Das war zwar nach dem eigenen frühen Tor eine reine Abwehrschlacht, aber gewonnen ist gewonnen. Und macht die Eintracht-Brust noch breiter. Aber Vestergaard wischt das alles weg: „Ich habe keinen Bock, mich auf Frankfurt zu konzentrieren. Wir haben auch eine gute Serie hingelegt, haben zu Hause Wolfsburg geschlagen und Stuttgart aus dem Stadion geschossen. Darauf konzentrieren wir uns, darauf legen wir Wert.“ Anders gesagt: Es gilt das psychologische Scheuklappenprinzip: Nur das eigene Befinden zählt, nicht das der anderen.

Nur Wiedwald mit einem Sahnetag

Allerdings war das eigene Befinden in Köln nicht gerade das beste. Das erste Zu-Null der Saison wurde zwar als Erfolg gewertet (Coach Skripnik: „Ein Schritt nach vorne“), doch in der Tabelle ging es einen Schritt zurück auf Platz 16. Frankfurt zog vorbei. Weshalb die Bremer Gesichter eher Projektionsflächen der Enttäuschung als des Muts und der Entschlossenheit waren. Doch beides steckt noch in großer Menge in den Spielern, behauptet Sportchef Thomas Eichin. „Das Spiel gegen Frankfurt wird eine Kopf- und Nervensache. Aber diesem Druck haben wir in dieser Saison schon oft standgehalten. Wir haben alles in der eigenen Hand. Das ist ein gutes Gefühl.“

Das gute Gefühl hatte es in den Katakomben des Kölner RheinEnergie-Stadions aber schwer, sich durchzusetzen. Und das hatte wiederum seinen Grund in zwei Schiedsrichter-Entscheidungen, die Werder das Leben noch schwerer machen, als es ohnehin schon ist. Denn den Bremern wurde gegen den FC ein regulärer Treffer von Santiago Garcia nicht anerkannt (26.). Und in Frankfurt fiel der Dortmunder Ausgleich ebenfalls einer Fehleinschätzung des Referees zum Opfer. Wäre wenigstens eine der beiden Entscheidungen anders ausgefallen, hätte Werder am Samstag den nicht zu unterschätzenden Vorteil, schon mit einem Unentschieden gerettet zu sein. „Wir brauchen trotzdem keine Angst zu haben. Dadurch verkrampfst du nur“, meinte Vestergaard und zeigte tatsächlich so etwas wie Vorfreude auf den Samstag und das „Riesenfinale“ (Zitat Skripnik): „Solche Spiele sind noch geiler, wenn du sie gewinnst als normale Spiele.“ Wäre auch komisch, wenn nicht.

Der Däne war es übrigens, der laut Referee Felix Zwayer (Berlin) vor dem Garcia-Tor Foul gespielt haben soll. Vorwurf: Rempler gegen FC-Torhüter Timo Horn. Dabei hatte sich Vestergaard bei einem Eckball nur im Fünfmeterraum aufgebaut, aber nicht gerührt. Horn stieß mit den eigenen Leuten zusammen. Vestergaard: „Es ist sehr frustrierend, wenn so ein Tor zurückgepfiffen wird.“ Selbst Ex-Schiri und Sky-Experte Markus Merk schimpfte: „Der Pfiff ist unerklärlich. Es war ein absolut korrektes Tor.“ Das Werder zwei Punkte mehr hätte bringen können. Wehe, die fehlen in der Endabrechnung.

Wiedwald hält die Null fest

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